DW-Journalist Alican Uludag aus Untersuchungshaft entlassen - epd medien

21.05.2026 14:59

Seit Februar saß ein für die Deutsche Welle arbeitender Investigativ-Journalist in der Türkei in Untersuchungshaft. Nun kommt er frei, wie der Auslandssender mitteilte.

Bonn (epd). Der türkische Korrespondent des Auslandssenders Deutsche Welle (DW), Alican Uludag, kommt nach drei Monaten aus der Untersuchungshaft frei. Das hat das Strafgericht in Ankara am ersten Prozesstag entschieden, wie der Sender am Donnerstag in Bonn mitteilte.

Die Anklage, laut der DW wegen "Beleidigung des Präsidenten", der "Verbreitung irreführender Informationen" und der "Herabwürdigung staatlicher Organe", wurde jedoch aufrechterhalten. Der Prozess werde am 18. September fortgesetzt.

Der Investigativ-Journalist saß seit Februar in der Türkei in Untersuchungshaft. Damals kritisierte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) den Vorgang scharf und forderte die Freilassung des Journalisten. Auch die Bundesregierung zeigte sich besorgt. Laut der DW berichtete Uludag als langjähriger Gerichtsreporter über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse.

Einsatz für Freispruch

Die Intendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, sagte: "Wir fordern, dass das Verfahren umgehend eingestellt wird." Uludag habe lediglich seinen Job als Gerichtsreporter gemacht. "Wir stehen weiterhin uneingeschränkt hinter ihm und werden uns für seinen Freispruch einsetzen. Seine Verhaftung zeigt, wie kritische Stimmen in der Türkei gezielt eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden sollen." Der Sender wird aus Steuermitteln des Bundes finanziert.

Die DW teilte weiter mit, dass Uludag von Beginn an alle Vorwürfe zurückgewiesen und angekündigt habe, weiterhin seinem Beruf nachzugehen. Auch in der Haft habe er weiterhin journalistische Beiträge über die Lage der Pressefreiheit in der Türkei verfasst. Am ersten Prozesstag durfte er laut DW nur per Videoschalte teilnehmen.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

ema



Zuerst veröffentlicht 21.05.2026 16:59 Letzte Änderung: 21.05.2026 17:19

Schlagworte: Medien, Türkei, Justiz, NEU

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