SR schließt Geschäftsjahr 2025 mit Minus von 4,5 Millionen Euro ab - epd medien

28.09.2026 15:29

Der Stillstand beim Rundfunkbeitrag wirkt sich auf die Finanzen des Saarländischen Rundfunks aus. Das Jahr 2025 schließt der Sender mit einem Minus ab. Der Rundfunkrat setzt auf eine Beitragserhöhung.

Saarbrücken (epd). Der Saarländische Rundfunk (SR) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit von 4,5 Millionen Euro abgeschlossen. Der Rundfunkrat genehmigte den Jahresabschluss am Montag in Saarbrücken einstimmig. "Wir als SR sind in einer sehr angespannten Haushaltslage im Moment", sagte Verwaltungs- und Betriebsdirektor Martin Stephan. Im Dezember stehe der Wirtschaftsplan 2027 an und "wir hoffen inständig, dass wir bis dahin ein Signal aus Karlsruhe haben". Dort wird zurzeit über den Rundfunkbeitrag verhandelt.

Das sogenannte Liquiditätsdefizit entspreche in etwa der Ertragslücke aus der nicht umgesetzten Beitragsempfehlung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), erklärte der SR. Die von der KEF 2024 empfohlene Anhebung des Rundfunkbeitrags um 58 Cent war zum 1. Januar 2025 nicht in Kraft getreten.

SR-Rücklagen "schwinden rasend schnell"

Da die Bundesländer die Empfehlung der KEF nicht umsetzten, blieb der Rundfunkbeitrag bei 18,36 Euro. Die ARD-Anstalten und das ZDF hatten Ende 2024 beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt, um eine Anpassung des Rundfunkbeitrags durchzusetzen. Eine Entscheidung dazu wird in diesem Jahr erwartet.

Zur Stabilisierung der Finanzsituation habe der SR-Rundfunkrat 2024 ein "sehr umfangreiches Struktur- und Maßnahmenpaket" verabschiedet, das 22 Millionen Euro einspare, erläuterte Stephan, der zurzeit auch stellvertretender Intendant ist. Die Annahme sei dabei gewesen, dass das Verfahren zur Finanzierung des Rundfunks funktioniere. "Wir haben im Moment Substanzabbau", sagte er. "Wir gehen davon aus, dass auch der Jahresabschluss 2026 ein deutliches Defizit haben wird." Der SR habe zwar Rücklagen aufgebaut, aber diese "schwinden rasend schnell".

Investitionen können nicht dauerhaft aufgeschoben werden

Die Verwaltungsratsvorsitzende Elke Ferner betonte, dass der Beitrag irgendwann kommen müsse. Zurzeit müssten Wirtschaftspläne aufgestellt werden, ohne zu wissen, "was überhaupt in die Kasse reinkommt". Das sei bisher aufgrund von Haushaltssperren gelungen. Der Verzicht auf Investitionen habe zwar Zeit erkauft, sie könnten aber nicht ewig aufgeschoben werden. Als Beispiel nannte Ferner den Brandschutz, der im kommenden Jahr anstehe.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lwd



Zuerst veröffentlicht 28.09.2026 17:29

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, #sagsmir

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