27.05.2026 08:10
Wie geht es weiter mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden?
epd Was ist aus dem Hörspielpreis der Kriegsblinden geworden? Die erste Antwort ist einfach: Es gibt keinen Preis mehr unter diesem Namen. Im vergangenen Dezember wurde die Auszeichnung, die zu den ältesten Kulturpreisen der Bundesrepublik gehörte, erstmals als "Deutscher Preis für Audiostories" vergeben. Der wesentliche/eigentliche Teil der früheren Auszeichnung für das künstlerische Hörspiel ist zwar als inhaltliche Kategorie noch erhalten, doch nur als eine Zielsetzung in einer der nun gleichrangigen drei Kategorien.
Die konzeptionelle Auffächerung und der neue Name stießen in der Hörspielszene nicht nur auf Beifall, sie lösten auch Verwunderung bis hin zu deutlicher Kritik aus. Denn der Hörspielpreis der Kriegsblinden ist nun Geschichte, jener Radiopreis, der erstmals 1952 als Kulturpreis vergeben worden war, damals ausgelobt und organisiert von Bund der Kriegsblinden Deutschlands (BKD), der in der unmittelbaren Nachkriegszeit besonderes Gewicht hatte: damals gab es 11.000 erblindete Opfer.
Als Mitte der 90er Jahre fraglich wurde, ob der BKD den Preis weiter tragen könne, stieg eine Institution als Mitträger ein, die mancher kaum in dieser Rolle vermutet hätte: die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, die inzwischen als Film- und Medienstiftung NRW firmiert. Der damalige Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach hatte sich für diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Verbindung starkgemacht, seine frühere Tätigkeit als Redakteur des Mediendienstes epd Kirche und Rundfunk war dafür eine Brücke.
Denn der ehemalige Redaktionsleiter von epd Kirche und Rundfunk, Friedrich Wilhelm Hymmen, war - in seiner früheren Funktion als Pressereferent des BKD - der Erfinder, Organisator und gleichsam "Vater" des Hörspielpreises, auch in der langjährigen Rolle als Vorsitzender der Jury. Diese Jury hatte er höchst innovativ konzipiert: mit jeweils gleicher Stimmenzahl von Vertretern des BKD und aus der Fachkritik oder auch der Literaturwissenschaft - unter anderem war über lange Zeit Jörg Drews erst Mitglied, dann auch Vorsitzender der Jury.
Inzwischen ist der BKD ganz als Träger des Preises ausgestiegen, an seine Stelle trat 2020 der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Die Jury besteht weiterhin aus blinden, sehbehinderten und sehenden Mitgliedern, wurde allerdings im vergangenen Jahr von 14 auf 6 Personen verkleinert. Hinzu kam in der Schlussrunde als "Special Guest" die Schauspielerin Bibiana Beglau.
Die Ergebnisse der Sitzungen der gemischten Runden aus "Laien" und professionellen Kritikern (Frauen wie die legendäre Hörspiel-Kennerin Eva-Maria Lenz waren früh eingeschlossen) waren in der Regel eine Bestätigung höchster Qualität. Die Namen der Preisträgerinnen und Preisträger lesen sich in den ersten Jahrzehnten wie ein Who is Who der deutschen Literatur: von Günter Eich bis Wolf Wondratschek, von Ernst Jandl und Friederike Mayröcker bis zu Walter Kempowski, Ludwig Harig, Ror Wolf oder Ingeborg Bachmann und Elfriede Jelinek, um nur einige zu nennen.
Die Präsenz der Fachkritiker führte immer auch dazu, dass der Hörspielpreis der Kriegsblinden in den bedeutenden Feuilletons, von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bis zur "Welt", ein weit vernehmbares Echo fand. Er war ein wirklicher Ritterschlag und immer auch ein Resonanzboden für ästhetische Entwicklungen, literarische Tendenzen und formale Innovationsschübe des Genres, ob bei Paul Wühr, Andreas Ammer oder dem Liquid Pinguin Ensemble.
