31.03.2026 07:15
Frank Nielebock wird zum 1. August 2026 Sprecher der Geschäftsführung der WDR Mediagroup. Er ist bereits seit 2017 Geschäftsführer des Unternehmens, sein Vertrag wird um weitere fünf Jahre verlängert. Neu in die Geschäftsführung kommt Tobias Lammert, der bislang den Geschäftsbereich Marketing & Vertrieb leitete. Der langjährige Geschäftsführer Michael Loeb verlässt zum 31. Juli das Vermarktungsunternehmen nach 25 Jahren auf eigenen Wunsch. Der Jurist, der zudem Geschäftsführer der ARD Plus sowie Vorsitzender der ARD Werbung und der Gesellschafterversammlung bei der Bavaria Film ist, will nach seinem Ausscheiden als Of Counsel für eine Anwaltskanzlei im Medien- und Technologiebereich tätig sein.
Der stellvertretende Chefredakteur des Berliner "Tagesspiegels", Stephan Haselberger, verlässt die Zeitung. Er wolle sich eigenen Projekten widmen, teilte der Verlag mit. Haselberger arbeitete rund zwei Jahrzehnte als Korrespondent, Leiter des Hauptstadtbüros und seit 2021 als stellvertretender Chefredakteur für das Berliner Medienhaus. Der Schritt erfolge auf eigenen Wunsch und in allerbestem Einvernehmen, hieß es. "Tagesspiegel"-Chefredakteur Christian Tretbar bescheinigte Haselberger einen leidenschaftlichen Einsatz, große Expertise, ein herausragendes Gespür für Themenfindung und exzellente Kontakte. Damit habe er das politische Profil des "Tagesspiegels" über lange Zeit maßgeblich mitgeprägt. Weiterhin bleiben Laura Himmelreich, Anke Myrrhe und Sidney Gennies stellvertretende Chefredakteure. Der Tagesspiegel gehört neben der "Zeit", dem "Handelsblatt" und der "Wirtschaftswoche" zur DvH Medien GmbH von Dieter von Holtzbrinck.
Der Cartoonist Thomas Körner setzt sich nach über 30 Jahren bei der "tageszeitung" (taz) teilweise zur Ruhe. Annähernd 10.000 Comic-Streifen habe der 66-Jährige in dieser Zeit für die Satireseite "Wahrheit" der Zeitung produziert, berichtete die taz in eigener Sache. Körner, der unter dem Namen "Tom" arbeitet, bleibe der Zeitung für einen wöchentlichen Comic in der Print-Ausgabe samstags sowie als Teil eines neuen Teams bei der "Wahrheit" erhalten. Die restlichen Tage zeichneten künftig fünf neue Cartoonistinnen und Cartoonisten. Am 6. Dezember 1991 war Körners erster "Touché"-Comic erschienen. Seitdem habe er täglich, außer sonntags und während Urlauben, eine humoristische Zeichnung veröffentlicht. Ab dem 13. April ziehe er sich aus dem Tagesgeschäft zurück, hieß es.
Zum 1. August übernimmt Charlotte Morré die Position der Chefredakteurin bei "Tagesspiegel Background". In dieser Funktion wird sie die redaktionelle Leitung der digitalen B2B-Fachdienste verantworten und die strategische Weiterentwicklung vorantreiben, wie der Verlag mitteilte. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit werde der Ausbau des gesamten "Background"-Angebots sowie die stärkere Verzahnung der Fachbriefings untereinander sein. Morré werde außerdem die Professionalisierung im Digitalen weiter forcieren sowie die organisatorische und inhaltliche Koordination im Tagesgeschäft verantworten. Morré ist seit Oktober 2021 Head of Digital und Mitglied der Chefredaktion beim "Handelsblatt", das wie der "Tagesspiegel" zu Dieter von Holtzbrinck Medien gehört.
Der Medienmanager Thomas Schultz-Homberg (58) wird neuer Chief Transformation Officer (CTO) der Madsack Mediengruppe. Zu seinen Aufgaben gehöre der Ausbau der digitalen IT-Infrastruktur sowie der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz, teilte die Mediengruppe mit. Schultz-Homberg war bisher bei DuMont in Köln tätig. Er wird Mitglied der aus neun Personen bestehenden Konzerngeschäftsführung bei Madsack und berichtet an den Vorstandsvorsitzenden Thomas Düffert.
