DuMont schließt Rheinische Redaktionsgemeinschaft - epd medien

13.08.2026 15:52

Die Rheinische Redaktionsgemeinschaft, die die Regionalteile von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Kölnischer Rundschau" für das Kölner Umland produziert, wird zum 30. September geschlossen. DuMont setzt künftig auf digitale Regio-Teams und KI.

Neven DuMont Haus in der Amsterdamer Straße in Köln-Niehl

Köln (epd). Die Kölner Stadt-Anzeiger Medien stellt die Produktion der Regionalteile ihrer Regionalzeitungen auf einen durchgängig digitalen Prozess um. Inhalte würden künftig von digitalen Regio-Teams kanalübergreifend erstellt und danach für neue journalistische Apps und Portale sowie das E-Paper und die gedruckte Zeitung aufbereitet, kündigte das DuMont-Tochterunternehmen am Donnerstag in Köln an. Damit entfielen die Aufgaben der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG), die bislang als eigenständiger Dienstleister die Regionalteile von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Kölnischer Rundschau" rund um Köln produziert.

Die Tätigkeit der RRG ende zum 30. September, betroffen seien 57 Vollzeitstellen. In Gesprächen mit dem Betriebsrat sollten "faire und sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Beschäftigten" gefunden werden, versicherte das Unternehmen. Neu zugeschnittene offene Stellen würden zunächst intern ausgeschrieben. Die Tageszeitungen sollten weiterhin im bisherigen Umfang erscheinen, mit eigenen Lokalteilen und unveränderter Zustellung, hieß es.

Sinkende Zeitungsauflagen

Grund für die Neuaufstellung seien die seit Jahren sinkenden Zeitungsauflagen, erklärte CEO Oliver Eckert. "Wir müssen unsere Strukturen dort anpassen, wo der Markt schrumpft, und zugleich in die digitalen Bereiche investieren, wo er wächst." Dabei setze der Medienkonzern vor allem auf neue Technologien wie KI. "Wir automatisieren Produktionsschritte, nicht den Journalismus", betonte Chefredakteur Gerald Selch. "KI kann etwa Ratsunterlagen aus allen Kommunen der Region auswerten und unseren Reporterinnen und Reportern helfen, relevante Zusammenhänge schneller zu erkennen."

Die DuMont-Gruppe hatte im Frühjahr mitgeteilt, dass sie Herausgeberin der "Kölnischen Rundschau" wird. Der Heinen-Verlag stelle die Herausgeberschaft und seine redaktionelle Tätigkeit für die Tageszeitung ein. Die Marke "Kölnische Rundschau" bleibe bestehen, es werde weiterhin die Zeitung und das digitale Angebot geben. Das Unternehmen dementierte damals Informationen, wonach 50 Medienschaffenden gekündigt werde.

Kritik von DJV und dju an "Kahlschlag"

Scharfe Kritik an der Schließung der RRG kam nun von den Journalistengewerkschaften DJV und dju in NRW. Sie sehen die journalistische Qualität in Gefahr. Die Landesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes in NRW, Andrea Hansen, sprach von einem "schwarzen Tag für den Lokaljournalismus". Auf Kosten von gutem Journalismus solle durch Automatisierung Geld gespart werden.

Die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Danica Bensmail, kritisierte einen "Kahlschlag" der Regionalredaktionen von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Kölnischer Rundschau".

lwd/rid



Zuerst veröffentlicht 13.08.2026 17:52 Letzte Änderung: 14.08.2026 10:51

Schlagworte: Medien, Presse, Unternehmen, NEU

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