ABC verklagt US-Kommunikationsbehörde FCC - epd medien

21.08.2026 07:40

Das Disney-Netzwerk ABC verklagt die US-Aufsichtsbehörde FCC wegen Zensur und Einschüchterung. Im Zentrum steht der Verdacht, Präsident Trump wolle Senderlizenzen wegen kritischer Inhalte entziehen lassen.

ABC-Moderator Jimmy Kimmel kritisiert in seiner Late-Night-Show immer wieder US-Präsident Donald Trump

Washington (epd). Das US-Fernsehnetzwerk ABC hat die Medienaufsichtsbehörde FCC wegen Zensur und Einschüchterung verklagt. Das zum Unterhaltungsriesen Walt Disney Company gehörende Unternehmen sei existenziell bedroht, hieß es in der am 18. August in Washington eingereichten Klage. Vor mehreren Monaten hatte die Federal Communications Commission (FCC) eine vorzeitige Überprüfung der Lizenzen der acht ABC-Sender angeordnet, angeblich im Zusammenhang mit Diversitätsprogrammen. Die Lizenzen gelten eigentlich noch mehrere Jahre.

ABC befürchtet anscheinend einen Entzug oder einen langwierigen Rechtsstreit. Die 45-seitige Beschwerde verwies auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach dieser die Lizenzen einkassieren wolle wegen der bei ABC gesendeten Inhalte. Es gehe daher um die grundlegende Frage, ob die Regierung auf behördlichem Weg Medienorganisationen wegen redaktioneller Entscheidungen und Berichterstattung bestrafen darf. Gerichte müssten nun einschreiten, um das Verfassungsrecht der Pressefreiheit zu schützen.

Ärger um Jimmy Kimmel

Bereits 2020 hatte Trump infrage gestellt, ob Sender wie ABC, die seiner Meinung nach Fake News verbreiteten, eine Lizenz erhalten sollten. Besonders erregte sich der US-Präsident zuletzt über den Spott des Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel. Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr gab sich unbeeindruckt von der Klage. Auf X schrieb er, sie habe keine rechtliche Grundlage und gründe sich auf "ABCs eigene Desinformationskampagne".

Die einzige Demokratin in der FCC, Anna Gomez, begrüßte die Klage als mutigen Schritt. Sie fordere Medienkonzerne seit Langem auf, sich gegen Einschüchterungen zur Wehr zu setzen. Disneys CEO Josh D'Amaro sagte dem Sender CNBC kürzlich, das Unternehmen werde für "journalistische Integrität" eintreten und sich keine Vorschriften machen lassen.

"Neue Haltung" bei Disney?

In einem Bericht des nicht-kommerziellen Rundfunksender NPR hieß es, es gebe eine "neue Haltung" bei Disney, nachdem das Unternehmen zuvor offenbar versucht habe, Frieden zu schließen mit Trump. ABC hatte dessen Verleumdungsklage aus dem Jahr 2024 mit einem Vergleich zu Ende gebracht. Das Netzwerk zahlte Trump 15 Millionen US-Dollar für die später korrigierte falsche Aussage eines Mitarbeiters über eine Zivilklage gegen den US-Präsidenten. Im September 2025 suspendierte ABC den Trump missliebigen Moderator Kimmel vorübergehend. Das alles habe ABC nichts gebracht, kommentierte NPR.

ege



Zuerst veröffentlicht 21.08.2026 09:40

Schlagworte: Medien, USA, Justiz, ABC, Disney, FCC, ege

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