22.02.2026 09:38
Berlin (epd). SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat den Beschluss des CDU-Parteitags zu einem Social-Media-Verbot für Kinder begrüßt und die Koalition aufgefordert, das Thema nun "zügig anzugehen". Mit ihrem Papier habe die SPD bereits "sehr präzise Vorschläge gemacht, was wir jetzt tun sollten - mit klaren Altersgrenze und wirksamen Schutzmechanismen", sagte Klüssendorf dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND, Sonntag).
Bei ihrem Parteitag in Stuttgart forderte die CDU eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke, nachdem sie zuvor ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschlagen hatte. Zuletzt wurde ein Positionspapier aus der SPD-Bundestagsfraktion bekannt, in dem angeregt wird, Kindern unter 14 Jahren den Social-Media-Zugang komplett zu untersagen, für Jugendliche zwischen 14 und 16 soll es verpflichtende Jugendversionen der Plattformen geben. Damit liegen die Ideen von Union und SPD zum Jugendschutz in sozialen Netzwerken inzwischen nah beieinander.
"Wir brauchen endlich klare Regeln auf den digitalen Plattformen", sagte Klüssendorf. "Suchtverstärkende Algorithmen, Hass und Mobbing stellen ein massives Problem für unsere gesamte Gesellschaft dar und können insbesondere Kinder und Jugendliche stark gefährden und krank machen." Deshalb müsse "der Staat endlich entschieden eingreifen", wie er es bereits seit vielen Jahren bei anderen suchtbezogenen und jugendgefährdenden Dingen tue.
Für eine entsprechende Regulierung ist in Europa in erster Linie die Europäische Union (EU) zuständig. Im 2022 in Kraft getretenen Digital Services Act (DSA) der EU, der zahlreiche Bestimmungen zur Plattformregulierung enthält, findet sich keine pauschale Altersgrenze. Die EU-Kommission prüft derzeit aber, ob sie eine solche Regelung auf den Weg bringen soll. Diese würde dann für alle EU-Staaten gelten. Eine Entscheidung soll bis zum Sommer fallen.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
nbl
Zuerst veröffentlicht 22.02.2026 10:38 Letzte Änderung: 22.02.2026 10:40
Schlagworte: Medien, Internet, Jugend, Parteien
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