"El Hotzo" erneut wegen Trump-Spruch vor Gericht - epd medien

19.03.2026 11:22

Der Satiriker Sebastian Hotz bedauerte vor zwei Jahren auf der Plattform X, dass Kugeln Donald Trump verfehlt hatten. Vom Vorwurf der Billigung von Straftaten wurde er zunächst freigesprochen, die Staatsanwaltschaft ficht dies jedoch an.

Berlin (epd). Vor dem Berliner Kammergericht wird am 27. März ein Revisionsprozess gegen den Satiriker Sebastian Hotz stattfinden. In der Causa "El Hotzo" ist bisher nur ein Verhandlungstag angesetzt, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Der 30-Jährige war im vergangenen Juli vom Vorwurf der Billigung von Straftaten freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Urteil aber Revision ein. (AZ: 2 ORs 33/25, 161 SRs 102/25)

Hotz war vorgeworfen worden, das versuchte Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump am 14. Juli 2024 auf der Plattform X in mehreren Beiträgen gebilligt zu haben. Der Satiriker postete nach dem Attentat sinngemäß, was "der letzte Bus" und Trump gemeinsam hätten. Er gab sich selbst die Antwort: "leider knapp verpasst". Im Anschluss kommentierte er noch darunter, er finde es "absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben".

Keine Störung des öffentlichen Friedens

Die Vorsitzende Richterin am Amtsgericht Tiergarten, Andrea Wilms, bewertete diese Aussagen im vergangenen Jahr als nicht geeignet, um "den öffentlichen Frieden zu stören". Sie seien ersichtlich nicht ernst gemeint gewesen und stellten offenkundig Satire dar. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Euro gefordert.

Der Deutsche Journalisten-Verband hatte sowohl die Einstellung des Verfahrens gefordert als auch die Ankündigung von Rechtsmitteln seitens der Staatsanwaltschaft nach dem Urteil kritisiert. Die Justiz sollte der Freiheit der Satire mehr Raum geben, erklärte der DJV.

lob



Zuerst veröffentlicht 19.03.2026 12:22 Letzte Änderung: 19.03.2026 12:44

Schlagworte: Medien, Prozesse, Internet, RPT, NEU

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