Moritz Döbler, Chefredakteur der "Rheinischen Post", ist neuer Sprecher des Deutschen Presserats. Er wurde in dieses Amt als Nachfolger von Manfred Protze gewählt, der fortan stellvertretender Sprecher ist. Döbler engagiert sich seit 2022 ehrenamtlich bei der freiwilligen Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien. Entsandt wurde er vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV). Jost Müller-Neuhof kehrt als Mitglied in den Presserat zurück. Der Jurist und rechtspolitische Korrespondent des "Tagesspiegel" wurde als Vertreter des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) in das Gremium gewählt. Er folgt auf Negin Behkam, die nach drei Jahren ausscheidet.
Dominik Böhner (50) übernimmt Anfang April die Leitung Marketing im Bayerischen Rundfunk (BR). Gemeinsam mit seinem Team gestaltet er die strategische Markenführung auf Basis der Programm- und Unternehmensziele. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner Aufgabe liegt darin, das regionale Profil zu stärken und die Markenidentität des BR weiterzuentwickeln. Böhner folgt auf Markus Riese, der Anfang Januar die Geschäftsführung der BR Media übernommen hatte. Zuletzt leitete Böhner die Go-To-Market-Abteilung im Red Bull Media House in Salzburg und Wien.
Johanna Drachenberg wird zum 1. Juni neue Leiterin Abonnement & Marketing der Spiegel Gruppe. Derzeit ist sie als Leiterin Lesermarkt & Marketing in der Weser Kurier Mediengruppe tätig. In ihrer neuen Funktion ist die 39-Jährige im Unternehmensbereich Produkt & Vertrieb unter anderem für die strategische Weiterentwicklung und das Wachstum des Abonnementgeschäfts für Digital- und Printprodukte verantwortlich. Sie folgt auf Isabella Wohlwend, die die Spiegel Gruppe auf eigenen Wunsch verlässt.
Elke Heidenreich (83) schreibt eine regelmäßige Kolumne in der "Süddeutschen Zeitung". Wie der Verlag mitteilte, blickt die Autorin seit dem 13. März in "Heidenreichs Fundstücke" auf "ein reiches Leben voller Begegnungen, Erlebnisse und Erinnerungen" zurück. Ausgangspunkt jeder Kolumne sei ein Fundstück, das Heidenreich beim Aufräumen, Ausmisten oder Stöbern finde und das "als Auslöser für persönliche Rückblicke, pointierte Beobachtungen und kluge Gedanken zur Gegenwart dient". Die Kolumne erscheint nach Angaben des Verlags im Ressort Feuilleton & Medien.
Der Göttinger Buchladen "Rote Straße" hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer als "Mitarbeiter des Monats" geehrt. Nachdem der Staatsminister den linken Buchladen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen hatte, erlebte die "Rote Straße" nach einem Bericht der "Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen" einen Kundenansturm. Ein Mitarbeiter sagte, es träfen jetzt viele Buchbestellungen aus ganz Deutschland ein, dies sei der "umsatzstärkste März" seit der Gründung des Buchladens. Weimer hatte den Göttinger Laden und zwei weitere linke Buchhandlungen als Preisträger gestrichen und das mit verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen begründet.
Der Verwaltungsrat der Schweizer Rundfunkanstalt SRG SSR hat Roger Elsener zum neuen Direktor des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) gewählt. Das Gremium folgte damit dem Vorschlag des Regionalvorstands SRG Deutschschweiz einstimmig. Der bisherige CEO des Internet-TV-Anbieters Zattoo folgt am 1. Mai auf Nathalie Wappler, die das Unternehmen verlässt. Sie wird in Deutschland dem neuen Medienrat für ARD, ZDF und Deutschlandradio angehören. Des weiteren ernannte der SRG-Verwaltungsrat auf Antrag von Generaldirektorin Susanne Wille einstimmig Nicolas Pernet zum Direktor des neuen Bereichs Angebot und Moritz Stadler zum Direktor des neuen Bereichs Operationen. Beide werden wie auch Elsener der neuen Geschäftsleitung der SRG angehören.
