Handschuh: Zusammenlegung von ARD und ZDF "eine Option" - epd medien

04.05.2026 10:11

Der Chef der Staatskanzlei in Sachsen, Andreas Handschuh, sieht in der Zusammenlegung von ARD und ZDF eine Möglichkeit, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu reformieren - zumindest dann, wenn andere Optionen fehlschlagen.

Andreas Handschuh bei den Medientagen Mitteldeutschland 2026 in Leipzig

Frankfurt a.M. (epd). Der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Andreas Handschuh (parteilos), hat sich für eine ergebnisoffene Diskussion über ein reformiertes Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausgesprochen. Man müsse über "Einsparpotenziale durch anstaltsübergreifende Kooperationen" sowie ein zeitgemäßes Angebot von ARD und ZDF sprechen, "das veränderten Nutzungsgewohnheiten Rechnung trägt", sagte Handschuh der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (2. Mai). "Gelingt dies nicht, kann in der Tat die Zusammenlegung von ARD und ZDF eine Option sein."

Zuvor hatten die CDU-Landtagsfraktionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt die Fusion von ARD und ZDF gefordert. Bezugnehmend auf das Beschlusspapier der CDU-Fraktionen betonte Handschuh, dass man in der "Plattformstrategie der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auch das Risiko einer Erweiterung statt einer Verschlankung des Kostenrahmens" sehen könne.

Begrenzungsmechanismus gefordert

"Wir brauchen eine klarere, zeitgemäße Struktur im Telemedienauftrag", sagte der Staatskanzleichef. Es fehle zudem ein "staatsvertraglicher Begrenzungsmechanismus".

Auch über das Online-Werbeverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk müsse gesprochen werden - mit Blick auf Fälle, "in denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk gemeinsam mit privaten Medien im Netz kooperiert und gegebenenfalls eine gemeinsame Vermarktung der Angebote stattfindet". Die Politik müsse hier neue Wege gehen, um den Medien des Dualen Systems "eine Chance zu geben, ihre Kräfte zu bündeln, um im Wettbewerb mit den Plattformen mithalten zu können", sagte Handschuh.

Kooperationen mit lokalen Medien ermöglichen

Auch der Grundsatz, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk aus der Lokalberichterstattung heraushalten soll, um die lokalen Medien zu schützen, müsse hinterfragt werden. Sofern der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei einer Berichterstattung über lokale Themen mit Medien vor Ort kooperiere, etwa durch die Zulieferung von Bild- und Tonmaterial, solle dies ermöglicht werden. "Das hilft auch den lokalen Medien, ihre schwierige wirtschaftliche Situation zu stabilisieren."

Der Reformstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk war zum 1. Dezember 2025 in Kraft getreten. Die Bundesländer wollen ARD, ZDF und Deutschlandradio damit schlanker und moderner aufstellen.

ema



Zuerst veröffentlicht 04.05.2026 12:11

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Bundesländer

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