08.06.2026 18:32
Saarbrücken (epd). Im ersten Wahlgang mit 22 von 24 Stimmen wiedergewählt: Der Rundfunkrat des Saarländischen Rundfunks (SR) hat Martin Grasmück am Montag in Saarbrücken im Amt bestätigt. Er versuche immer "rechtzeitig die Weichen zu stellen" und mehrere Jahre in die Zukunft zu planen, betonte Grasmück zuvor in seiner Bewerbungsrede. Seine zweite Amtszeit solle unter der Überschrift "Der SR - innovativ, zukunftsfest und heimatverbunden" stehen. "Wir gehen nach vorne und wollen neue Formate ausprobieren", betonte er.
Grasmück ist seit 1. Mai 2021 SR-Intendant. Seine zweite Amtszeit beginnt am 1. Mai 2027 und geht bis zum 30. April 2033. Neben Grasmück hatte die Findungs- und Wahlkommission noch den Vorstand der Filmförderungsanstalt FFA, Peter Dinges, zur Wahl vorgeschlagen. Er erhielt zwei Stimmen. Dinges erklärte in seiner Vorstellung, dass es nicht nur um eine Personalie, sondern die Zukunft des Hauses gehe.
Grasmück, der einst selbst beim SR volontierte und mehrere berufliche Stationen im Sender durchlief, erklärte, ein "sehr programmgeprägter Intendant" zu sein. "Ich bin auch wirklich ein Mensch, der sich extrem mit dem Auftrag dieser Anstalt identifiziert." Die Frankreich-Berichterstattung stehe etwa nicht nur im Gesetz, sondern sei ihm auch eine "Herzensangelegenheit". "Wir sind die Anstalt, die am französischsten geprägt ist", unterstrich er. Der SR sei ein Brückenbauer.
Bevor er zum ersten Mal Intendant wurde, war Grasmück Hörfunkdirektor, Vize-Programmdirektor und Programmchef von SR1 sowie dem damaligen Jugendsender UnserDing. Der 1970 geborene Journalist studierte Informationswissenschaft, Politikwissenschaft und Anglistik an der Universität des Saarlandes. Grasmück durchlief unter anderem Stationen als landespolitischer Hörfunkkorrespondent, persönlicher Referent von SR-Intendant Fritz Raff sowie Leiter der SR-Intendanz.
Die Zeiten seien schwierig, und das öffentlich-rechtliche System stehe "erheblich unter Druck", betonte der SR-Intendant. Mittlerweile sei es schwierig, 16 Bundesländer zu finden, die einstimmig die Finanzierung für dieses System beschließen könnten, sagte er mit Blick auf das laufende Verfahren um den Rundfunkbeitrag beim Bundesverfassungsgericht.
"Der SR hat unter den gegebenen Umständen sehr viel sehr richtig gemacht", erklärte Grasmück. Die Rundfunkanstalt habe es immer wieder geschafft, sich ein Stück weit neu zu erfinden. Man müsse sich immer wieder die Frage stellen, ob das, was man die vergangenen Jahrzehnte gemacht habe, heute oder morgen noch richtig sei. Trotz Teamplay treffe der Intendant die letzte Entscheidung: "Dieser Verantwortung bin ich mir jeden Tag bewusst."
Den Rundfunkratsmitgliedern sicherte Grasmück seinen "vollen Einsatz" für die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern (DRP) zu. SR und SWR prüfen zurzeit, wie sie die DRP in Zeiten von Sparmaßnahmen aufstellen können. "Wir sind hier in einem sehr anspruchsvollen Prozess", erläuterte der SR-Intendant. "Ich bin guten Mutes, dass wir Personen, Geldgeber finden, die auch wissen, wie wichtig ein solcher Klangkörper für den Standort auch als Kulturfaktor ist."
lwd
Zuerst veröffentlicht 08.06.2026 18:10 Letzte Änderung: 08.06.2026 20:32
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Personalien, NEU
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