21.09.2026 14:35
Washington (epd). Die Kabelsender CNN und MS NOW sowie die Plattform "Politico" wehren sich mit einer Verfassungsklage gegen ihren von US-Präsident Donald Trump angeordneten Ausschluss aus dem Weißen Haus. Wie CNN berichtete, soll die Klage noch am Montag in Washington eingereicht werden, um das Verfassungsrecht auf Medienfreiheit zu schützen. Die Regierung habe nicht das Recht, Medien Vorschriften zu machen, wie sie berichten, teilten die Medienunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Mit der Klage wollen die Medienunternehmen laut einem Bericht von "Politico" das Bundesbezirksgericht in Washington D.C. anrufen. Die Nachrichtenmedien verlangen, die Sperre als verfassungswidrig zu erklären.
US-Präsident Trump hatte am Freitag (Ortszeit) mitgeteilt, dass er den Mitarbeitern der drei Medienhäuser die Akkreditierung für das Weiße Haus entziehe. Den Reportern sei der Zugang am Samstag tatsächlich verwehrt worden, berichteten die "New York Times" und andere Medien übereinstimmend. Trump nannte keine Details zu den Beschwerden gegen CNN, MS NOW und das zum Medienkonzern Axel Springer gehörende "Politico".
Gegen den Ausschluss protestierten andere Medien. Die Präsidentin der White House Correspondents' Association (WHCA), Jacqui Heinrich, erklärte, es gehe auch um das Recht der Bevölkerung auf "vollständige und unabhängige" Berichterstattung.
Der Medienexperte des Rundfunksenders National Public Radio (NPR), David Folkenflik, sprach von einer "Frustration" des Präsidenten über die Berichterstattung zum Krieg im Iran, zu den kommenden Zwischenwahlen und zu den wirtschaftlichen Zuständen in den USA. Trump bestritt am Montag auf Truth Social den Vorwurf, er attackiere die freie Presse. Er führe vielmehr einen Angriff auf "Fake news", die "wie Krebs in unseren geliebten Vereinigten Staaten von Amerika gewachsen sind".
MS NOW kommentierte, es blieben keine Zweifel, dass der Präsident die Erlaubnis zum Zugang zum Weißen Haus dafür nutze, um Berichterstattung zu bestrafen, die ihm nicht passe. Der Sender zitierte eine Aussage Trumps im Oval Office vom Freitag, wonach er bestimmte Reporter nicht im Weißen Haus haben wolle. Doch "wenn sie sich zusammennehmen", würde er das "lieben".
Die Regierung von Donald Trump bemühte sich in der Vergangenheit mehrfach um Kontrolle der Berichterstattung. Der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hatte der Präsident 2025 den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen verwehrt, weil sie den Golf von Mexiko nicht - wie von Trump verlangt - als "Golf von Amerika" bezeichnete.
Zudem verklagte Trump mehrere Medienunternehmen. Das Pentagon schloss seinen Arbeitsbereich für Journalisten . Im vergangenen August verklagte das TV-Network ABC die Medienaufsichtsbehörde FCC wegen Zensur und Einschüchterung. Vor mehreren Monaten hatte die Behörde eine vorzeitige Überprüfung der Lizenzen der ABC-Sender angeordnet.
ege
Zuerst veröffentlicht 21.09.2026 16:35 Letzte Änderung: 22.09.2026 13:00
Schlagworte: Medien, USA, Pressefreiheit, Trump, ege, NEU
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