ProSiebenSat.1 meldet Gewinn nach Kostensenkungen - epd medien

06.08.2026 09:17

ProSiebenSat.1 verbucht trotz des schwachen TV-Werbegeschäfts einen überraschend hohen Gewinn im ersten Halbjahr. Während der Umsatz um 151 Millionen Euro auf 1,54 Milliarden Euro zurückging, stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 152 Millionen Euro.

Gebäude von ProSiebenSat.1 in Unterföhring

Unterföhring (epd). Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang um neun Prozent. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Unterföhring mitteilte, sank der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 151 Millionen Euro auf 1,54 Milliarden Euro. Zugleich stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 152 Millionen Euro und erreichte damit nach einem Minus von 28 Millionen Euro im Vorjahr wieder einen positiven Wert.

Eine erfreuliche Entwicklung der digitalen und smarten Werbeumsätze sowie ein starkes Wachstum des Beauty-Online-Shops Flaconi hätten den Umsatzrückgang im TV-Werbegeschäft weitgehend ausgeglichen, erklärte ProSiebenSat.1. Die Gewinnsteigerung sei auf einen erheblichen Rückgang der Kosten zurückzuführen, gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 seien vor allem die Programmaufwendungen deutlich gesunken.

Wachstumstreiber Joyn

Der Außenumsatz im Segment Entertainment verringerte sich im zweiten Quartal um vier Prozent auf 500 Millionen Euro (Vorjahr: 520 Millionen Euro). Auf Halbjahressicht lag er um sechs Prozent unter dem Vorjahreswert und betrug 952 Millionen Euro (Vorjahr: 1,01 Milliarden Euro).

Die TV-Werbeeinnahmen sanken im zweiten Quartal um 34 Millionen auf 291 Millionen Euro, während die digitalen und smarten Werbeumsätze um zwei Millionen auf 79 Millionen Euro zulegten. Umsatztreiber waren nach Unternehmensangaben das Wachstum der Streaming-Plattform Joyn, die Vermarktung von Programminhalten auf externen Plattformen sowie der Bereich Audio.

Der Außenumsatz des Segments Commerce & Dating belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 591 Millionen Euro und ging somit um 14 Prozent zurück (Vorjahr: 93 Millionen Euro). Für 2026 rechnet ProSiebenSat.1 unverändert mit einem moderaten Rückgang des Konzernumsatzes. Beim Ebitda erwartet der Konzern einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Personalkosten sanken um 28 Prozent

Die Personalkosten lagen im ersten Halbjahr nach Angaben des Unternehmens deutlich unter dem Vorjahr, sie seien um 117 Millionen Euro auf 299 Millionen Euro gesunken. Sie hätten sich auch aufgrund von Unternehmensverkäufen reduziert.

ProSiebenSat.1 ist im vergangenen Jahr von der italienischen Medienholding Media For Europe (MFE) übernommen worden. Seit Oktober ist Marco Giordani neuer CEO der Sendergruppe. Der Konzern teilte mit, er wolle die Streaming-Plattform Joyn technologisch weiterentwickeln und setze auf eine paneuropäische Plattform in Kooperation mit MFE. Geplant sei eine gemeinsame technische Basis für sechs Märkte in Europa. Im Juli schloss das Unternehmen eine Vereinbarung mit dem ZDF über die Einbindung von On-Demand-Inhalten des öffentlich-rechtlichen Senders auf Joyn.

Die ProSiebenSat.1-Gruppe betreibt neben dem Streamingdienst Joyn die TV-Sender ProSieben, Sat.1, Kabel Eins und Sixx. Im Juli hatte der Konzern angekündigt, dass er im Winter den Sender Sat.2 mit "weiblicher Ausrichtung" starten will.

nbl/dir



Zuerst veröffentlicht 06.08.2026 11:17 Letzte Änderung: 06.08.2026 15:51

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Unternehmen, NEU

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