05.08.2026 08:57
Hamburg (epd). Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in den deutschen Leitmedien ist zum fünften Mal in Folge gesunken. Das zeigt die halbjährliche Leitmedienzählung der Organisation ProQuote Medien, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der gewichtete "Frauenmachtquotient" liegt demnach bei 37,3 Prozent, ein weiterer Rückgang um 0,2 Prozentpunkte im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung vom Januar.
"Nach fünf Zählungen mit sinkenden Frauenanteilen an der Spitze von Redaktionen ist klar, dass die Werte keine Ausreißer sind, sondern einen Abwärtstrend markieren", erklärt die ProQuote-Vorstandsvorsitzende Helena Ott. "Das ist besorgniserregend, weil es die mühsam erkämpfte Teilhabe und Repräsentation von Frauen im Journalismus sukzessive wieder schwächt." Der Verein ProQuote Medien hält an einer paritätischen Verteilung von 50 zu 50 zwischen Männern und Frauen bei Führung und Verantwortung in allen Medien fest.
Die Auswertung zeigt deutliche Rückgänge bei der "Süddeutschen Zeitung" (minus 3,6 Prozentpunkte), die damit wieder knapp unter die 50 Prozent-Marke rutscht. "Die Welt" verliert 2,1 Prozentpunkte, "Die Zeit" 1,6 Prozentpunkte. Leicht verbessert auf allerdings niedrigem Niveau haben sich "Stern", "Focus" und "Bild".
Den höchsten Anteil von Frauen in der Führung hat weithin klar die "taz" mit 61,9 Prozent, gefolgt von der "Süddeutschen Zeitung" mit 49,1 Prozent. Insgesamt wurden neun Medien erfasst. Am Ende liegen "Focus" (25,3 Prozent), "Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)" (25 Prozent) und mit großem Abstand "Die Welt" (14,6 Prozent), die erstmals unter die 15-Prozent-Marke rutschte.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
koe
Zuerst veröffentlicht 05.08.2026 10:57 Letzte Änderung: 05.08.2026 11:27
Schlagworte: Medien, Frauen, NEU
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