23.09.2026 09:59
Bremen (epd). Radio Bremen hat das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 5,7 Millionen Euro abgeschlossen, doch die Finanzlage des Senders bleibt angespannt. Der handelsrechtliche Überschuss sei durch einen einmaligen Sondereffekt zustande gekommen, erklärte der Vorsitzende des Rundfunkrats von Radio Bremen, Klaus Sondergeld am 10. September nach der Sitzung des Gremiums. Der Sender habe Rückstellungen in Höhe von 4,8 Millionen Euro für künftige Rentenzahlungen aufgelöst. Dadurch habe es aber "keinen Zuwachs an liquiden Mitteln" gegeben. Der Rundfunkrat hatte zuvor den Jahresabschluss genehmigt.
Wie aus dem veröffentlichten Jahresabschluss hervorgeht, hatte Radio Bremen im Jahr 2025 Einnahmen in Höhe von insgesamt 124,8 Millionen Euro, inklusive Beteiligungs- und Finanzerträge. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag, dem ARD-Finanzausgleich und der ARD-Strukturhilfe beliefen sich zusammen auf 101,6 Millionen Euro.
Radio Bremen teilte mit, da die Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2025 ausgeblieben sei, sei "eine strukturelle Finanzierungslücke von jährlich 3,4 Millionen Euro" entstanden. Im vergangenen Jahr sei darauf mit Sperrung von Mitteln im Personalbereich "sowie Kürzungen bei Programm und Strukturen" reagiert worden. So sei beispielsweise auf eine "Tatort"-Produktion verzichtet worden. Auch seien Investitionen verschoben worden.
Der Sender hatte in seiner Finanzplanung für das vergangene Jahr den von der Finanzkommission KEF empfohlenen Rundfunkbeitrag in Höhe von 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 zugrunde gelegt. Doch die Länder setzten die vorgeschlagene Beitragsanhebung um 58 Cent nicht um, daher liegt die Beitragshöhe unverändert bei 18,36 Euro. ARD und ZDF reichten dagegen Verfassungsbeschwerden ein, dazu wird in den kommenden Monaten ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts erwartet.
Radio Bremen und der Saarländische Rundfunk (SR) sind die kleinsten Sender der ARD. Beide können ihren Finanzbedarf nicht aus dem jeweiligen Rundfunkbeitragsaufkommen decken und erhalten Ausgleichszahlungen von den übrigen sieben ARD-Landesrundfunkanstalten. Radio Bremen erhielt im vergangenen Jahr weitere Erträge unter anderem aus Kostenerstattungen der Werbegesellschaften für das ARD-Werberahmenprogramm (3,6 Millionen Euro). Übrige Umsatzerlöse beliefen sich auf 6,8 Millionen Euro, sonstige betriebliche Erträge auf 6,1 Millionen Euro. Die Erträge aus Beteiligungen wurden mit 1,4 Millionen Euro angegeben, die Zins- und Wertpapiererträge beliefen sich zusammen auf 1,5 Millionen Euro.
Die Ausgaben von Radio Bremen beliefen sich im vergangenen Jahr laut Jahresabschluss auf insgesamt 119,1 Millionen Euro. Mit 65,5 Millionen Euro fielen die Aufwendungen für Materialaufwand am höchsten aus. Darin enthalten sind Kosten, die für die Produktion und Verbreitung der Programmangebote von Radio Bremen entstehen. Der Personalaufwand belief sich inklusive Sozialkosten und Altersversorgung auf rund 27 Millionen Euro. Hinzu kamen sonstige betriebliche Aufwendungen, die 19,6 Millionen Euro ausmachten.
Die Intendantin von Radio Bremen, Yvette Gerner, erklärte anlässlich der Genehmigung des Jahresabschlusses, das positive Ergebnis für 2025 sei "ein wichtiger Schritt" mit Blick auf die aktuelle vierjährige Beitragsperiode. Es erlaube Radio Bremen in medienpolitisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten, notwendige Investitionen zu tätigen. So müsse das Studio der Regionalsendung "Buten un binnen" erneuert werden. Gerner verwies darauf, dass Radio Bremen mit Ablauf der Beitragsperiode Ende 2028 eine schwarze Null erreichen müsse.
Das Regionalmagazin "Buten un binnen" belegte nach Angaben von Radio Bremen mit einem Marktanteil von 39,8 Prozent im Land Bremen erneut den Spitzenplatz bei den Regionalmagazinen der ARD-Sender. Der von Radio Bremen produzierte Podcast "Kein Mucks!" mit Bastian Pastewka sei mit 8,1 Millionen Wiedergaben im vergangenen Jahr die erfolgreichste Sendereihe in der ARD-Audiothek gewesen.
vnn/dir
Zuerst veröffentlicht 23.09.2026 11:59
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, Radio Bremen, Jahresabschluss, vnn
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