23.07.2026 08:15
Stuttgart (epd). Der Südwestrundfunk (SWR) hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 41 Millionen Euro abgeschlossen. Das geht aus dem Jahresabschluss 2025 hervor, den der SWR Ende Juni im Internet veröffentlichte. Demnach beliefen sich die Gesamterträge auf 1,353 Milliarden Euro. Dem standen Ausgaben von insgesamt 1,312 Milliarden Euro gegenüber. Laut dem Haushaltsplan 2025 hatte die zweitgrößte ARD-Landesrundfunkanstalt einen Überschuss von sieben Millionen erwartet.
Auf die Anfang 2025 ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags habe der SWR mit zusätzlichen Sparmaßnahmen reagiert, die spürbar gewirkt hätten, erklärte der Sender dem epd. Ziel sei gewesen, "vorausschauend zu wirtschaften und für die kommenden Jahre der Beitragsperiode finanziell vorzusorgen". So seien mit dem Verwaltungsrat vereinbarte Haushaltssperren konsequent umgesetzt worden. Auch seien geplante Reformen und Investitionen zeitlich nach hinten verschoben worden. Außerdem habe es "günstige Sondereffekte" gegeben, etwa aus dem Verkauf von Vermögensgegenständen, aufgelösten Rückstellungen und hohen Finanzerträgen.
Die Gesamtausgaben des SWR lagen im vorigen Jahr um 46 Millionen Euro niedriger, als sie im Haushaltsplan angesetzt worden waren (insgesamt 1,358 Milliarden Euro). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen und Materialaufwand beliefen sich auf 571 Millionen Euro, dies war der höchste Ausgabenposten. Darin enthalten sind die Kosten für die Produktion und Verbreitung der Inhalte des SWR an externe Partner sowie die "Urheber-, Leistungs- und Herstellervergütungen", die sich sich auf rund 332 Millionen Euro beliefen. Für "Programmgemeinschaftsaufgaben und Co-Produktionen" wurden 178 Millionen Euro aufgewendet.
Der Personalaufwand inklusive Altersversorgung belief sich auf 394 Millionen Euro. Sonstige betriebliche Aufwendungen schlugen mit rund 232 Millionen Euro zu Buche.
Der SWR nahm aus dem Rundfunkbeitrag 1,092 Milliarden Euro ein, das waren 81 Prozent der Gesamterträge. Im Haushaltsplan hatte der SWR mit einer Beitragshöhe von 18,94 Euro kalkuliert und daher mit Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag in Höhe von 1,134 Milliarden Euro gerechnet, also 42 Millionen Euro mehr.
Die von der KEF 2024 empfohlene Anhebung des Rundfunkbeitrags um 58 Cent war aber zum 1. Januar 2025 nicht in Kraft getreten. Da die Bundesländer die Empfehlung der KEF nicht umsetzten, blieb der Rundfunkbeitrag bei 18,36 Euro. Die ARD-Anstalten und das ZDF hatten Ende 2024 beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe Beschwerde eingelegt, um eine Anpassung des Rundfunkbeitrags durchzusetzen. Eine Entscheidung dazu wird in diesem Jahr erwartet.
Zusätzlich erzielte der SWR Erträge aus Sponsoring und Werbung. Die Einnahmen "für Sponsoring über die Tochterfirma SWR Media Services GmbH" bezifferte der SWR gegenüber dem epd auf rund 1,5 Millionen Euro im Jahr 2025. Der Ertrag für Werbung über die SWR Media Services habe sich auf rund 12,6 Millionen Euro belaufen. Daneben gebe es eine Gewinnausschüttung der SWR Media Services in Höhe von rund sieben Millionen Euro.
Außerdem erzielte der SWR unter anderem noch sonstige betriebliche Erträge in Höhe von 54,9 Millionen Euro, Erträge aus dem Sondervermögen Altersversorgung in Höhe von 39,7 Millionen Euro und Finanzerträge über Zinsen und Wertpapiere in Höhe von 39,1 Millionen Euro.
Der SWR hat auch die Bezüge des Direktoriums im Jahr 2025 veröffentlicht. Das Gehalt von Intendant Gniffke ist nach Angaben des SWR im Frühjahr 2025 auf den Stand vom 1. Dezember 2022 gedeckelt worden und lag bei 392.530 Euro. Es soll bis Ende August 2029 nicht erhöht werden. Dann läuft Gniffkes zweite Amtsperiode als Intendant aus. Der Intendant erhielt 2025 außerdem Sachbezüge in Höhe von 8.059 Euro (geldwerter Vorteil des privat zu versteuernden Dienstwagens). Mit Beginn seiner zweiten Amtsperiode am 1. September 2024 entfiel Gniffkes vorherige Aufwandsentschädigung in Höhe von jährlich 4.200 Euro.
Bei den Direktoren beliefen sich die Jahresbezüge im Jahr 2025 auf jeweils 250.606 Euro. Eine Ausnahme war die Juristische Direktion, die bis Ende August 2025 in einer Doppelspitze über ein Top-Sharing-Modell geleitet wurde. Seit September 2025 ist Alexandra Köth alleinige Juristische Direktorin. Sie erhielt 2025 eine Vergütung von 175.391 Euro. Frauke Pieper erhielt als damalige weitere Juristische Direktorin bis zu ihrem Weggang ein Gehalt von 91.856 Euro. Sie verließ den SWR Mitte des Jahres, um als stellvertretende Justitiarin zum ZDF zurückzukehren.
Alle SWR-Direktoren erhielten 2025 eine Aufwandsentschädigung. Sie betrug für das Gesamtjahr 1.848 Euro. Für alle Direktoren mit Ausnahme von Anke Mai wurden zudem Sachbezüge ausgewiesen, meist ist das der geldwerte Vorteil des privat zu versteuernden Dienstwagens. Bei Köth und Pieper ging es um den geldwerten Vorteil für die private Nutzung einer Bahncard. Die Sachbezüge beliefen sich auf Beträge zwischen 3.235 Euro und 23.434 Euro.
Zwei Direktoren erhielten 2025 außerdem Bezüge für Tätigkeiten bei SWR-Tochterfirmen oder Beteiligungen. Bei Clemens Bratzler waren es 10.000 Euro, bei Jan Büttner 3.600 Euro. Beide spendeten dieses Geld nach Angaben des SWR für gemeinnützige und wohltätige Zwecke.
vnn
Zuerst veröffentlicht 23.07.2026 10:15
Schlagworte: Medien, Rundfunk, SWR, Finanzen, vnn
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