Auch auf politische Verschiebungen reagierte der Preis schnell. Unmittelbar nach der Wende wurden Stücke von in der ehemaligen DDR geborenen Autoren ausgezeichnet, von Jens Sparschuh, Karl-Heinz Schmidt-Lauzemis, Ralph Oehme oder Horst Giese. Als 1996 der auch im Westen renommierte Fritz Rudolf Fries ausgezeichnet wurde, entfachte diese Wahl sogar ein kleines politisches Feuer: Edmund Stoiber, als damaliger Präsident des Bundesrates Gastgeber der Verleihung im Plenarsaal des zweithöchsten Hauses, verweigerte Raum und Rede. Die Feier fand darauf in einem ehemaligen Künstlerclub der DDR statt - mit einer aufschlussreichen, ironie- und witzgespickten Erhellung der Rolle, die Fries als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) im Stasi-Apparat gespielt hatte.
Überhaupt, die Reden der Preisträger: jedes Mal eine neue Interpretation dessen, wie ein Hörspiel verstanden und interpretiert werden kann, wie es künstlerisch zu gestalten, gesellschaftlich zu verankern war oder ist. Unvergessen die Absage von Andreas Ammer an die oft gebräuchliche Formel vom "Kino im Kopf". Legendär und überzeitlich zitierfähig wurde der zentrale Satz in der Rede von Ingeborg Bachmann 1959: "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar."
Rechtfertigen diese Momente, die kulturhistorische Fixierung, auch ein eisernes Festhalten an der Ausgestaltung eines solchen Preises? Bedeutet die frühere Beachtung durch die Politik - so beehrte Bundespräsident Theodor Heuss 1953 die Feier für Günter Eich, sein späterer Nachfolger Johannes Rau jene im Jahr 2001 für Walter Filz, die zugleich mit dem 50-jährigen Bestehen des Preises verbunden war -, ein wirkmächtiges "So und nicht anders"?
Die Örtlichkeiten änderten sich nach diesem Jubiläum. Der Bundesratssaal (dessen Garderobe in Bonner Zeiten von über schwarzen Anzügen getragenen dunklen Mänteln und Hüten dominiert wurde) wich diversen Orten, vornehmlich in den Funktionsräumen von Sendern wie WDR oder Deutschlandfunk; Nüchternheit und Werkstattatmosphäre bestimmten das Ambiente. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass ein Kern der Ursprungsidee von Friedrich Wilhelm Hymmen sich längst aufgelöst hatte. Er wollte mit dem Preis nämlich auch eines erreichen: über einen bundesweit angesehenen und wahrgenommenen Kulturpreis die sozialpolitischen Anliegen des Kriegsblindenbundes zu fördern und ihnen eine den materiellen Interessen übergeordnete Aufmerksamkeit zu verschaffen. Was sich über die treue Teilhabe von Politikern, meist im Ministerrang, auch realisierte.
Vom hohen Ansehen des Preises in der Politik wie in der Radio-, Medien- und Kulturwelt profitierten natürlich auch die auf Kultur-Legitimation setzenden Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender und ihre Programmdirektoren, die sich bei der Preisvergabe mit ihren Reden für ein Qualitätsradio starkmachten. Als der 1913 geborene Hymmen sein Amt Mitte der 90er Jahre abgab, mit den schlichten Worten: "Ich kann nicht mehr", hielt der Intendant des damals noch existierenden Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg Hansjürgen Rosenbauer 1995 bei einem Empfang im Potsdamer Schloss Cäcilienhof eine bewegte und die Gäste tief bewegende Abschiedsrede. Der würdigende Abschied war zugleich ein ermutigender Zwischenschritt. Weil Rosenbauer dazu aufrief, die Tradition des Preises als lebendiges Erbe fortzuführen.
Ist das bald drei Jahrzehnte später alles nur Schnee von gestern? Glitzernd nur für die Altvorderen, die nostalgisch aufgeladen sind, in verklärender Rückschau auf einen Preis, der mit so viel Tradition, so viel Renommee verbunden ist?
Die alten Statuten, nach denen ein im Programm gesendetes Original-Hörspiel eine Auszeichnung verdient, "das in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert", sind abgelöst durch die neue Konstruktion, eine Trias von Kategorien, welche den Preis dreiteilen und markieren: "Innovatives oder künstlerisches Hörspiel", "Fiktionaler Podcast" und "Dokumentarischer Podcast". Die Einzelpreise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.
