Mitglieder des ZDF-Fernsehrats kritisieren Ausladung von Danger Dan - epd medien

21.07.2026 10:59

Die Kritik an der Ausladung von Danger Dan durch das ZDF reißt nicht ab. Nun haben sich einzelne Mitglieder des Fernsehrates mit einem offenen Brief an den ZDF-Intendanten Norbert Himmler gewandt.

Max Uthoff, Maike Kühl und Claus von Wagner (v.l.)

Berlin/Mainz (epd). Acht Mitglieder des ZDF-Fernsehrates haben in einem offenen Brief an den ZDF-Intendanten Norbert Himmler die Entscheidung des Senders kritisiert, die Musiker Danger Dan und Igor Levit aus der Jubiläumssendung der ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" auszuladen. Der Sender habe damit die Chance vergeben, eine Debatte über den Umgang mit Rechtsextremismus anzustoßen, heißt es in dem veröffentlichten Brief auf "netzpolitik.org", den unter anderem die ehemalige Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) unterschrieben hat.

Es sei die in den ZDF-Programmrichtlinien definierte Aufgabe des Senders, durch seine Angebote zu einem vielfältigen und kontroversen öffentlichen Diskurs beizutragen. Der erstarkende Rechtsextremismus sei eine besondere Gefahr für die Demokratie. Danger Dan entwerfe in seinem Lied "Keine Angst" eine Anleitung für den Einsatz gegen diese Bedrohung.

Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski (CDU), der ebenfalls Mitglied des ZDF-Fernsehrates ist, hatte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am vergangenen Freitag gesagt, dass es in die Programmhoheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks falle, zu entscheiden, was gesendet werde und was nicht.

Geplanter Auftritt wurde abgesagt

Für die Aufzeichnung der 100. Ausgabe der Satiresendung "Die Anstalt" war Danger Dan mit seinem Lied "Keine Angst" zunächst eingeladen worden. Der Text des Liedes könne als möglicher Aufruf zu Gewalt verstanden werden, hatte das ZDF erklärt und den geplanten Auftritt in der Sendung dann verhindert.

Das Team von "Die Anstalt" kritisierte in seiner 100. Sendung die Entscheidung des Senders. Die Sendung ist seit Samstagabend in der Mediathek abrufbar. Im ZDF-"Morgenmagazin" am Dienstag bekräftigten die Macher ihren Unmut: Die Texte hätten dem ZDF früh genug vorgelegen, die Entscheidung sei "in allerletzter Sekunde" gefallen.

Intendant Himmler hatte die Ausladung verteidigt. Auf Anfrage der "Süddeutschen Zeitung" räumte er aber ein, der Sender müsse sich die Kurzfristigkeit der Ausladung vorwerfen lassen.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

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Zuerst veröffentlicht 21.07.2026 12:59 Letzte Änderung: 21.07.2026 15:30

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Rechtsextremismus, NEU

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