ESC kann künftig nicht mehr in Konfliktländern stattfinden - epd medien

14.08.2026 10:22

Die Europäische Rundfunkunion hat aus den Diskussionen der vergangenen Jahre Konsequenzen gezogen: In ihrem Regelwerk für den Eurovision Song Contest schließt sie nun aus, dass der Wettbewerb in Ländern stattfindet, die an bewaffneten Konflikten beteiligt sind.

Logo des ESC

Genf (epd). Der Eurovision Song Contest (EBU) kann künftig nicht mehr in Konfliktländern ausgetragen werden. "Die Wettbewerbsregeln sehen nun vor, dass der siegreiche Sender automatisch von der Ausrichtung des Wettbewerbs ausgeschlossen wird, wenn ein bewaffneter Konflikt, eine heikle geopolitische Lage oder eine andere Situation die Sicherheit oder Stabilität seines Staates oder der unmittelbaren Region erheblich beeinträchtigt", teilte die Europäische Rundfunkunion am 12. August in Genf mit.

Die neuen Regeln seien im Anschluss an die jährliche Überprüfung des ESC beschlossen worden. Falls erforderlich, könne die EBU in Zukunft "eine unabhängige Sicherheitsbewertung der Region des Gewinners in Auftrag geben", hieß es. Werde der siegreiche Mitgliedssender als nicht ausrichtungsfähig eingestuft, benenne die EBU einen alternativen Ausrichter.

Organisation in eigenem Namen

Der benannte Ausrichter übernehme "alle Rechte, Pflichten und Haftungen im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Wettbewerbs, einschließlich der Verantwortung für die Organisation, Produktion und Durchführung der Veranstaltung". Der Gastgeber-Sender organisiere den Wettbewerb in eigenem Namen und sei nicht verpflichtet, die Veranstaltung im Auftrag eines anderen Mitglieds auszurichten, betonte die EBU.

In der Mitteilung werden keine Ländernamen genannt. Im Vorfeld des Wettbewerbs in diesem Jahr war allerdings ein möglicher Sieg Israels kontrovers diskutiert worden. Wegen der Teilnahme des Staates waren im Mai fünf bisherige Teilnehmerländer dem ESC ferngeblieben, darunter Spanien und die Niederlande. Sie verwiesen auf eine anhaltend schwierige Lage in Gaza. Aktuell ist Israel auch am Iran-Konflikt beteiligt.

ESC 2027 in Burgas

Israel belegte beim ESC in Wien in diesem Jahr den zweiten Platz. Die Bulgarin Dara gewann das Publikums- und Juryvoting und überholte am Ende noch Noam Bettan aus Israel mit 173 Punkten Abstand.

Wie die EBU und der öffentlich-rechtliche bulgarische Rundfunk BNT am 13. August bekanntgaben, wurde Burgas als Austragungsort für den 71. Eurovision Song Contest ausgewählt. Das Finale in der Schwarzmeerstadt, die rund 190.000 Einwohner hat, findet am 15. Mai 2027 statt.

Mindestalter auf 18 Jahre hochgesetzt

Die EBU beschloss zudem einige weitere Regeländerungen für den Wettbewerb. Ab 2027 müssen demnach alle Künstlerinnen und Künstler am Tag ihrer ersten Probe mindestens 18 Jahre alt sein statt wie bisher 16. Diese Änderung setze die Bemühungen fort, "den Schutz jüngerer Künstler zu stärken und sie vor dem Druck zu bewahren, der mit der Teilnahme am Eurovision Song Contest verbunden ist", hieß es.

ESC-Direktor Martin Green erklärte, die jährliche Überprüfung der Regeln sei ein wichtiger Bestandteil, um sicherzustellen, dass der Wettbewerb für alle Beteiligten "fair, transparent und konsistent" bleibe. Wie immer habe man sich am Feedback der EBU-Mitglieder orientiert. Die beschlossenen Änderungen zielten darauf ab, "allen Beteiligten mehr Klarheit zu verschaffen, die Künstler zu schützen und sicherzustellen, dass der Wettbewerb weiterhin ein sicheres und einladendes Umfeld bietet, während gleichzeitig der Geist und die Integrität bewahrt werden, die den Eurovision Song Contest so besonders machen".

rid



Zuerst veröffentlicht 14.08.2026 12:22

Schlagworte: Medien

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