22.07.2026 13:05
München (epd). Der Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (BR) hat einer Vertragsverlängerung für Kultur-Programmdirektor Björn Wilhelm nicht zugestimmt. Für eine weitere Amtszeit ab 1. März 2027 habe Wilhelm bei der Abstimmung am 20. Juli nicht die nötige Mehrheit im Rundfunkrat erhalten, teilte der BR dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mit und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.
Über die Besetzung der Position kann nach Angaben des Senders bei der nächsten Rundfunkratssitzung im Oktober erneut entschieden werden. "Wir werden die kommenden Wochen nutzen, um das Gespräch mit den Gremien zu suchen und zugleich das Vorgehen für die Oktobersitzung festzulegen", erklärte BR-Intendantin Katja Wildermuth.
Wilhelm ist seit März 2022 Kultur-Programmdirektor. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen nach Angaben des BR die Themen Kultur, Wissen, Bildung und Dokumentation sowie Unterhaltung, Heimat, Film, Serie, BR-Klassik und die Klangkörper. Seine zweite fünfjährige Amtszeit begänne 2027.
Der Sender lobte Wilhelms bisherige Tätigkeit. "Unter seiner Leitung wurde die digitale Transformation der Programmangebote vorangetrieben, die BR-Mediathek erfolgreich in die ARD-Mediathek integriert und neue Formate für jüngere Zielgruppen entwickelt." Das Streaming-Angebot des BR zähle heute "zu den erfolgreichsten der ARD-Landesrundfunkanstalten". Zugleich seien zentrale Bereiche der Direktion neu aufgestellt und die Zusammenarbeit innerhalb der ARD ausgebaut worden, deren Koordinator für den Bereich Fiction Wilhelm sei.
In die Kritik war Wilhelm im Zusammenhang mit der Reform der Kulturwelle Bayern2 geraten, die von Kulturschaffenden kritisiert wurde. Mit der Reform wurde 2024 unter anderem die aktuelle Feuilletonsendung "Kulturwelt" abgeschafft.
Der Rundfunkrat berief in seiner Sitzung nach Angaben des BR die Juristische Direktorin Eva Majuntke für eine neue Amtszeit. Majuntke ist ebenfalls seit 2022 im Amt. Für weitere fünf Jahre bestätigt wurde zudem in seiner Funktion als stellvertretender Intendant Albrecht Frenzel. Er ist seit 2015 Verwaltungsdirektor des BR und seit 2022 stellvertretender Intendant.
Außerdem berief der Rundfunkrat Kemal Görgülü zum neuen Produktions- und Technikdirektor. Der bisherige Technische Direktor von Arte wird zum 1. Februar 2027 Nachfolger von Birgit Spanner-Ulmer, deren Amtszeit nach 15 Jahren an der Spitze der Direktion endet. BR-Intendantin Wildermuth erklärte, Spanner-Ulmer habe den Sender "durch eine Phase tiefgreifender Veränderungen geführt und zukunftsfähig aufgestellt". Görgülü bringe "beste Voraussetzungen mit, um die Transformation der Produktions- und Technikdirektion erfolgreich fortzuführen und die Zusammenarbeit innerhalb der ARD weiter zu stärken". Spanner-Ulmer gehörte mit einem Gehalt von 260.787 Euro im Jahr 2024 zu den bestbezahlten Direktoren in der ARD.
Görgülü ist seit 2000 Chief Technology Officer von Arte. Dort verantwortet er derzeit die technische Infrastruktur des Senders sowie die Weiterentwicklung digitaler Angebote, datenbasierter Produkte und Plattformstrategien. Zuvor beriet er zahlreiche öffentlich-rechtliche Medienhäuser in Deutschland und Europa bei Transformations- und Modernisierungsprojekten. Wie der BR mitteilte, steht Görgülü "für die Verbindung von Broadcast-Erfahrung, Plattformkompetenz, Datenstrategie und den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im öffentlich-rechtlichen Medienumfeld".
nbl
Zuerst veröffentlicht 22.07.2026 15:05 Letzte Änderung: 22.07.2026 15:16
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Personalien, BR, Wilhelm, nbl, NEU
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