MDR will "Tatort" und "Polizeiruf" nach Sparpause wieder produzieren - epd medien

09.07.2026 13:37

Neuproduktionen beliebter Krimiformate wie "Tatort" sind in Mitteldeutschland derzeit ausgesetzt. Der MDR setzt aber auf die Bekanntheit der Dachmarken und strebt einen Wiedereinstieg an.

Leipzig (epd). Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) will die Produktion der Krimiformate "Polizeiruf 110" aus Magdeburg und "Tatort" aus Dresden nach einer geplanten dreijährigen Pause möglichst wieder aufnehmen. Neuproduktionen ab 2027 müssten wegen aktuellen Einsparungen ruhen, sagte MDR-Intendant Ralf Ludwig am Donnerstag in Leipzig. Es gebe aber weiterhin Gespräche und es werde "alles Mögliche" versucht.

Allerdings sei fraglich, ob das Schauspielensemble nach einer mehrjährigen Pause noch zur Verfügung steht. Ludwig betonte: "Das sind alles Einschnitte, die wehtun, aber ich kann nun einmal nicht mehr ausgeben als wir einnehmen."

20 Millionen Euro eingespart

Nach Angaben von MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen werden mit der im Mai angekündigten Krimipause von "Polizeiruf" und "Tatort" rund 20 Millionen Euro eingespart. Dies entspreche etwa den Kosten (rund 16,6, Millionen Euro) aller Sendungen von "MDR aktuell" pro Jahr. Die täglichen Nachrichtensendungen aufzugeben, ist laut Lochthofen keine Alternative.

"Die bundesweiten Marken 'Tatort' und 'Polizeiruf' sind sehr stark", sagte der Programmchef. Ein Neuanfang sei auch nach einer Pause möglich. Zudem sollte der MDR die Mitwirkung an Kinofilmen oder Drehbüchern im Bereich Fiktion nicht aufgeben. "Wir müssen mit einem Vollsortiment präsent bleiben, auch wenn wir Einschnitte vornehmen", sagte Lochthofen.

Von 2027 an soll die Produktion der Krimiserien "Polizeiruf 110" aus Magdeburg sowie der Dresdner "Tatort" für drei Jahre pausieren. Der MDR will dann nur bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Krimi-Produktionen ausstrahlen. Das Vorgehen war auf scharfe Kritik gestoßen.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

lob



Zuerst veröffentlicht 09.07.2026 15:37 Letzte Änderung: 09.07.2026 16:36

Schlagworte: Medien, Rundfunk, NEU

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