24.02.2026 07:25
Hamburg (epd). Ein von der Bundesregierung berufener Experte reagiert zurückhaltend auf die Forderung nach einer Altersbeschränkung für Social Media durch CDU und SPD. Olaf Köller, Psychologe am Leibniz-Institut und Co-Vorsitzender der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission, sagte dem Magazin "Stern" (Dienstag), eine solche Altersgrenze stehe nicht unbedingt im Mittelpunkt der Arbeit in dem Gremium.
"Viel wichtiger ist aber, dass die Kommission nicht allein untersucht, wie man Kinder und Jugendliche, beispielsweise durch ein Mindestalter, schützen kann, sondern sie vor allem unterstützt, kompetent mit sozialen Medien umzugehen", sagte Köller. Doch dazu sagten seines Wissens weder die Akteure der CDU noch die der SPD etwas Qualifiziertes.
Zudem verwies Köller auf eine noch ausstehende Positionierung der CSU als drittem Koalitionspartner. Bislang lägen Beschlüsse beziehungsweise Papiere der Parteien vor, nicht aber der Bundestagsfraktionen. Die Kommission, deren Co-Vorsitzender Köller ist, beschäftigt sich mit konkreten Handlungsempfehlungen zum "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt". Einberufen hat sie Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). Köller ist Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel.
Offen ist, inwieweit eine Positionierung der Bundesregierung zu einem Social-Media-Verbot für Heranwachsende überhaupt konkrete Folgen hätte. Für eine entsprechende Regulierung ist in erster Linie die Europäische Union zuständig, diese prüft bereits entsprechende Schritte und will bis zum Sommer entscheiden.
sro
Zuerst veröffentlicht 24.02.2026 08:25 Letzte Änderung: 24.02.2026 09:32
Schlagworte: Medien, Internet, Jugend, NEU
zur Startseite von epd medien