29.07.2026 15:33
Berlin (epd). Die ZDF-Journalistin Sarah Tacke steht weiter hinter ihrer Dokumentation "System Bürgergeld: Leben ohne Leistung?". "Uns ist es gelungen, Stimmen und Einblicke zu bekommen, die normalerweise kaum zugänglich sind. Das ist journalistisch ein echtes Pfund", sagte Tacke der "Süddeutschen Zeitung" in einem am Mittwoch online veröffentlichten Interview. Unter anderem hatte der Verein Sanktionsfrei dem ZDF eine Stigmatisierung von Bürgergeld-Beziehenden vorgeworfen.
Der Verein unterstützt Bürgergeld-Empfänger bei Sanktionen. Er strengte eine Programmbeschwerde an, mit der sich der Fernsehrat befassen muss. Die Vereinsgründerin Helena Steinhaus kritisierte, dass der im Mai ausgestrahlte Film einzelne extreme Betrugsfälle stark in den Mittelpunkt gestellt habe, ohne diese ausreichend statistisch und wissenschaftlich einzuordnen.
Tacke sagte: "Wir konnten Missbrauchsmöglichkeiten und strukturelle Schwächen des Bürgergeldsystems sichtbar machen - Bereiche, die journalistisch normalerweise kaum zugänglich sind." Vielleicht habe das die Debatte so emotional gemacht. "Aber warum das Benennen solcher Missbrauchsmöglichkeiten oder struktureller Schwächen als politische Haltung gewertet wird, erschließt sich mir bis heute nicht", sagte die Juristin und Journalistin.
Es habe harte Kritik, aber auch sehr viel Zuspruch zu der Dokumentation aus der Reihe "Am Puls" gegeben. In dieser Vehemenz habe sie die Kritik überrascht. "Beschimpfungen aus dem rechten Spektrum kannte ich leider bereits", sagte Tacke und fügte hinzu: "Neu war für mich, wie massiv ich auch aus dem linken Spektrum angegriffen wurde. Plötzlich wurde ich als 'Nazi-Schlampe' beschimpft." Das habe sie überrascht.
Tacke moderiert in der Sommerpause von "Maybrit Illner" fünf Talksendungen im ZDF. Wie das ZDF mitteilte, ist "Sarah Tacke" jeweils am Donnerstag im Zweiten zu sehen. Die erste Ausgabe sollte sich unter dem Titel "Der Feind im Innern - Wie stoppen wir Islamisten?" mit möglichen Konsequenzen des Anschlags am Rande des Christopher Street Days in Berlin beschäftigen.
kfr/dir
Zuerst veröffentlicht 29.07.2026 17:33 Letzte Änderung: 30.07.2026 12:30
Schlagworte: Medien, Fernsehen, NEU
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