Zahlreiche Eingaben beim ZDF-Fernsehrat zu "logo!" mit AfD-Kandidat - epd medien

09.09.2026 08:15

Der Fernsehrat des ZDF hat binnen weniger Tage eine "niedrige dreistellige Zahl" an Zuschriften zur "logo!"-Sendung mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erhalten.

"logo"-Moderator Sherif Rizkallah (r.), neben ihm Fotos von Sven Schulze (CDU, l.) und Ulrich Siegmund (AfD)

Mainz (epd). Zur Ausgabe der "logo!"-Kindernachrichten mit einem Interview mit dem sachsen-anhaltischen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund sind innerhalb von fünf Tagen mehr als 100 Eingaben beim ZDF-Fernsehrat eingegangen. Es habe eine "niedrige dreistellige Zahl an Zuschriften" gegeben, teilte das Büro des Aufsichtsgremiums dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage in Mainz mit. "Genaue Zahlen können wir nicht angeben, weil diese sich noch ändern können."

Die Eingaben zur "logo!"-Sendung des Kinderkanals von ARD und ZDF (KiKa) vom 3. September kritisierten "überwiegend das Interview mit Herrn Siegmund in einer Kindersendung", erklärte das Gremienbüro weiter. Neben Debatten in sozialen Netzwerken hatte nach der Ausstrahlung auch das Internationale Auschwitz Komitee den Auftritt des AfD-Spitzenkandidaten verurteilt.

ZDF verwies auf öffentlich-rechtlichen Auftrag

Das ZDF hatte die Sendung dagegen verteidigt und unter anderem auf die politische Realität und den öffentlich-rechtlichen Auftrag von "logo!" erwiesen, Kindern Orientierung in gesellschaftlich aktuellen und relevanten Themen zu geben.

In der Sendung hatte die ehemalige Landesschülersprecherin in Sachsen-Anhalt, Lucienne Balke, neben Siegmund auch den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) interviewt. Die Antworten der beiden Politiker auf weitgehend gleichlautende Fragen hatte die Redaktion in einem Beitrag gegeneinander geschnitten.

Fernsehrat prüft Zuschriften

In der Abmoderation des Beitrags verwies "logo!"-Moderator Sherif Rizkallah darauf, dass die AfD "sehr umstritten" sei und erwähnte die Einstufung des Landesverbandes durch den Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem". Im Internet veröffentlichte "Logo!" auch das gesamte etwa halbstündige Interview mit Siegmund.

Der ZDF-Fernsehrat prüft zunächst, ob eine Eingabe die formalen Voraussetzungen für eine Programmbeschwerde erfüllt. Der ZDF-Intendant antwortet dann auf die angenommene Beschwerde schriftlich innerhalb eines Monats. Beschwerdeführer können im Anschluss den Fernsehrat einschalten, der dann prüft, ob ein Verstoß gegen Programmgrundsätze vorliegt.

infobox: Kommentar von Ellen Nebel zum Thema

nbl



Zuerst veröffentlicht 09.09.2026 10:15 Letzte Änderung: 09.09.2026 10:53

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