Barbara Schäfer, über viele Jahre dem Hörspiel professionell verbunden, beim Bayerischen Rundfunk als Chefdramaturgin der Abteilung Hörspiel und Medienkunst, später beim Deutschlandfunk als Leiterin der Abteilung Hörspiel und Hintergrund Kultur, immer wieder auch als Regisseurin fungierend, sieht in dieser konzeptionellen Änderung vor allem aus einem Grund nichts Gutes: Zu befürchten sei, dass das Künstlerische - zwar nominell noch vorhanden - künftig keine große Rolle mehr spielen werde. Die klare frühere Positionierung werde aufgegeben, und die Verzweigung des Preises mit den genannten beiden Podcast-Formen werde die frühere Einzigartigkeit bei der Auszeichnung eines Hörspiels entwerten. Dass die Situation des Hörspiels schwierig sei, sehe sie, die sich nun bei der Akademie der Darstellenden Künste um das Hörspiel kümmert, allerdings auch.
Auch Ekkehard Skoruppa, er leitete von 2003 bis 2017 beim SWR die Abteilung Künstlerisches Wort, zu der auch Hörspiel und Feature gehörten, bedauert die Veränderungen beim früheren Kriegsblinden-Preis, liebevoll "Kribli-Preis" genannt. Die Aufspaltung in die drei Kategorien werde zu einem Substanzverlust führen, gerade beim Künstlerischen, befürchtet er. Während früher bei der Auszeichnung eines "Solitärs" stets ein ganz spezifischer "eigener Charakter" hervorgehoben worden sei, löse sich dies bei der Dreiteilung auf. Das ziehe einen "Verlust an Ehrung und Bedeutung" nach sich: "Das führt zu einer Verwässerung."
Allerdings sieht Skoruppa auch bei den Sendern selbst eine das Hörspiel betreffende negative Tendenz. Viel Geld fließe in die Online-Verbreitung und in die Entwicklung von Serien, nicht hingegen in die Produktion besonderer Einzelstücke. Nach seiner Beobachtung herrsche, zugespitzt formuliert, die Grundlinie: "Distribution statt Produktion." Andererseits machten die Sender kaum noch Werbung für die Hörspiele. Schon lange gebe es keine Hörspiel-Broschüren mehr, die früher ein reichhaltiges Begleitmaterial ("Metatexte" als "aufschließende Hintergrundinformationen") zum Programm und den einzelnen Stücken geboten hätten. Weitergehende Informationen seien in der Audiothek kaum zu finden. Oft fehlen dort sogar fundamentale Angaben zu den Mitwirkenden und zum Stab.
"Online-affine Erzählformen" werden nach Skoruppas Beobachtung bevorzugt, ebenso eine Fokussierung auf jüngere Zielgruppen. Dennoch sieht er das Ende des Hörspiels nicht gekommen: "Die künstlerische Produktion ist noch nicht überholt, das literarische, auch das experimentelle Hörspiel muss nach wie vor seinen Platz haben."
Das jedoch schien nicht primäres Ziel von Walid Nakschbandi zu sein, der im Januar 2024 die Geschäftsführung der Film- und Medienstiftung übernahm. Nach epd-Informationen soll er mit der Übernahme der Geschäftsführung den Plan entworfen und propagiert haben, etwas ganz Neues aufzuziehen: ein Podcast-Festival, das größte Europas. Das bedeutete, auch den Hörspielpreis der Kriegsblinden auf den Prüfstand zu stellen und grundlegend zu erneuern, um ihn, wie eine Sprecherin der Stiftung sagte, "größer" zu gestalten.
Der Grundgedanke einer "Neuaufstellung" war immer mal wieder bei den Trägern und auch in Kreisen der Jury ventiliert worden. Gaby Hartel, Juryvorsitzende von 2017 bis 2023, verweist darauf, dass schon seit ihrem Amtsantritt immer wieder über Änderungen nachgedacht worden sei. Es habe auch Neuerungen gegeben: So sei die Jury um ein österreichisches und ein Schweizer Mitglied erweitert worden, um den deutschsprachigen Gesamtraum der Szene abzubilden. Zugleich sei damit die Zusammensetzung "feminisiert" worden und der Kreis sei verjüngt worden.
