Fake-News-Videos auch mit MDR-Logo im Umlauf - epd medien

14.08.2026 09:32

Neben Medien wie "Stern", "Spiegel TV" oder "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ist nun auch der MDR betroffen: Fake-Videos der mutmaßlich russischen "Matrjoschka"-Desinformationskampagne nutzen das Logo der Rundfunkanstalt.

MDR-Fernsehzentrale in Leipzig

Leipzig (epd). Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist nach eigenen Angaben von der als "Matrjoschka" bekannten ausländischen Desinformationskampagne betroffen. Bei einer Eigenrecherche seien im einen Datensatz auch Fake-Videos mit einem offiziellen MDR-Logo gefunden worden, teilte die Rundfunkanstalt am Donnerstagabend in Leipzig mit. In den gefälschten Videos würden unter anderem Kommunal- und Landespolitikern frei erfundene Straftaten vorgeworfen.

Der MDR bezieht sich auf einen Datensatz des anonymen russischen Kollektivs "Antibot4Navalny", der seit dem 24. Juli insgesamt 338 Posts umfasse und dem Sender vorliege. In mehreren Fällen sei dabei der MDR als Absender missbraucht worden. Die betroffenen Posts seien Sicherheitsbehörden zufolge der "Matrjoschka"-Kampagne zuzurechnen.

Beeinflussung der öffentlichen Meinungsbildung

Die nach Einschätzung von Experten mutmaßlich aus Russland gesteuerte Desinformationskampagne, von der auch Medien wie "Stern", "Spiegel TV" oder "Frankfurter Allgemeine Zeitung" betroffen sind, soll laut Sicherheitsbehörden unter anderem darauf abzielen, die öffentliche Meinungsbildung vor den Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen zu manipulieren.

Laut MDR zielen 107 der häufig KI-generierten 338 Posts aus dem Datensatz darauf, eine gesellschaftliche Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland zu verstärken. In mehr als einem Viertel aller Beiträge würden Falschbehauptungen über die CDU oder ihre Politiker aufgestellt. 65 der registrierten Posts zielten auf die Grünen, gefolgt von der SPD mit 41 Posts. Mit rund einem Dutzend Beiträgen treffe es die FDP und damit eine Partei, die im Osten derzeit kaum eine Rolle spielt. Drei Beiträge widmeten sich der CSU. AfD und BSW seien nicht betroffen.

"Die Fälschung journalistischer Marken und die Verbreitung von Desinformation sind Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien", warnte MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann. Auch die Deutsche Welle (DW) hatte kürzlich in einem Faktencheck auf Fake-Videos der "Matrjoschka"-Kampagne hingewiesen.

nbl



Zuerst veröffentlicht 14.08.2026 11:32

Schlagworte: Medien, Rundfunk, MDR, Fake News

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