Roland Mitterbauer, stellvertretender Chefredakteur und Head of Digital der "Augsburger Allgemeinen", verlässt das Medienhaus auf eigenen Wunsch im zweiten Halbjahr 2026, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen, wie die Mediengruppe Pressedruck mitteilte. Mitterbauer verantwortete den Angaben nach seit September 2023 innerhalb der Chefredaktion zentrale Aufgaben in der digitalen Weiterentwicklung der Redaktion. Der Chefredaktion gehört neben Andrea Kümpfbeck und Peter Müller künftig weiterhin Lena Jakat als Stellvertreterin an. Sie übernehmen die bisherigen Aufgaben Mitterbauers. Die "Augsburger Allgemeine" gehört zur Mediengruppe Pressedruck mit Sitz in Augsburg. Neben der "Augsburger Allgemeinen" erscheinen in dem Verlag auch die "Allgäuer Zeitung", die "Main-Post" sowie der "Südkurier".
Klassik Radio hat Stefan Ibelshäuser zum Programmdirektor ernannt. Der bisherige Vize übernehme damit "federführend die Verantwortung im Content-Team" für die Inhalte bei dem in Augsburg ansässigen Privatradiosender, hieß es in einer Mitteilung. Ulrich Kubak, CEO der Klassik Radio AG, lobte Ibelshäuser als "starke und kompetente Führungspersönlichkeit". Die strategische Personalentscheidung unterstreiche die Ambitionen von Klassik Radio, die Position als "führender Anbieter von qualitativ hochwertigem Audio-Content" weiter auszubauen.
Der frühere sächsische Regierungssprecher Michael Sagurna ist tot. Er starb am 23. Februar im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit in Dresden, wie seine Familie mitteilte. Sagurna war in den 1990er Jahren einer der wichtigsten Berater des damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (1930-2021). Geboren wurde Sagurna am 27. September 1955 in Paderborn. Er studierte Kommunikationswissenschaft und Rechtswissenschaften in Göttingen und Bonn. Später arbeitete er als Journalist und war unter anderem als Reporter in Afghanistan tätig. Nach dem Rücktritt Biedenkopfs 2002 wurde Sagurna unter Nachfolger Georg Milbradt (CDU) Chef der sächsischen Staatskanzlei. Später war er Präsident des Medienrates der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM).
Die Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz und die Deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgien (DG) haben ihre bestehende Zusammenarbeit mit einer Kooperationsvereinbarung offiziell besiegelt. Sie soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unter anderem durch gemeinsame Projekte, Fortbildungen und eine Zusammenarbeit zwischen Rundfunkanstalten vertiefen. Medienkompetenz sei eine Schlüsselqualifikation in der digitalen Gesellschaft. Die Kooperationsvereinbarung schaffe die Grundlage, Ostbelgien mit einem starken Partner fit für die Zukunft zu machen, sagte Gregor Freches, DG-Medienminister. Die DG ist neben der flämischen und französischen eine der drei Gemeinschaften Belgiens und umfasst neun deutschsprachigen Gemeinden.
In einer Nachholsitzung hat der Deutsche Presserat eine weitere Rüge gegen "Bild" ausgesprochen. Auf "bild.de" berichtete das Medium unter der Überschrift "Mehr als 100.000 Gewalttaten durch Afghanen", wie der Presserat mitteilte. Der Beitrag habe sich mit vom Bundesinnenministerium vorgelegten Zahlen zu Gewalttaten von Afghanen in Deutschland beschäftigt. Der Presserat sah in der Headline eine falsche Darstellung und eine schwerwiegende Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex. Aus dem Text des Artikels gehe nicht hervor, dass es sich bei der genannten Zahl nicht um bewiesene Taten, sondern lediglich um Verdachtsfälle handele.
RTL setzt zunehmend künstliche Intelligenz ein. Für die Gerichtssendung "Ulrich Wetzel - das Strafgericht" entstehen durch KI-gestützte Bearbeitung neue Episoden mit veränderter Dramaturgie, neuen Darstellern und alternativen Urteilen, wie der Sender mitteilte. Jede Folge werde juristisch geprüft und redaktionell abgenommen. In Babelserg läuft außerdem ein Pilotprojekt, das erprobt, wie KI Serienproduktionen wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" flexibler und visuell anspruchsvoller machen könne. Virtuell erweiterte Hintergründe sind laut RTL bereits in "Unter Uns" und "Alles was zählt" zu sehen. Beim "Club der roten Bänder - Die neue Generation" erweitere KI die Kulissen digital. Zudem soll ein KI-Tool bei der Postproduktion von Reality-Formaten helfen, relevante Szenen zu erkennen und Storylines zu strukturieren. Der erste großflächige Einsatz soll dem Sender zufolge bei der nächsten "Are You The One"-Produktion im April in Thailand erfolgen.