Unter Nakschbandis Vorgängerin Petra Müller hatte es zudem eine wesentliche Neuerung gegeben: Zur Preisfeier wurden drei Finalisten geladen, um vor der formalen öffentlichen Verkündung des Siegerstücks die Vielfalt und Qualitätsdichte des Preises zu demonstrieren.
In der Filmstiftung kam es kurz nach dem Amtsantritt von Nakschbandi zu einer heftigen Auseinandersetzung mit der über zwölf Jahre erfolgreich agierenden Referentin der Hörspielarbeit der Stiftung über die Formen und das Vorgehen bei einer Weiterentwicklung dieser Arbeit, zu der neben dem Preis auch die allgemeine Förderung des Genres gehörte, die Veranstaltung eines Forums und auch die direkte Förderung von Autoren. Zu kitten war der Konflikt nicht, die Referentin schied aus, der Hörspielpreis fiel im Jahr 2024 ganz aus.
Die Außenreaktionen auf den offensichtlichen Streit um Richtung, Strategien und um den Fortbestand einer kulturellen Institution wie des Hörspielpreises und der darum gruppierten Audio-Förderinstrumente blieben eher verhalten. In einem offenen Brief, den der Autor, Journalist und Moderator Martin Stengel verfasst hatte, verurteilten mehrere hundert Akteure und Institutionen aus der Kultur-, Radio- und Hörspielszene das Vorgehen der Stiftung scharf. Diese hatte bis 2024 rund 100.000 Euro jährlich in den Preis und die Hörspiel-Förderung gesteckt.
In dem Brief appellierte Stengel an die Verantwortlichen in Politik und Medien, sich für ein Fortbestehen der Hörspiel- und Audioförderung einzusetzen. Die "überhastete Entscheidung" des neuen Geschäftsführers wirke "unkoordiniert und nicht zu Ende gedacht". Der Weg zeuge von "Unwissen und Ignoranz gegenüber einer Kunstform, die sich durch die einzigartige Fähigkeit auszeichnet, mit minimalem technischen Aufwand schnell auf gesellschaftliche und politische Veränderungen unmittelbar zu reagieren". Beschworen wird auch angesichts der "gegenwärtig so angespannten gesellschaftlichen und geopolitischen Lage die unschätzbare Möglichkeit zur flexiblen und direkten Reaktion sowie kreativen und kritischen Auseinandersetzung."
Die Film- und Medienstiftung bestellte eine neue, auf den Audiobereich fokussierte Referentin. Es kam zu einer Reformdiskussion, an der sich auch die ARD und der Deutschlandfunk mit einem Konzeptpapier beteiligten. Treffen mit dem DBSV gehörten dazu, ein internes Diskussionspapier machte im Detail Vorschläge mit dem Tenor, den Hörspielpreis zu modernisieren und neue Entwicklungen in der Konzept-Transformation aufzunehmen.
Wie das Konzept und die Grundlinien der Hörspielförderung derzeit im Ergebnis aussehen, lässt sich im Originalton auf der Webseite der Film- und Medienstiftung ablesen und entsprechend bewerten: "Die Film- und Medienstiftung NRW stärkt gezielt die Audiokultur im Land. Ziel ist, Kreative und Produzent:innen dabei zu unterstützen, ein breites Publikum mit relevanten Themen zu begeistern - sei es durch spannende Geschichten, gesellschaftlich und kulturell bedeutsame Inhalte oder neue Hörerlebnisse." Der besondere Fokus liegt explizit auf der Förderung des "unterhaltsamen Kinder- und Young-Adult-Hörspiels" sowie des "dokumentarischen Podcasts". Audioformate, "die innovativ neue Hörerlebnisse schaffen und/oder einen Eventcharakter besitzen, werden bevorzugt".
Klar erkennbar ist damit eine Öffnung in die kommerzielle Produktionsszene, während es beim Hörspielpreis alter Prägung ausschließlich um die öffentlich-rechtlichen Sender als Abspielstätten und auch Einreichende ging.
