Weimer sieht "existenzbedrohende Situationen" bei klassischen Medien - epd medien

22.04.2026 09:14

An zwei Tagen treffen sich in Leipzig Medienschaffende zum Austausch. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) zeigt sich besorgt über den "Achsbruch" in der Medienlandschaft. Die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Demokratie hebt er hervor.

Medientage Mitteldeutschland 2026 in Leipzig

Leipzig (epd). Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die Bedeutung einer vielfältigen Medienlandschaft betont. Mit Blick auf den digitalen Wandel sagte er am Mittwoch in Leipzig bei den Medientagen Mitteldeutschland, statt einer bunten Vielfalt gebe es "eine Verengung und Konzentration in mehreren Dimensionen".

Die Medienlandschaft erleide einen "Achsbruch". Der Wandel vollziehe sich disruptiv und rasant, so Weimer. Klassische Medien wie Zeitungen, Magazine, Radio und Fernsehen stünden "fundamental unter Druck". Dies führe dazu, "dass wir existenzbedrohende Situationen haben".

Eigene Plattformen statt Monopole

"Nicht nur das Werbegeschäft, sondern auch Aufmerksamkeit, Daten, technologische Kompetenz - all das wandert auf wenige Plattformen", warnte Weimer. Es brauche daher ein neues Vokabular. "Wenn der Rohstoff nur von ganz wenigen kontrolliert wird, dann haben wir ein Problem", sagte der Kulturstaatsminister: "Wenn Monopole und Kartelle entstehen, müssen wir den ordnungspolitischen Raum der digitalen Welt hinterfragen."

Weimer appellierte, dass eigene europäische Plattformen in "namhafter Größe" gebraucht würden. Es müssten zudem Urheberrechte gestärkt und Digitalabgaben eingeführt werden. Der Kulturstaatsminister hatte zu seinem Amtsantritt im Mai 2025 eine Digitalabgabe für Tech-Konzerne angekündigt. Explizit verwies Weimer in Leipzig zudem auf die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Demokratie.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lob



Zuerst veröffentlicht 22.04.2026 11:14 Letzte Änderung: 22.04.2026 11:51

Schlagworte: Medien, Kongresse, NEU

zur Startseite von epd medien