Die Deutsche Welle ist wieder Mitglied im Deutschen Kulturrat. Nachdem der Sender 2021 personell bedingt aus dem Deutschen Medienrat - einer Sektion des Kulturrats - ausgeschieden war, ist er seit März dieses Jahres erneut dabei. Damit stärke die DW ihre institutionelle Vernetzung mit öffentlich-rechtlichen und privaten Medien sowie mit Vertretern kreativer und journalistischer Urheber, hieß es. Außerdem wolle die DW damit ihre hohe Wertschätzung für den Kulturrat und seine konstitutive Rolle für die Kultur- und Medienbranche zum Ausdruck bringen, unterstrich Intendantin Barbara Massing. Die DW will sich insbesondere bei Themen wie Medienfreiheit, Digitalisierung und Förderung von Medienkompetenz einbringen. Der Deutsche Kulturrat ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände.
Die ARD-Unterhaltungssendung "Immer wieder sonntags" endet nach der diesjährigen Saison. Der SWR begründete die Entscheidung mit seiner wirtschaftlichen Situation. Nach mehr als 30 Jahren wird die von Stefan Mross moderierte Show damit auf Beschluss von SWR und ARD aus dem Programm genommen. Clemens Bratzler, Programmdirektor des SWR, nannte die Entscheidung "schmerzhaft". Die wirtschaftliche Lage des Senders lasse jedoch keine andere Wahl. "Ich verstehe, dass viele treue Fans von 'Immer wieder sonntags' enttäuscht sein werden, weil wir ihnen aus finanziellen und strategischen Gründen einen Fixpunkt im Sommer nehmen", sagte er. Die Gelder, die bisher für die Sendung eingesetzt wurden, sollen künftig teilweise eingespart werden. Ein anderer Teil soll die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate finanzieren. Die letzte Staffel beginnt am 31. Mai. Sie umfasst zwölf Live-Sendungen, eine zusätzliche Final-Ausgabe am 6. September und eine Best-of-Show eine Woche später.
Die Reichweite der Angebote der Deutschen Welle (DW) im Iran hat sich nach Angaben des Auslandssenders seit Beginn der Proteste in dem Land stark erhöht. Trotz Einschränkungen durch das Regime habe DW Farsi im Februar rund 45 Millionen Video-Views auf Instagram erreicht. Auch die DW-Webseite auf Farsi habe Zuwächse verzeichnet. Besonders stark sei die Nutzung der Farsi-Angebote auf Youtube gestiegen, im Januar um fast 2.500 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Vormonate. Zu den großen Herausforderungen zählten die Zensur sämtlicher Angebote, wiederkehrende Internetsperren, verstärkte Propagandamaßnahmen sowie Versuche, Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen, bis hin zu Drohungen gegen Mitarbeitende, erklärte die DW. Der Iran blockiere DW-Angebote, habe die Farsi-Redaktion der DW schon 2022 auf eine Sanktionsliste gesetzt und werfe ihr "Unterstützung von Terrorismus" vor. Nutzerinnen und Nutzer im Iran könnten die Zensur der Angebote jedoch mit technischen Hilfsmitteln wie VPNs oder der "DW Access App" umgehen.
Unter dem Motto "Verantwortung statt Fake!" will Wedium eine europäische Alternative zur Kurzvideoplattform Tiktok werden. Der Launch im deutschsprachigen Raum ist für Juli geplant. Gegründet wurde das neue soziale Netzwerk im Jahr 2025 unter anderem vom Leiter der Berliner Werbeagentur Glow, Johannes Meissner. Die Algorithmen der großen Plattformen seien darauf ausgelegt, ihre Nutzer möglichst lange zu binden, oft auf Kosten ihrer Gesundheit, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin Nele Meissner. Zudem verzerrten Fake Accounts, Bots und algorithmische Verstärkung extremistischer Inhalte den öffentlichen Diskurs. Wedium setzt dem eine transparente Identifikation entgegen: Ausschließlich verifizierte Personen dürfen posten, die Registrierung erfolgt einmalig mit einem amtlichen Ausweis. Zudem positioniere sich die Plattform als europäische Antwort auf US-amerikanische und chinesische Tech-Konzerne - etwa mit einer DSGVO-konformen Datenspeicherung in Europa oder einer Stärkung von Qualitätsjournalismus durch transparente Inhalte Unterstützt wird Wedium den Angaben zufolge von einem interdisziplinären Advisory Board mit Experten.