Wir leben in einer völlig veränderten, multimedial geprägten Welt.
Den Medienwissenschaftler Hans-Ulrich Wagner wundert das Bemühen um die sogenannte Neuaufstellung nicht. Er, der den 2001 im Aufbau-Verlag erschienenen Band "Hörwelten" zum 50-jährigen Bestehen des Hörspielpreises der Kriegsblinden redaktionell betreut hat, beschreibt seine heutige Position hinsichtlich der Neuausrichtung und Öffnung des Preises als "ambivalent". Seine wichtigste Feststellung werden viele teilen: "Niemand konnte damals beim 50. Jubiläum eine solche Transformation der Medienlandschaft absehen. Klar ist, wir leben in einer völlig veränderten, multimedial geprägten Welt."
Fraglich ist aber für viele Beobachter der Szene, ob die Schlussfolgerungen der Film- und Medienstiftung, denen sich der DBSV beim Preis ohne erkennbare Widerrede angeschlossen hat, die angemessenen und richtigen sind: Die Jury wurde auf weniger als die Hälfte der bisherigen Größe eingedampft, auf einen Jury-Vorsitz wurde verzichtet, die Sitzungszeit mit personaler Präsenz und gemeinsamen Höreindrücken wurde verkürzt und eine zweite, lediglich einstündige Online-Finalrunde eingeführt, an der als "Special Jury Guest" eine Persönlichkeit mit bekanntem Namen teilnimmt - im vergangenen Jahr war es die Schauspielerin Bibiana Beglau.
Bei der Preisverleihung im vergangenen Dezember in Köln war nach der Beschreibung von Beobachtern kaum Öffentlichkeit vertreten.
Zum neuen Titel, "Deutscher Preis für Audiostories", sagt Hans-Ulrich Wagner, darin spiegele sich "ein modisch offener Begriff, auch ein gewisser Trend zur Beliebigkeit". Auch im starken Zielen auf Podcasts sieht er eine modische Tendenz: "Alles ist jetzt 'Podcast'." Der Medienwissenschaftler, der auch Hörspielkritiker ist, stellt aber auch fest: "Das lineare Programmangebot ist ein Auslaufmodell."
Der ehemalige Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, Dieter Kosslick, lobte im Buch zum Jubiläum des Hörspielpreises dessen durch den Initiator Friedrich Wilhelm Hymmen immer wieder bewiesene innere Stärke zur Zukunftsorientierung und Modernität. Ob der Preis in seiner neuen Form noch eine Zukunft hat, ist derzeit wieder offen. Ende Mai gab es noch keine Ausschreibung für die diesjährige Preisrunde. Die Film- und Medienstiftung NRW hat den Kooperationsvertrag gekündigt und will den Preis zwar weiter fördern, aber nach epd-Informationen nur noch mit 20.000 Euro pro Jahr. Der DBSV plant eine "lückenlose Fortsetzung", macht diese jedoch davon abhängig, wie die Förderung durch die Filmstiftung künftig ausfallen wird. Derzeit laufen Gespräche.
Das Ende der Kooperation könnte aber auch Befreiung bedeuten und eine inhaltliche Konzentration und Besinnung auf den künstlerischen Kern ermöglichen. Nach epd-Informationen sucht der DBSV derzeit nach anderen möglichen Partnern. Womöglich könnte der Preis dann einen neuen Namen bekommen, der ebenfalls eine Tradition aufgreift, die vor zwei Jahren von der ARD aufgegeben wurde: Deutscher Hörspielpreis. Als solcher könnte er zumindest so lange existieren, wie es noch preiswürdige Hörspiele gibt.
Copyright: Foto: privat
Darstellung: Autorenbox
Text: Uwe Kammann war von 1984 bis 2005 verantwortlicher Redakteur von epd medien und von 2005 bis 2014 Direktor des Grimme-Instituts in Marl. Von 1996 bis 2001 war er Vorsitzender der Jury des Hörspielpreises der Kriegsblinden.
Zuerst veröffentlicht 27.05.2026 10:10
Schlagworte: Medien, Radio, Auszeichnungen, Hörspiel, Hörspielpreis der Kriegsblinden, Film- und Medienstiftung NRW, Kammann
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