22.04.2026 16:54
Leipzig (epd). Der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sieht Politik und Medien mit Blick auf das digitale Zeitalter unter einem deutlichen Handlungsdruck. Trotz veränderter Kommunikationsformen müssten Menschen erreicht werden, sagte Voigt am Mittwoch in Leipzig bei den Medientagen Mitteldeutschland. Die demokratische Gesellschaft brauche Meinungsvielfalt und ein verlässliches Medienangebot.
Fakten seien nach Ansicht bestimmter Akteure verhandelbar - "das ist nicht in Ordnung", kritisierte Voigt. Eine "institutionelle Schwächung" fordere die Gesellschaft heraus. Medien und Politik lebten aber von einem Vertrauen, das sie nicht einbüßen dürften. Zudem agierten Plattformen ohne Kontrolle, und es fehle an Verantwortungsbewusstsein. Der CDU-Politiker forderte: "Wir müssen auch über die Frage von Klarnamen im digitalen Zeitalter reden."
ZDF-Intendant Norbert Himmler nannte Mediennutzungskompetenz "eines der zentralen Stichworte". Es müsse klar werden, worin der Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichen Angeboten und digitalen Plattformen bestehe. "Wir sind nicht käuflich", sagte Himmler: "Wir werden dafür überwacht, dass wir einen demokratiefördernden Job machen." Dies müsse deutlich werden.
Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte zu Beginn des Kongresses am Mittwoch die Bedeutung einer vielfältigen Medienlandschaft betont. Mit Blick auf den digitalen Wandel sagte er, statt Vielfalt gebe es "eine Verengung und Konzentration". Die Medienlandschaft erleide einen "Achsbruch", der Wandel vollziehe sich disruptiv und rasant.
Die Medientage Mitteldeutschland finden noch bis Donnerstag in Leipzig statt. Ausrichter ist die Arbeitsgemeinschaft Medientage Mitteldeutschland. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die Thüringer Landesmedienanstalt, die Medienanstalt Sachsen-Anhalt, die Funke Mediengruppe, Arte, MDR, ZDF, die Stadt Leipzig und die Staatskanzlei Sachsen.
lob
Zuerst veröffentlicht 22.04.2026 18:54
Schlagworte: Medien, Kongresse
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