AfD-Medienpläne: MDR warnt mit Blackouts im eigenen Programm - epd medien

25.08.2026 12:30

Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verdeutlicht der MDR, was für den öffentlich-rechtlichen Sender auf dem Spiel steht. Im Fernsehen gab es schwarze Bilder, im Radio wurde es ganz still. Der MDR will damit auf die Medienpläne der AfD hinweisen.

MDR-Logo am City-Hochhaus in Leipzig

Leipzig/Magdeburg (epd). Mit absichtlichen Blackouts im Radio und Fernsehen hat der MDR nach eigenen Angaben auf mögliche Konsequenzen einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt aufmerksam gemacht. Während der Sendung "MDR Sachsen-Anhalt heute" setzte am Montagabend das übliche Fernsehbild aus. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) bestätigte, hat der Sender das Regionalmagazin am Montagabend vorübergehend unterbrochen.

Stattdessen erschien sekundenlang ein schwarzer Bildschirm mit der Aufschrift: "Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt heute? Das könnte passieren." Im Radio war es für kurze Zeit still, eine Stimme aus dem Off sprach die Botschaft - wie sie im Fernsehen zu lesen war. Auf der MDR-Website und bei Instagram ersetzten schwarze Kacheln die üblichen Bilder regionaler Beiträge.

Zwei Jahre Kündigungsfrist

Hintergrund der Aktion ist die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Laut Umfragen liegt die AfD derzeit vor der regierenden CDU. Für den Fall eines Wahlsiegs hat die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD angekündigt, unter anderem den auch in Sachsen-Anhalt geltenden MDR-Staatsvertrag zu kündigen.

Nach Ansicht von MDR-Intendant Ralf Ludwig ist diese Situation vielen Menschen nicht bewusst. Ein Ausstieg würde Ludwig zufolge bedeuten, dass es die Angebote des MDR aus Sachsen-Anhalt heraus von 2029 an nicht mehr gibt. In den Jahren 2027 und 2028 würde eine Kündigungsfrist greifen. Der MDR will im Fall einer Kündigung des Staatsvertrags juristisch dagegen vorgehen.

lob



Zuerst veröffentlicht 25.08.2026 14:30 Letzte Änderung: 25.08.2026 15:24

Schlagworte: Wahlen, Medien, Rundfunk, NEU

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