Sicherheitsbehörden: Schaden durch gefälschte Medien-Inhalte begrenzt - epd medien

09.09.2026 07:37

Immer wieder tauchen im Netz Fake News mit gefälschten Medien-Logos auf. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und das Bundesinnenministerium halten die russische Desinformationskampagne für weitgehend wirkungslos.

Banner des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik

Bonn/Berlin (epd). Nach Einschätzung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Bundesinnenministeriums ist der Schaden durch gefälschte Medien-Inhalte im Rahmen der russischen "Matrjoschka"-Desinformationskampagne überschaubar. "Oft ist die Schadenswirkung als eher begrenzt einzuschätzen", sagte eine BSI-Sprecherin dem epd in Bonn. In den vergangenen Monaten tauchten in sozialen Netzwerken wiederholt Fake News im Namen etablierter Medien wie "Stern", "Spiegel TV" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auf.

Die Kampagne verbreite Desinformation insbesondere in Form manipulierter Medien-Inhalte wie Bilder, Videos und Texte über gefälschte Accounts in sozialen Medien. "Grundsätzlich muss die Absicht einer illegitimen Einflussnahme seitens der dahinter steckenden Akteure ernst genommen werden. Dennoch müssen stets im Einzelfall Glaubwürdigkeit und Reichweite der jeweiligen Meldungen bewertet werden", sagte die Sprecherin.

Viele Interaktionen direkt nach Veröffentlichung

Das Bundesinnenministerium teilte dem epd mit, die von "Matrjoschka" veröffentlichten Meldungen verzeichneten "häufig unmittelbar nach Veröffentlichung sehr viele Interaktionen, die jedoch künstlich in die Höhe getrieben" wirkten. In der Folge gebe es dann kaum noch Interaktionen. "Das deutet darauf hin, dass sie nur von sehr wenigen Nutzern überhaupt wahrgenommen werden", erklärte ein Sprecher. Daher müsse sorgsam abgewogen werden, ob ein Aufgreifen, zum Beispiel durch seriöse Medien, nicht ungewollt die Reichweite der Nachrichten über Gebühr vergrößere. "Perspektivisch gilt es vor allem, die Resilienz der Bevölkerung gegenüber gefälschten Meldungen zu stärken."

Mit der "Matrjoschka"-Kampagne zielt Russland nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden unter anderem darauf ab, die öffentliche Meinungsbildung zu den Wahlen im Herbst zu manipulieren. Nach den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag in Sachsen-Anhalt stehen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen weitere Abstimmungen an.

Der Medienrechtler Frederik Ferreau forderte kürzlich im Gespräch mit dem epd strengere Löschpflichten für Online-Plattformen mit Blick auf den Missbrauch von Medien-Marken. Es sei bei diesem Thema durchaus denkbar, auf nationalstaatlicher Ebene eine Regelung zu erlassen.

nbl



Zuerst veröffentlicht 09.09.2026 09:37 Letzte Änderung: 09.09.2026 10:13

Schlagworte: Medien, Internet, Russland, NEU

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