22.10.2026 14:17
Saarbrücken (epd). Der Medienrat der Landesmedienanstalt Saarland (LMS) wählt am Montag in einer Sondersitzung die Nachfolgerin oder den Nachfolger von Direktorin Ruth Meyer. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber sowie ihre Namen würden erst in der öffentlichen Sitzung bekannt gegeben, teilte eine Sprecherin der LMS dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag mit. Meyer konnte sich aufgrund einer Gesetzesänderung nicht für eine Wiederwahl bewerben.
Der saarländische Landtag, in dem die SPD die Mehrheit hat, hatte im Mai Änderungen im Saarländischen Medienrecht beschlossen. Seitdem muss die Direktorin oder der Direktor der Landesmedienanstalt die Befähigung zum Richteramt und Kenntnisse im Medienrecht haben. Die seit 2020 amtierende Chefin und frühere CDU-Politikerin Meyer ist keine Juristin.
Bereits 2023 hatte die SPD-Alleinregierung eine erste Änderung für die Wahl des Direktors oder der Direktorin beschlossen. Wählte zuvor der Landtag die Leitung der LMS, macht dies nun zum ersten Mal der Medienrat.
Rund um die Wahl Meyers während der Zeit der schwarz-roten Koalition im kleinsten Flächenbundesland hatte es 2020 eine Debatte um das Prozedere gegeben. So hatte etwa der Medienrechtler Dieter Dörr in einem Gutachten geschrieben, dass das Gebot der Staatsferne ausschließe, dass der Staat bei der Auswahl der Direktorin oder des Direktors einer Landesmedienanstalt maßgeblichen Einfluss besitze.
Die Direktorenstelle war im Juni dieses Jahres ausgeschrieben worden. Zu den Aufgaben der jeweiligen Person gehören unter anderem die Führung der laufenden Geschäfte, die Vorbereitung des Wirtschaftsplans und des Jahresabschlusses sowie die gesetzliche Vertretung der LMS.
lwd
Zuerst veröffentlicht 22.10.2026 16:17
Schlagworte: Medien, Personalien, #sagsmir
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