BR schließt 2025 mit Fehlbetrag von 44 Millionen Euro ab - epd medien

07.08.2026 09:30

Der BR hat im vergangenen Jahr laut Gewinn- und Verlustrechnung insgesamt 1,29 Milliarden Euro eingenommen und 1,28 Milliarden Euro eingegeben. Hinzu kamen Investitionen in Technik und Gebäude.

Das BR-Logo auf dem Neubaugelände des BR in Freimann.

München (epd). Der Bayerische Rundfunk (BR) hat das vergangene Jahr im Gesamtergebnis mit einem Fehlbetrag von 44 Millionen Euro abgeschlossen. Wie der Sender am 20. Juli nach Genehmigung des Jahresabschlusses durch den BR-Rundfunkrat mitteilte, habe die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags Anfang 2025 wesentlich zu dem Fehlbetrag beigetragen. Dadurch hätten 32,6 Millionen Euro an Einnahmen gefehlt, die eingeplant gewesen seien. Diesen Effekt hätten höhere Erträge aus Finanzanlagen und eine "umsichtige Haushaltsführung" teilweise kompensiert. Die Mindereinnahmen hätten aber nicht komplett ausgeglichen werden können.

In der Gewinn- und Verlustrechnung wies der BR einen handelsrechtlichen Überschuss von knapp 12 Millionen Euro aus. Über die Finanzrechnung, die zusätzlich unter anderem Investitionen in Technik und Gebäude berücksichtigt, entstand der Fehlbetrag in Höhe von 44,4 Millionen Euro. Gegenüber der Planung verschlechterte sich das Gesamtergebnis um sechs Millionen Euro. In der Rundfunkratssitzung sagte der stellvertretende BR-Verwaltungsdirektor Jürgen Wieland, es habe "ein einigermaßen respektables Ergebnis" gegeben.

984 Millionen Euro Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag

Laut seiner Gewinn- und Verlustrechnung erzielte der BR 2025 Erträge von insgesamt 1,294 Milliarden Euro. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag beliefen sich auf 984,4 Millionen Euro und machten 76 Prozent der Gesamterträge aus. Sie wurden auf Basis der ab Januar 2025 weiter geltenden Beitragshöhe von 18,36 Euro erzielt.

Weitere Einnahmen in Höhe von 132,1 Millionen Euro erzielte der BR laut Jahresabschluss 2025 über Umsatzerlöse. Darin enthalten waren unter anderem 75,2 Millionen Euro an Kostenerstattungen durch andere Rundfunkanstalten, die ARD-Programmdirektion und weitere Gemeinschaftseinrichtungen sowie durch die Werbetochter BRmedia. In den Umsatzerlösen enthalten sind Erlöse aus Koproduktionen und Programmverwertungen (16,3 Millionen Euro) sowie aus Konzerten und anderen öffentlichen Veranstaltungen (8,5 Millionen Euro).

392 Millionen Euro Ausgaben für Personalaufwand

Wie aus dem Jahresabschluss weiter hervorgeht, beliefen sich die Erträge aus dem Sondervermögen Altersversorgung auf 60,5 Millionen Euro, die Zinserträge auf 14,3 Millionen Euro. Die sonstigen betrieblichen Erträge machten 55,9 Millionen Euro aus. Von der BRmedia erhielt die Rundfunkanstalt eine Gewinnausschüttung in Höhe von 9,6 Millionen Euro. Im Jahr 2025 erzielte die Werbetochter 59,4 Millionen Euro an Erlösen aus Fernseh- und Radiowerbung.

Die Ausgaben des BR beliefen sich 2025 auf insgesamt 1,282 Milliarden Euro. Davon entfielen 538,6 Millionen Euro auf den "Aufwand für bezogene Leistungen / Materialaufwand", also die Produktion von Inhalten und deren Verbreitung. Der Personalaufwand für Gehälter, Sozialabgaben und Altersversorgung schlug insgesamt mit 391,6 Millionen Euro zu Buche. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bezifferte der BR auf 250,1 Millionen Euro, darunter fielen auch Unterhalts- und Reparaturkosten für Gebäude und Aufwendungen für den Beitragseinzug.

