Meta stoppt umstrittene Änderungen seiner Commercial Terms - epd medien

06.11.2026 11:01

Meta legt die geplanten Änderungen in seinen Commercial Terms vorerst auf Eis. Widerstand von Verlegerverbänden und die Einbindung der EU-Kommission zeigten offenbar Wirkung.

Logo des US-Konzerns Meta

Frankfurt a.M. (epd). Nach scharfer Kritik von Presseverlagen hat der US-Konzern Meta geplante Änderungen in seinen Commercial Terms auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Aktualisierung der Nutzungsbedingungen sei vorübergehend gestoppt, hieß es am Freitag im "Hilfebereich für Unternehmen" des Meta-Konzerns, zu dem unter anderem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören. "Wir besprechen uns weiterhin mit Stakeholdern", erklärte das Unternehmen.

International hatten zahlreiche Verlegerverbände Kritik an den von Meta ursprünglich zum 30. Oktober angekündigten Änderungen geübt, unter anderem in den USA, Brasilien, Schweden, Norwegen und Dänemark. Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Medienverband der freien Presse (MVFP) wandten sich Mitte Oktober an die EU-Kommission. Die Verbände kritisieren, dass Meta sich über die neuen Commercial Terms weitreichende Rechte zur automatisierten Erfassung und kommerziellen Nutzung von Inhalten verknüpfter Verlagswebsites einräumen wolle.

EU-Kommission lobte Gesprächsbereitschaft

BDZV und MVFP forderten die Europäische Kommission auf, die von Meta angekündigte Änderung unverzüglich zu prüfen und ihre Anwendung im Rahmen einstweiliger Maßnahmen gemäß Artikel 24 des Digital Markets Act (DMA) zu untersagen. Der Kommissionssprecher für Digitales, Thomas Regnier, hatte am vergangenen Dienstag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) die Gesprächsbereitschaft Metas zu dem Thema hervorgehoben. Die Kommission setze sich dafür ein, dass die Praktiken von Meta "in vollem Umfang allen geltenden Verpflichtungen nach EU-Recht, einschließlich des Wettbewerbsrechts und des Gesetzes über digitale Märkte, entsprechen", sagte er. Dazu stehe die Behörde mit dem Unternehmen in Kontakt.

Meta hatte ursprünglich angekündigt, dass die Änderungen am 30. Oktober dieses Jahres in Kraft treten sollten und den Termin dann auf den 20. November verschoben. BDZV und MVFP erklärten, bislang beziehe sich die für Meta eingeräumte Lizenz im Wesentlichen auf Inhalte, die Verlage selbst in Verbindung mit Meta-Produkten teilen, posten oder hochladen. Künftig wolle der Konzern "die vollständigen Websites und Archive der Verlage automatisiert erfassen, kopieren, abspeichern und für eigene, automatisierte sowie nicht-automatisierte kommerzielle Produkte auswerten". Damit mache Meta den Zugang zu seinen Plattformen von der kostenlosen Preisgabe des gesamten digitalen Verlagsprodukts abhängig.

Der CEO des Weltzeitungsverbands WAN-IFRA, Stig Kirk Orskov, sprach angesichts des Rückziehers von Meta von einem "bedeutenden Erfolg" für die Verlage. "Ich bin den Kollegen und Verbänden auf der ganzen Welt dankbar, deren Arbeit uns an diesen Punkt gebracht hat", schrieb er auf LinkedIn. "Wir begrüßen die Entscheidung von Meta und die Bereitschaft zum Dialog und freuen uns auf einen substanziellen Austausch."

nbl



Zuerst veröffentlicht 06.11.2026 12:01 Letzte Änderung: 06.11.2026 13:11

Schlagworte: Medien, Presse, Internet, #sagsmir, NEU

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