AfD-Medienpläne: MDR und NDR warnen mit Blackouts im Programm - epd medien

25.08.2026 15:31

Wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verdeutlichen MDR und NDR mit Programmaktionen, was aus ihrer Sicht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf dem Spiel steht. Hintergrund sind Ankündigungen der AfD für den Fall, dass sie in einem der Bundesländer die Regierung stellt.

MDR-Logo am City-Hochhaus in Leipzig

Leipzig/Magdeburg (epd). Mit absichtlichen Blackouts im Radio und Fernsehen hat der MDR nach eigenen Angaben auf mögliche Konsequenzen einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt aufmerksam gemacht. Während der Sendung "MDR Sachsen-Anhalt heute" setzte am Montagabend das übliche Fernsehbild aus. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) bestätigte, hat der Sender das Regionalmagazin am Montagabend vorübergehend unterbrochen.

Stattdessen erschien sekundenlang ein schwarzer Bildschirm mit der Aufschrift: "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt heute? Das könnte passieren." Im Radio war es für kurze Zeit still, eine Stimme aus dem Off sprach die Botschaft - wie sie im Fernsehen zu lesen war. Auf der MDR-Website und bei Instagram ersetzten schwarze Kacheln die üblichen Bilder regionaler Beiträge.

Zwei Jahre Kündigungsfrist

Hintergrund der Aktion ist die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Laut Umfragen liegt die AfD derzeit vor der regierenden CDU. Für den Fall eines Wahlsiegs hat die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD angekündigt, unter anderem den auch in Sachsen-Anhalt geltenden MDR-Staatsvertrag zu kündigen.

Nach Ansicht von MDR-Intendant Ralf Ludwig ist diese Situation vielen Menschen nicht bewusst. Ein Ausstieg würde Ludwig zufolge bedeuten, dass es die Angebote des MDR aus Sachsen-Anhalt heraus von 2029 an nicht mehr gibt. In den Jahren 2027 und 2028 würde eine Kündigungsfrist greifen. Der MDR will im Fall einer Kündigung des Staatsvertrags juristisch dagegen vorgehen.

Ähnliche Aktion beim NDR

Beim NDR gab es eine ähnliche Programmaktion. Hörerinnen und Hörer von NDR 1 Radio MV konnten am Montag zweimal und am Dienstag fünfmal die "Funkstille" hören, wie eine NDR-Sprecherin dem epd in Hamburg bestätigte. Demnach wurde im Programm jeweils ein Beitrag angekündigt, darauf folgten sechs Sekunden Stille und eine Moderation mit Sätzen wie "Keinen NDR mehr in Mecklenburg-Vorpommern?!" und "Das könnte passieren" sowie dem Verweis auf die NDR-Webseite.

Eine Partei oder Positionen aus einem Wahlprogramm seien in den Spots nicht genannt worden. Da die Kündigungen der Verträge öffentlich debattiert würden, gehöre es zur journalistischen Verantwortung, die Menschen transparent über die Konsequenzen zu informieren, sagte die Sprecherin.

In Mecklenburg-Vorpommern will die AfD den Medienstaatsvertrag und den NDR-Staatsvertrag kündigen. In Ihrem Programm zur MV-Landtagswahl am 20. September heißt es: "Weg vom zwangsfinanzierten Vollprogramm, hin zu einem schlanken Grundfunk, der sich auf objektive Information, Bildung, Kultur und regionale Berichterstattung beschränkt. Der Rundfunkbeitrag wird abgeschafft."

lob/lnh/ema



Zuerst veröffentlicht 25.08.2026 14:30 Letzte Änderung: 25.08.2026 17:31

Schlagworte: Wahlen, Medien, Rundfunk, NEU

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