09.02.2026 13:12
Hannover (epd). Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) hat sich für klare Altersbegrenzungen bei sozialen Netzwerken ausgesprochen. "Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige wäre sinnvoll", sagte Philippi am Montag. Für eine entsprechende Regulierung ist in erster Linie die EU zuständig.
Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche die Video-Plattform Tiktok aufgefordert, ihr Angebot grundlegend zu überarbeiten. Die vom chinesischen Technologiekonzern Bytedance gegründete Social-Media-Plattform weise eine manipulative, Abhängigkeit fördernde Struktur und Gestaltung auf, hieß es. Damit verstoße Tiktok gegen die EU-Verordnung "Digital Services Act". Dem Konzern drohen Millionenstrafen.
Die Debatte um den ungesunden Medien- und Onlinekonsum von Kindern und Jugendlichen sei nicht neu, räumte der Minister ein. "Was aber neu ist, ist die Dimension, die mittlerweile erreicht ist." Die jüngsten Zahlen der Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigten, dass rund 96 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren täglich das Internet nutzten. Gleichzeitig sei die durchschnittliche wöchentliche Nutzungsdauer digitaler Medien in diesem Alter in den vergangenen Jahren gestiegen.
Die Folgeschäden von Online- und Mediensucht ließen Kinderärzte nun bereits bei Kleinkindern Alarm schlagen, betonte Philippi. "Dieses Suchtverhalten von Kindern und Jugendlichen darf Politik nicht einfach hinnehmen." Er sprach sich für ein bundesweites Maßnahmenpaket aus. Zudem brauche es mehr Aufklärung der Eltern. Es müsse Erwachsenen verdeutlicht werden, dass Medienkonsum ein hohes Suchtpotenzial habe.
lnb
Zuerst veröffentlicht 09.02.2026 14:12 Letzte Änderung: 09.02.2026 14:36
Schlagworte: Medien, Internet, Bundesländer, NEU
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