20.01.2026 14:55
München (epd). Der frühere Ministerpräsident und Bundesverfassungsrichter Peter Müller (CDU) wird dem neuen Medienrat für ARD, ZDF und Deutschlandradio angehören. Die ARD-Gremienvertreterkonferenz (GVK) wählte den 70-Jährigen sowie die Journalistin und Medienmanagerin Nathalie Wappler am Montag in das Gremium, wie die GVK in München mitteilte. Der aus sechs Personen bestehende Medienrat ist damit komplett. Er soll evaluieren, ob die Sender insgesamt ihren Auftrag erfüllen. Das Expertengremium wurde Ende 2025 mit dem Reformstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ins Leben gerufen.
Weitere Mitglieder des Medienrats sind die Kommunikationswissenschaftlerin Anne Bartsch (Universität Leipzig) und der Politikwissenschaftler Alexander Kühnle (Hochschule der Medien in Stuttgart). Sie wurden von den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten berufen. Der ZDF-Fernsehrat wählte die Medienwissenschaftlerin Annika Sehl (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt), der Deutschlandradio-Hörfunkrat die Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann (Freie Universität Berlin).
Wappler und Müller würden "mit ihren komplementären Perspektiven künftig dazu beitragen, den Auftragsbericht des Medienrats fachlich mitzugestalten, und auch Praxiserfahrungen in die Empfehlungen zur Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Angebots einfließen lassen", erklärte die GVK. Der Bericht des Medienrats über die Auftragserfüllung der Sender soll alle zwei Jahre vorgelegt werden. Die Geschäftsstelle des Gremiums wird an der Bauhaus-Universität Weimar eingerichtet.
Der CDU-Politiker Müller war von 1999 bis 2011 Ministerpräsident des Saarlandes und von 2011 bis 2023 Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Die 1968 geborene schweizerisch-deutsche Journalistin Wappler ist seit 2019 Direktorin des Schweizer Radios und Fernsehens (SRF) und wird diesen Posten im April abgeben. Zuvor war sie unter anderem Programmdirektorin des MDR sowie in verschiedenen Leitungsfunktionen beim Schweizer Fernsehen tätig.
Die ARD-GVK hat sich am Montag nach den Vorgaben des Reformstaatsvertrags neu konstituiert. Die Mitglieder wählten Klaus Sondergeld, Vorsitzender des Rundfunkrats von Radio Bremen, einstimmig zum Vorsitzenden, wie die GVK mitteilte. Er hatte dieses Amt bereits in der bisherigen Gremienvorsitzendenkonferenz inne. Mit dem Reformstaatsvertrag wurde die Gremienvorsitzendenkonferenz in die Gremienvertreterkonferenz mit neuer Zusammensetzung und erweiterten Aufgaben überführt.
Zur Vorsitzenden des neuen GVK-Programmausschusses wurde Gabriele Hammelrath (WDR-Rundfunkrat) gewählt. Der Ausschuss berät die GVK bei ihrer neuen Aufgabe, das Gemeinschaftsangebot der ARD zu beaufsichtigen. Nach dem amtszeitbedingten Ausscheiden von Hammelrath Ende 2026 folgt ihr Anja Kramer (Mitglied NDR-Rundfunkrat). Sie wurde von der GVK zur designierten Vorsitzenden des Gremiums gewählt.
Zur Vorsitzenden des GVK-Telemedienausschusses wurde Beate Bäumer (NDR-Rundfunkrat) gewählt. Der Ausschuss befasst sich mit der Entwicklung der digitalen Angebote und deren Distribution. Den Vorsitz im GVK-Finanzausschuss hat weiterhin Petra Rossbrey, Vorsitzende des HR-Verwaltungsrats. Der Ausschuss koordiniert unter anderem die Beratungen der zuständigen Aufsichtsgremien zu den Gemeinschaftseinrichtungen und Beteiligungen der ARD.
rid
Zuerst veröffentlicht 20.01.2026 15:55 Letzte Änderung: 20.01.2026 17:02
Schlagworte: Medien, Personalien, Aufsicht, NEU
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