NRWision stellt zum Jahresende den Betrieb ein - epd medien

08.10.2026 10:21

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen wird die Bürgermedienplattform NRWision ab Ende des Jahres nicht mehr finanziell fördern. NRWision hatte in den vergangenen Monaten versucht, andere Kooperationspartner zu finden, muss jetzt aber den Betrieb einstellen.

NRWision produzierte auch Sendungen live mit Publikum

Dortmund (epd). Die Bürgermedienplattform NRWision stellt Ende 2026 den Betrieb ein. Nach der Entscheidung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), das Projekt über 2026 hinaus nicht mehr finanziell zu fördern, seien Bemühungen, andere Kooperationspartner zu finden, bisher erfolglos geblieben, teilte NRWision auf seiner Internetseite mit. Ziel sei es jetzt, die Plattform als Archiv zu erhalten, so dass die bisherigen Beiträge in der Mediathek weiterhin abrufbar blieben. Ab 1. Dezember sei ein Sonderprogramm mit einem Rückblick auf 17 Jahre NRWision geplan.

NRWision startete 2009 als "TV-Lernsender.NRW". Seit 2017 strahlt das am Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund angesiedelte Projekt nicht nur im Fernsehen und online Videobeiträge aus, sondern veröffentlicht auch Audiobeiträge in der gleichnamigen Mediathek. Projektleiter ist Michael Steinbrecher, Professor für Fernsehe- und Crossmedialen Journalismus an der TU Dortmund und Moderator der Sendung "Nachtcafé" beim SWR. Die TU Dortmund hatte im April mitgeteilt, NRWision sei "eine der erfolgreichsten Bürgermedienplattformen Deutschlands".

Kritik an Entscheidung der Medienanstalt

Die Landesanstalt für Medien hatte das Ende der Förderung damit begründet, dass das Landesmediengesetz keine institutionelle Dauerförderung einzelner Angebote vorsehe. Zudem hätten sich die Nutzungsgewohnheiten und Verbreitungswege für Medieninhalte deutlich verändert.

Der Landesverband der Bürgermedien NRW (LVBM) hatte das Ende der finanziellen Förderung im Juli kritisiert. Es handele sich um "einen kultur- und demokratiepolitischen Fehler von erheblicher Tragweite", schrieb der LVBM damals in einem offenen Brief. Die LfM habe ein Konzept entwickelt, das einen Youtube-Kanal für Bürgermedien vorsehe. Damit gerate die Bürgermedienarbeit in Nordrhein-Westfalen in die Abhängigkeit großer Tech-Plattformen in den USA. Ein Ausweichen auf Youtube sei jedoch für viele Institutionen, die Inhalte für NRWision produzierten, keine Option.

lwd/dir



Zuerst veröffentlicht 08.10.2026 12:21

Schlagworte: Medien, Internet, Fernsehen, NRW, Bürgermedien, lwd

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