Regierung beschließt Eckpunkte für mehr Kinderschutz im Netz - epd medien

14.10.2026 10:17

Für Kinder und Jugendliche gehören digitale Geräte und das Internet zum Alltag. Damit sie dort sicherer unterwegs sein können, will die Regierung eine Reihe von Maßnahmen anstoßen.

Bundesfamilienministerin Karin Prien (Mitte) bei der Übergabe der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt im Juni in Berlin (links: Nadine Schön, Vorsitzende der Expertenkommission, rechts: Olaf Köller, Vorsitzender der Kommission)

Berlin (epd). Von einer Altersgrenze für Social Media bis zum "KI-Seepferdchen": Die Bundesregierung will mit einem Bündel an Maßnahmen für besseren Kinder- und Jugendmedienschutz im Internet sorgen. Das Kabinett beschloss dazu am Mittwoch ein Eckpunktepapier, das sowohl Pläne für die Gesetzgebung als auch verschiedene organisatorische Schritte umfasst. Es gehe darum, dass junge Menschen "auch in der digitalen Welt sicher und selbstbestimmt aufwachsen können", erklärte Familienministerin Karin Prien (CDU).

Demnach will sich die Regierung auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass Kinder unter 13 Jahren grundsätzlich keinen Zugang zu sozialen Netzwerken haben. Solange das nicht umgesetzt ist, "wird die Bundesregierung eine nationale Übergangsregelung schaffen", heißt es in den Eckpunkten. Neben dem Verbot für Kinder unter 13 soll es "abgestufte Beschränkungen" für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren geben.

Außerdem will sich die Bundesregierung für ein Verbot suchtfördernder Designs bei digitalen Angeboten einsetzen. Dies umfasse, dass algorithmische Empfehlungssysteme standardmäßig deaktiviert sein müssen, heißt es in dem Eckpunkte-Papier.

"KI-Seepferdchen" für Kinder

Eine bundesweite "Informations- und Sensibilisierungskampagne" soll zudem die Gefahren digitaler Medien aufzeigen und Unterstützungsangebote verbreiten. Die Förderung von Medienkomptenz soll integraler Bestandteil der Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit werden. Es bleibe aber Aufgabe der Eltern, die Mediennutzung ihrer Kinder ergänzend zu beaufsichtigen.

Zuerst würden Eltern von Kindern im Vorschulalter angesprochen, erklärte das Ministerium. Die Kampagne solle noch vor Jahresende starten. Für Grundschulkinder soll außerdem ein deutschlandweit einheitliches Schulungsangebot zu Künstlicher Intelligenz (KI) geschaffen werden. Das "KI-Seepferdchen" solle Kinder befähigen, "mit KI umzugehen, Anwendungen zu erkennen und reflektiert einschätzen zu können".

Zuverlässige Altersverifikation

Ab 2027 will die Bundesregierung mit der Umsetzung des European Digital Identity Wallet (sogenannte digitale Brieftasche) eine zuverlässige Möglichkeit der Altersverifikation auf digitalen Plattformen schaffen.

Insgesamt umfasst das Eckpunktepapier zwölf Einzelvorhaben. Die meisten sind nicht mit einem konkreten Zeitplan versehen. Die Grundlage für die Eckpunkte lieferte der im September veröffentlichte Abschlussbericht der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt".

cne/dir



Zuerst veröffentlicht 14.10.2026 12:17 Letzte Änderung: 14.10.2026 13:32

Schlagworte: Medien, Internet, Jugendmedienschutz, Kinder, Jugend, Bundesregierung, NEU

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