MDR-Intendant: Stimmung im Sender seit Landtagswahl "gedrückt" - epd medien

30.09.2026 15:58

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat im Wahlkampf mit einer Kündigung des Medienstaatsvertrags geworben. Der MDR bereitet sich nach Worten seines Intendanten darauf vor, dass sie letztlich durchsetzt, was sie angekündigt hat.

Berlin (epd). Der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt wirkt sich nach Worten von MDR-Intendant Ralf Ludwig auf die Redaktionen des Senders aus. "Die Stimmung ist schon gedrückt an dieser Stelle", sagte Ludwig am Mittwoch bei der Medienpolitischen Tagung der Gewerkschaften DGB und ver.di in Berlin. Die Geschäftsleitung habe "alle Hände voll zu tun, die Moral so aufrechtzuerhalten, dass wir gutes Programm machen können", ergänzte er.

Die AfD hatte in ihrem Wahlprogramm für die Landtagswahl eine Kündigung des Medienstaatsvertrages, die Grundlage für die Finanzierung des MDR in dem Bundesland, angekündigt. Aus der Wahl am 6. September ging die AfD als stärkste Kraft hervor, für eine Mehrheit im Parlament braucht sie aber Unterstützung aus anderen Parteien. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte wiederholt bekräftigt, dass eine Aufkündigung des Medienstaatsvertrags zu den ersten Vorhaben einer AfD-geführten Landesregierung gehören würde.

Sender-Chef: Bereiten uns auf Szenarien vor

Intendant Ludwig sagte: "Wir bereiten uns auf diese Szenerien, die sich abspielen könnten, vor." Was die AfD im Wahlprogramm angekündigt habe, müsse man ernst nehmen. Sein Sender werde "auf alles eine Antwort" haben, sagte Ludwig, ohne auszuführen, wie die aussehen könnte.

Der Intendant der Drei-Länder-Anstalt, die auch Sachsen und Thüringen umfasst, sagte, dass die Partei "die Axt an einen Grundpfeiler der Demokratie" anlegen wolle, hätte bei Wählerinnen und Wählern die Alarmglocken schrillen lassen müssen. Es habe sie aber nicht davon abgehalten, der Partei zu dem Wahlergebnis zu verhelfen.

Ludwig äußerte die Vermutung, dass vielen nicht bewusst sei, was es heiße, wenn die Verträge gekündigt werden. Deswegen habe sich der Sender entschieden, selbst aufzuzeigen, was es bedeute, "wenn es den MDR nicht mehr gäbe". Der Intendant verteidigte in dem Zusammenhang auch die Aktion, bei der auf den Kanälen des MDR Ende August für einen kurzen Moment nichts zu lesen, hören oder sehen war.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

co



Zuerst veröffentlicht 30.09.2026 17:58

Schlagworte: Medien, Medienpolitik, #sagsmir

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