DW-Korrespondent Uludag erneut in der Türkei festgenommen - epd medien

21.07.2026 15:48

Rund zwei Monate nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft ist der türkische Investigativjournalist Alican Uludag erneut inhaftiert worden. Sein Arbeitgeber, die Deutsche Welle, zeigt sich zutiefst besorgt.

Bonn (epd). In der Türkei ist der Korrespondent der Deutschen Welle (DW), Alican Uludag, erneut festgenommen worden. Wie der Auslandssender am Dienstag in Bonn mitteilte, wurden weitere Vorwürfe gegen den türkischen Gerichts- und Investigativjournalisten erhoben. Zugleich werde ein bereits laufendes Verfahren fortgesetzt.

Der Korrespondent war schon einmal im Februar festgenommen worden und verbrachte insgesamt 92 Tage in Untersuchungshaft, bevor er Mitte Mai freikam. Angeklagt wurde er wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung, der Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung staatlicher Institutionen. Der Gerichtstermin in diesem Verfahren ist laut DW für den 18. September angesetzt. Worin die neuen Vorwürfe bestehen, ist bislang nicht bekannt.

"Zutiefst besorgniserregend"

DW-Intendantin Barbara Massing bezeichnete die erneute Festnahme als "zutiefst besorgniserregend". Journalistische Arbeit dürfe nicht kriminalisiert werden. Die Deutsche Welle stehe weiterhin fest an der Seite Uludags, unterstrich Massing und forderte ein faires rechtsstaatliches Verfahren.

Nach Angaben des Senders berichtet der Reporter seit Jahren über Justiz, Menschenrechte und Korruption in der Türkei. Während seiner vorherigen Inhaftierung hatten zahlreiche nationale und internationale Organisationen sowie die Bundesregierung seine Freilassung gefordert.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

fu



Zuerst veröffentlicht 21.07.2026 17:48

Schlagworte: Medien

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