09.10.2026 10:44
Bensheim (epd). Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zeichnet die Deutschlandfunk-Produktion "Gerechte Strafen - Coming of Age einer Republik" als Hörspiel des Monats November aus. Das Stück des Autoren- und Regieteams Hofmann&Lindholm verknüpfe Zeitgeschichte mit Erinnerungen und Beobachtungen und hinterfrage die "kollektiven Erinnerungen und traditionellen Narrative", lobte die Jury.
In dem Hörspiel erinnern sich Hannah Hofmann und Sven Lindholm an ihr Aufwachsen in der alten Bundesrepublik, an die Familie, die Nachbarschaft und Spiele mit Freunden. Immer wieder bricht die kleine und große Geschichte in ihr Leben ein: Kinder verschwinden im Wald, die Terroranschläge der Rote Armee Fraktion befeuern ihre Fantasie, die NS-Vergangenheit ist immer noch gegenwärtig. Historische Figuren treten auf, etwa der frühere RAF-Anwalt Horst Mahler, der später Mitglied der NPD wurde.
Ein bleibendes Erlebnis
Die Jury schreibt: "Das hochkomplexe Panorama entwickelt einen unglaublichen erzählerischen Sog und katapultiert uns beim Hören in das kalte Herz der bundesrepublikanischen Provinz." Das Hörspiel zeige eindrücklich, was Radiokunst könne: "Ein herausragendes Sprecherensemble, eine zugleich präzise wie aus dem Vollen schöpfende Klangkomposition und eine sensible dramaturgische Verdichtung machen das Hören zu einem bleibenden Erlebnis."
Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählt das Hörspiel des Monats unter allen Hörspielproduktionen des Jahrgangs aus. Eingereicht werden die Hörspiele von der ARD, von Deutschlandradio, vom SRF und vom ORF. Der Jury gehören in diesem Jahr die Schriftstellerin Olga Grjasnowa und die Musikerin Masha Qrella an. Gastgebender Sender ist Deutschlandradio.
dir
Zuerst veröffentlicht 09.10.2026 12:44
Schlagworte: Medien, Radio, Hörspiel, Auszeichnungen
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