23.10.2026 07:10
Mainz (epd). Das ZDF hat im vergangenen Jahr keine Gewinnausschüttung seiner Produktions- und Distributions-Tochter ZDF Studios erhalten. Das geht aus dem vom ZDF-Fernsehrat genehmigten Jahresabschluss 2025 hervor, den die Sendeanstalt im Internet veröffentlicht hat. Grund für die ausgebliebene Ausschüttung sei die Insolvenz der niederländischen TV-Produktionsfirma Off the Fence, die vollständig zu ZDF Studios gehört habe, heißt es in der entsprechenden Fernsehratsvorlage, die dem epd vorliegt.
Off the Fence mit Sitz in Amsterdam, spezialisiert vor allem auf Dokumentationen, geriet in eine finanzielle Schieflage und wurde dann im Sommer 2025 zahlungsunfähig. Das führte zu Millionenverlusten bei ZDF Studios, die das Unternehmen aus eigenen Rücklagen ausgleichen musste. Dadurch konnte ZDF Studios die eigentlich vorgesehene Gewinnausschüttung von 8,5 Millionen Euro nicht leisten. Für 2024 waren 8,2 Millionen Euro an das ZDF ausgeschüttet worden.
Das ZDF musste somit die fehlende Gewinnausschüttung seiner Tochtergesellschaft kompensieren, auch wenn sie prozentual kaum ins Gewicht fiel. Laut der Ertrags- und Aufwandsrechnung 2025 beliefen sich bei der Fernsehanstalt die Einnahmen insgesamt auf 2,632 Milliarden Euro, die Ausgaben auf 2,593 Milliarden Euro. Beim Betriebsergebnis gab es damit einen Überschuss von 39,6 Millionen Euro. Das Ergebnis fiel um 11,9 Millionen Euro niedriger aus als geplant (51,5 Millionen Euro). Der Überschuss ist in die Finanzrechnung zu übertragen, in der zusätzlich etwa Investitionen in Technik und Gebäude berücksichtigt werden.
Beim Gesamtergebnis schloss das ZDF das Geschäftsjahr 2025 dann mit einem Fehlbetrag von 78,6 Millionen Euro ab. Damit verschlechterte sich dieses Ergebnis um 49,3 Millionen Euro gegenüber dem Haushaltsplan. Darin wurde mit einem Fehlbetrag von 29,3 Millionen Euro kalkuliert. Das Defizit von 78,6 Millionen Euro wurde nach Senderangaben durch Rücklagen ausgeglichen. Dadurch verringerte sich die "Rücklage Gesamtergebnis" mit Stand zum Jahresende 2025 auf 271,5 Millionen Euro.
Dass das Gesamtergebnis schlechter ausfiel als geplant, führt das ZDF im Jahresabschluss maßgeblich auf die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags zurück. So sei mit einer Beitragsanhebung zum 1. Januar 2025 von 18,36 Euro auf 18,94 Euro kalkuliert worden. Die von der Finanzkommission KEF empfohlene Erhöhung setzten die Bundesländer nicht um. ARD und ZDF zogen deswegen vor das Bundesverfassungsgericht, das Urteil steht noch aus.
Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag beliefen sich 2025 beim ZDF auf 2,198 Milliarden Euro. In der Fernsehratsvorlage wird auf "Mindererträge von rund 65,5 Millionen Euro" durch die entfallene Beitragserhöhung verwiesen. Ein Teil des Einnahmeausfalls habe sich ausgleichen lassen, weil es mehr beitragspflichtige Wohnungen gegeben habe. Die Beitragserträge hätten unter dem Strich um 62,2 Millionen Euro unter dem Planwert gelegen.
Die Werbeerträge bezifferte das ZDF auf 157,6 Millionen Euro - 4,6 Millionen Euro mehr als geplant. Die Sponsoringerträge betrugen 7,8 Millionen Euro. Eingeplant waren 9,0 Millionen Euro. Hinzu kamen noch Verwertungserlöse (34,1 Millionen Euro) und Zinserträge (19,0 Millionen Euro). Die "anderen Erträge" in 2025 gab das ZDF mit insgesamt 207,1 Millionen Euro an, darunter Mehrerträge aufgrund höherer Rückstellungsauflösungen und Einnahmen durch den Verkauf von Liegenschaften.
Bei den Ausgaben des ZDF schlugen auch im vorigen Jahr die Programmaufwendungen am stärksten zu Buche. Für das Hauptprogramm, die Ableger und die Gemeinschaftsangebote mit der ARD wurden insgesamt 1,381 Milliarden Euro eingesetzt. Geplant waren rund vier Millionen Euro mehr.
Gegenüber dem Vorjahr sanken die Ausgaben um etwa 33 Millionen Euro. Zurückzuführen ist das dem ZDF zufolge "im Wesentlichen auf einen geringeren Sendeaufwand für Sportgroßereignisse". Die Personalaufwendungen inklusive Altersversorgung beliefen sich auf 476,1 Millionen Euro - rund 24 Millionen Euro weniger als 2024. Den Rückgang erklärt das ZDF mit einem "geringeren Aufwand für die Altersversorgung".
Die Geschäftsaufwendungen, darunter Ausgaben für IT-Infrastruktur sowie Miet- und Gebäudekosten, blieben 2025 mit 251,5 Millionen Euro nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Für die Programmverbreitung gab das ZDF 48,9 Millionen Euro aus - 8,4 Millionen Euro weniger als 2024. Gründe dafür waren nach Senderangaben insbesondere geringere Kosten bei der digital-terrestrischen Verbreitung wegen gesunkener Energiekosten. Auch bei der Kabelverbreitung seien die Einspeiseentgelte niedriger ausgefallen, weil das Nebenkostenprivileg abgeschafft worden sei.
Veröffentlicht hat das ZDF außerdem am 13. Oktober die Vergütung seiner obersten Führungskräfte für das Jahr 2025. Demnach erhielt Intendant Norbert Himmler ein Gehalt in Höhe von 399.060 Euro. Hinzu kamen 5.890 Euro an Sachbezügen (privat zu versteuernder geldwerter Vorteil für den Dienstwagen). Außerdem erhielt Himmler eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 9.240 Euro (monatlich 770 Euro). Weitere 14.700 Euro bekam er für Tätigkeiten bei ZDF-Tochterfirmen.
Das Gehalt von Karin Brieden, damalige Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Intendantin (Ende Juni 2026 trat sie in den Ruhestand), belief sich auf 291.350 Euro, plus 1.732 Euro Sachbezüge. Hinzu kamen Einkünfte für Tätigkeiten bei Tochterfirmen in Höhe von 34.300 Euro.
Von den übrigen fünf Direktoren erhielt Produktionsdirektor Michael Rombach mit 277.360 Euro die höchste Grundvergütung, gefolgt von Chefredakteurin Bettina Schausten (269.830 Euro), Programmdirektorin Nadine Bilke und Audience-Direktor Florian Kumb (jeweils 256.440 Euro). Der seit Mai 2025 amtierende Justitiar Felix Mai bekam 154.880 Euro. Die Sachbezüge lagen zwischen 2.000 und 7.900 Euro. Auch alle Direktoren erhielten 2025 eine Aufwandsentschädigung (bis zu 520 Euro monatlich). Bilke, Rombach, Kumb und Mai hatten außerdem noch Einkünfte aus Tätigkeiten für ZDF-Tochterfirmen (zwischen 1.000 und 9.200 Euro).
vnn
Zuerst veröffentlicht 23.10.2026 09:10
Schlagworte: Medien
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