Plan mit "Worst-Case-Szenarien"

Durch den 2025 entstandenen Fehlbetrag habe sich der Finanzmittelbestand des BR auf 182,1 Millionen Euro verringert, erklärte Wieland in der Rundfunkratssitzung am 20. Juli. Bis Ende 2026 werde er voraussichtlich unter die Marke von 100 Millionen Euro fallen. So sei der Haushalt für 2026 mit einem Minus von rund 80 Millionen Euro beschlossen worden. Dabei sei erneut eine Beitragserhöhung eingeplant worden, die es bisher nicht gebe.

ARD und ZDF haben Ende 2024 Verfassungsbeschwerden eingereicht, weil die Bundesländer die von der Finanzkommission KEF im Februar 2024 vorgeschlagene Anhebung des Rundfunkbeitrags auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 nicht umgesetzt hatten. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts dazu wird in diesem Jahr erwartet.

Der Ende 2026 noch vorhandene Finanzmittelbestand werde nicht bis 2029 ausreichen, sagte der stellvertretende Verwaltungsdirektor. Daher sei es nötig, gegenzusteuern. Entsprechende Maßnahmen würden mit dem Wirtschaftsplan 2027 im Herbst vorgestellt, kündigte Wieland an. BR-Intendantin Katja Wildermuth sagte in der Rundfunkratssitzung, sie werde, wenn es Klarheit durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gebe, einen Plan vorlegen, in dem "auch Worst-Case-Szenarien abgebildet sind". Es werde weitere Programmentscheidungen geben müssen. Diese seien jedoch nicht allein der Finanzlage geschuldet, sondern auch der Transformation des Portfolios, um mehr Angebote für unter 50-Jährige anzubieten.

Stellenabbau in der Programmdirektion Information

Der BR hatte im März 2025 angekündigt, dass er in der Programmdirektion Information bis Ende des Jahres Stellen im Umfang von 50 Vollzeitäquivalenten abbauen wolle. Ein BR-Sprecher sagte dem epd, diese Reduzierung sei bei den fest freien Arbeitsverhältnissen vorgenommen worden. Laut Geschäftsbericht stieg die Zahl der Planstellen im Programmbereich Information von 437 im Jahr 2024 auf 444. Besetzt waren aber nur 422 Stellen, genauso viele wie im Vorjahr.

Insgesamt baute der BR laut Geschäftsbericht im Vergleich zum Vorjahr 20 Planstellen und zehn Gagen-Arbeitnehmerstellen ab. Der Sender gab die Zahl der Planstellen mit 3.257 an, davon waren 3.072 besetzt, das entsprach 2.929 Vollzeitäquivalenten, 19 weniger als im Vorjahr.

Wildermuth erhielt 340.000 Euro

Das Gehalt von Intendantin Wildermuth blieb 2025 mit 340.267 Euro gegenüber dem Vorjahr unverändert, wie aus dem BR-Geschäftsbericht 2025 hervorgeht. Albrecht Frenzel, Verwaltungsdirektor und Stellvertreter der Intendantin, erhielt 263.167 Euro (inklusive Zulage für die Stellvertreterfunktion). Birgit Spanner-Ulmer, Direktorin Produktion und Technik, bekam 260.787 Euro (inklusive Ausgleichsbetrag anstelle einer betrieblichen Altersversorgung). Thomas Hinrichs, Programmdirektor Information, erhielt 249.967 Euro, die Juristische Direktorin Eva Majuntke 235.243 Euro. Auch diese Direktorengehälter blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das Gehalt von Björn Wilhelm, Programmdirektor Kultur, wurde von 222.294 auf 235.243 Euro erhöht.

Die Spitzenmanager des BR erhielten zusätzlich Sachbezüge (geldwerter Vorteil des privat zu versteuernden Dienstwagens oder der Bahncard). Sie beliefen sich im Wesentlichen auf Beträge zwischen 6.219 und 7.807 Euro. Bei Spanner-Ulmer waren es 33.464 Euro. Die Produktions- und Technikdirektorin erhielt als einzige eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 5.520 Euro. Zwei Direktoren bekamen 2025 außerdem Bezüge für Tätigkeiten bei BR-Tochterfirmen oder -Beteiligungen: Bei Albrecht Frenzel waren es 5.000 Euro, bei Björn Wilhelm 3.781 Euro.

vnn



Zuerst veröffentlicht 07.08.2026 11:30 Letzte Änderung: 07.08.2026 12:55

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, BR, vnn, NEU

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