26.06.2026 10:31
London (epd). Die BBC hat angekündigt, dass bis zum Beginn des Geschäftsjahres 2027/28 insgesamt 550 Stellen wegfallen sollen, unter anderem bei den Nachrichten. Zudem sollen die Bereiche News, Nations und Content ihre Ausgaben für Auftragsproduktionen bis Ende 2027/28 um rund 80 Millionen Pfund (rund 93 Millionen Euro) reduzieren, wie der britische öffentlich-rechtliche Sender am 17. Juni in London mitteilte.
Die Maßnahmen tragen nach Angaben der BBC rund 160 Millionen Pfund (rund 185 Millionen Euro) zu dem Gesamtziel bei, in den kommenden drei Jahren insgesamt 500 Millionen Pfund (580 Millionen Euro) einzusparen. Im Lauf der nächsten drei Jahre sei ein Abbau von 1.800 bis 2.000 Stellen sowie eine Kostensenkung um zehn Prozent vorgesehen, hieß es. Im April hatte das Unternehmen angekündigt, dass in den kommenden Jahren bis zu 2.000 Stellen abgebaut werden müssten.
Weitere Einsparmaßnahmen für alle Unternehmensbereiche sollen in den kommenden Monaten vorgestellt werden. Die Einsparungen betreffen nach Angaben der BBC auch die zentralen Unternehmensbereiche, in denen voraussichtlich rund 700 Stellen wegfallen werden.
Im Bereich Content wolle die BBC wiederkehrende jährliche Einsparungen von mindestens 100 Millionen Pfund bis Ende 2027/28 erreichen. Zudem sollen rund 100 Stellen bis Ende des laufenden Geschäftsjahres abgebaut werden.
Das Portfolio an Fernseh- und Radiosendern soll angesichts der Verlagerung des Publikums ins Internet überprüft. Das Eigenproduktionsvolumen soll bis Ende des Geschäftsjahres 2027/28 um 100 bis 150 Stunden über alle Genres hinweg reduziert werden.
Die Audioprogramme sollen über alle Sender und Genres hinweg um 350 bis 400 Stunden reduziert werden. Dabei sollten aber die wichtigsten täglichen Sendungen weitgehend erhalten bleiben, teilte die BBC mit.
Im Bereich "Nations" (Regionen/Landesteile) sollen Gesamteinsparungen von 33 Millionen Pfund bis Ende 2027/28 vorgenommen werden. Der Abbau von rund 250 Stellen in dieser ersten Phase soll sich wie folgt aufteilen: In Wales sollen rund 50 Stellen abgebaut und neun Millionen Pfund eingespart werden. In Nordirland sollen ebenfalls rund 50 Stellen gestrichen und vier Millionen Pfund eingespart werden. In Schottland sind der Abbau von bis zu 60 Stellen und Einsparungen von mehr als zehn Millionen Pfund geplant. Bei BBC Local sollen rund 90 Stellen wegfallen und Einsparungen von neun Millionen Pfund erreicht werden.
Bei den Nachrichten sind in dieser ersten Phase Einsparungen von rund 25 Millionen Pfund sowie ein Netto-Stellenabbau von etwa 200 Arbeitsplätzen geplant. BBC News werde die Kosten bis zum kommenden April um mindestens 51 Millionen Pfund senken, teilte der Sender mit.
Alle Einsparungen folgen nach Angaben der BBC dem Ziel, das Unternehmen "einfacher und schneller" zu machen. Dafür solle die Zahl der Führungskräfte um mindestens zehn Prozent reduziert werden.
Wie die BBC mitteilte, sind in den nächsten Monaten weitere Ankündigungen zu erwarten, die einen zusätzlichen Stellenabbau in ähnlichem Umfang vorsehen. "Die Belegschaft wurde darüber informiert, dass Möglichkeiten zur freiwilligen Beendigung des Arbeitsverhältnisses angeboten werden, betriebsbedingte Kündigungen jedoch ebenfalls möglich sind."
ema
Zuerst veröffentlicht 26.06.2026 12:31
Schlagworte: Medien, UK, Rundfunk, BBC, Finanzen, ema
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