09.07.2026 12:19
Zürich (epd). Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR) hat ihre Sparpläne für 2027 präzisiert. Im kommenden Jahr will die SRG rund 80 Millionen Franken (86 Millionen Euro) einsparen. Wie der Senderverbund am 17. Juni mitteilte, soll dies vor allem durch Anpassungen bei Strukturen, Prozessen, Herstellungsweisen und Partnerschaften erfolgen. Damit könne die Gesellschaft, die die öffentlichen Sender in allen Landessprachen der Schweiz organisiert, das Programm bestmöglich schützen. Mittel- und längerfristig seien Auswirkungen auf das Programm bei den hohen Sparsummen jedoch unumgänglich.
Die SRG muss bis 2029 insgesamt rund 270 Millionen Franken (293 Millionen Euro) einsparen, unter anderem, weil der Schweizer Bundesrat die Haushaltsabgabe für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reduzieren will. Die erste Senkung tritt zum Januar 2027 in Kraft. In einem "Enavant" genannten Transformationsprozess will die SRG SSR insgesamt 900 Stellen abbauen. Im vergangenen Jahr fielen laut der Gesellschaft bereits 248 Vollzeitstellen weg. Die Kosten für Gehälter seien bereits in diesem Jahr verringert worden.
2027 will die SRG auf der Führungsebene Doppelstrukturen abbauen und Immobilienflächen für Produktion und Verwaltung optimieren, unter anderem in Bern. Dies bringe Einsparungen von 35,2 Millionen Franken (38 Millionen Euro). In Genf hat die SRG SSR im Mai den RTS-Turm an die Hans-Wilsdorf-Stiftung verkauft, bleibt aber Hauptmieterin des Gebäudes. Nach Angaben der öffentlich-rechtlichen Gesellschaft haben sich die Parteien auf einen Kaufpreis von 150 Millionen Franken geeinigt. In Genf investiert die SRG-Regionaleinheit Radio Télévision Suisse (RTS) in ein neues Videoproduktionszentrum. Die Standorte in den Regionen will die SRG beibehalten.
Weitere Einsparungen erreicht die SRG SSR nach eigenen Angaben, indem sie Abläufe effizienter gestaltet, Gremien reduziert, die Produktionsplanung und -steuerung bündelt und Inhalte innerhalb des Senderverbunds stärker gemeinsam nutzt. Damit will sie weitere 9,1 Millionen Franken (rund 10 Millionen Euro) einsparen.
Durch eine effizientere Herstellung des Programms bei einem "möglichst vergleichbaren Ergebnis" will die SRG weitere 13,2 Millionen Franken (14,3 Millionen Euro) einsparen. Außerdem will sie die Kosten bei Partnerschaften um 2,7 Millionen Franken (2,9 Millionen Euro) senken. Unter anderem will sie den Schweizer Filmpreis mit neuen Partnern ausrichten.
Rund 3,7 Millionen Franken (4 Millionen Euro) bringt die SRG durch Einschnitte im Programm auf. So wird sich der Sender ab 2027 nicht mehr für die Produktion der Spiele der Eishockey National League bewerben und auch auf die Produktion der Spiele der UEFA Club Competions verzichten. Auch um die Ausstrahlungsrechte der Champions League will sich die Gesellschaft ab der Saison 2027/28 nicht mehr bewerben.
SRG-Generalsekretärin Susanne Wille sagte, die SRG erreiche 95 Prozent der Einsparungen über Strukturen, Prozesse und Herstellungsweisen: "Mit den früheren, dezentralen Strukturen wären die Auswirkungen auf das Programm deutlich größer gewesen."
Die SRG SSR nahm 2025 insgesamt 1,56 Milliarden Franken (1,69 Milliarden Euro) ein, der Ertrag aus der Medienabgabe lag bei 1,3 Milliarden Franken (1,41 Milliarden Euro), das waren 33,4 Millionen Franken weniger als im Vorjahr.
cd/dir
Zuerst veröffentlicht 09.07.2026 14:19
Schlagworte: Medien, Unternehmen, Schweiz, SRG, Finanzen
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