02.11.2026 10:12
Berlin (epd). Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf die Liste der weltweit größten "Feindinnen und Feinde der Pressefreiheit" gesetzt. "Die USA unter Donald Trump zeigen, wie schnell sich die Lage der Pressefreiheit verschlechtern kann, wenn politische Macht dazu eingesetzt wird, unliebsame Medien einzuschüchtern und ihre Arbeit zu behindern", erklärte RSF am Montag anlässlich des Internationalen Tags zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten am 2. November.
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit habe der US-Präsident seine Angriffe auf die Presse massiv ausgeweitet, so die Organisation. Die USA belegen in der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen inzwischen Platz 64 von 180 Ländern.
Mit der sogenannten Feindesliste stellt RSF exemplarisch Akteure vor, die die Pressefreiheit nach ihrer Einschätzung gezielt und massiv untergraben. Aktuell führt die Organisation 33 Namen auf.
Neu hinzu kam auch Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Dieser habe allein in den vergangenen Wochen Journalisten des Faktencheck-Portals "Matsadaash" inhaftieren und die unabhängige Nachrichtenseite "Mada Masr" schließen lassen, erklärte RSF.
Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew lasse mittels missbräuchlicher Gerichtsverfahren lasse Berufsverbote gegen Journalisten erteilen. In Burkina Faso organisiere das Bataillon d’intervention rapide de la communication (BIR-C) koordinierte Online-Angriffe und Einschüchterungskampagnen gegen Journalisten, die die Militärdiktatur unter Ibrahim Traoré kritisieren, teilte RSF weiter mit.
Überdies verschärfe die Macht großer Technologiekonzerne über digitale Märkte und Werbeeinnahmen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Medien. Die Technologiekonzerne Alphabet (Google, Youtube) und Meta (Facebook, Instagram, Threads, WhatsApp) schwächten die Medien finanziell. Der weltweite Werbemarkt habe 2026 ein Volumen von mehr als 1,3 Billionen US-Dollar (rund 1,4 Billionen Euro) erreicht, "aber nicht der Journalismus profitiert, sondern allen voran die Digitalkonzerne selbst".
Im Vergleich zum vergangenen Jahr gebe es auch positive Entwicklungen, teilte RSF mit. So könnten Ungarns ehemaliger Ministerpräsident Viktor Orban und Serbiens Ex-Präsident Aleksandar Vucic wegen ihrer Wahlniederlagen ihre pressefeindliche Politik nicht mehr fortsetzen.
ema/nbl
Zuerst veröffentlicht 02.11.2026 11:12 Letzte Änderung: 02.11.2026 11:45
Schlagworte: Medien, USA, Ägypten, Pressefreiheit, #sagsmir, NEU
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