26.03.2026 14:09
Berlin (epd). In der Diskussion über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche wird die vom Bund eingesetzte Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt am 24. Juni Handlungsempfehlungen übergeben. Das kündigte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) am Donnerstag in Berlin bei der Bildungsministerkonferenz an.
Bereits Mitte April lägen die Ergebnisse der Bestandsaufnahme vor, unter anderem zu juristischen und medizinischen Fragen. Der Gesamtbericht der von ihr im Frühherbst 2025 eingesetzten Kommission aus 16 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis werde für September erwartet.
Prien warnte davor, die Debatte auf die Verbotsfrage zu reduzieren. Aktuell fänden bundesweit große Jugendbeteiligungsformate statt, um auch die Ansichten der Kinder und Jugendlichen zu dem Thema zu hören. "Wir brauchen eine differenzierte Debatte", sagte Prien.
Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), kündigte an, die Ministerrunde werde im Juni dazu eine Erklärung abgeben. Bei der Stärkung von Medienkompetenz und dem gleichzeitigen Schutz der Kinder komme den Schulen eine Schlüsselrolle zu. Zugleich finde ein Großteil der Mediennutzung außerhalb der Schule statt. "Deswegen können wir nur Erfolg haben, wenn Schulen und Eltern da an einem Strang ziehen", sagte Stolz.
Aktuell gebe es dafür bisher nicht genug Raum und Zeit in den Lehrplänen. Das müsse sich ändern. Auch müssten dem "digitalen Dauerrauschen" mehr Bewegung und Sport entgegengesetzt werden.
Gegen ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche und für den Ausbau der Medienkompetenz hat sich am Donnerstag die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Landesmedienanstalten ausgesprochen.
Für die Regulierung von Plattformen ist in Europa in erster Linie die Europäische Union (EU) zuständig. Im 2022 in Kraft getretenen Digital Services Act (DSA), der hierzu zahlreiche Bestimmungen enthält, findet sich keine pauschale Altersgrenze. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob sie eine solche Regelung auf den Weg bringen soll.
lob
Zuerst veröffentlicht 26.03.2026 15:09 Letzte Änderung: 26.03.2026 15:48
Schlagworte: Bildung, Bundesländer, Social Media, NEU
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