Das Netzwerk Klimajournalismus hat das Online-Angebot "Brandmelder" gestartet. Redaktionsleiter sind der frühere WDR-Redakteur Jürgen Döschner und Josephine Andreoli, Projektleiter ist David Schmidt. Das Netzwerk Klimajournalismus wurde 2021 gegründet. "Brandmelder" (https://brandmelder.org/) teilte zum Start am 16. März mit, das Angebot arbeite gemeinnützig. Die Redaktion wolle die Klimaberichterstattung in deutschen Medien beobachten, einordnen und wiederkehrende Muster sichtbar machen: "Welche Geschichten werden erzählt? Welche Perspektiven dominieren? Und wo fehlen Kontext, Einordnung oder Zusammenhänge, um Debatten, politisches Handeln und wirtschaftliche Entwicklungen vor dem Hintergrund der Klimakrise zu verstehen?"
Der WDR startet mit der Film- und Medienstiftung NRW die Development-Initiative "Made in NRW". Das Programm soll genreunabhängig gezielt die frühe Entwicklungsphase von Film- und Serienprojekten, Dokumentarfilmen und anderen Angeboten für die digitalen Ausspielwege der ARD stärken. Mit einem jährlichen Budget von 300.000 Euro werden von der Film- und Medienstiftung bis zu sechs fiktionale oder non-fiktionale Projekte gefördert. Antragsberechtigt sind Produzentinnen und Produzenten mit Sitz oder Betriebsstätte in Nordrhein-Westfalen, die gemeinsam mit NRW-Talenten (Buch und/oder Regie) Projekte mit Streaming-Perspektive - insbesondere für die ARD Mediathek - entwickeln. Die Förderung erfolgt als Zuschuss von bis zu 50.000 Euro pro Projekt.
Mit der ersten Transalpinen Medienkompetenztagung sollen die länderübergreifende Vernetzung und die Medienkompetenz gestärkt werden. Dazu trafen sich Mitte März in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) Fachleute und Verantwortliche aus Baden-Württemberg, Bayern, Österreich, der Schweiz, Südtirol und Thüringen. Sie verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre Verantwortung bekräftigten, Medienkompetenz in Bildung, Gesellschaft und Kultur nachhaltig zu stärken. Unterzeichnet wurde die Erklärung von der luxemburgischen Aufsichtsbehörde Alia, der BLM, dem Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom), der österreichischen Medienregulierung KommAustria, dem Landesbeirat für das Kommunikationswesen in Südtirol (LBK), der Medienanstalt für Baden-Württemberg (LFK) sowie der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM).
Der WDR-Rundfunkrat hat einen Dreistufentest zum MausRadio eingeleitet. Dieses Genehmigungsverfahren ist notwendig, weil der Sender für Grundschulkinder ab 2027 nicht mehr über den digitalen Radiostandard DABplus, sondern nur noch als Webstream verbreitet werden soll. Der WDR folgt damit der politischen Vorgabe aus dem Reformstaatsvertrag, weniger Radiosender terrestrisch zu verbreiten. Der Rundfunkrat prüft nun, ob das MausRadio als Webstream vom Auftrag des öffentlich‑rechtlichen Rundfunks umfasst ist. Um die Auswirkungen auf den Wettbewerb abzuschätzen, will das Gremium ein wissenschaftliches Marktgutachten in Auftrag geben. Außerdem berücksichtigt es bei seiner Prüfung externe Stellungnahmen etwa von Verbänden oder Privatpersonen. Diese können bis zum 30. April 2026 eingereicht werden.
Seit dem 9. März ist die neue Audio-App "ARD Sounds" verfügbar. Sie löst offiziell die ARD-Audiothek als gemeinsame Audio-Plattform aller ARD-Anstalten ab. Der neue Name und das neue Design stehen nach Angaben des Senderverbunds für ein "noch besseres Hörangebot mit optimaler Auffindbarkeit", nach dem Motto: "Der Playbutton für deinen Tag." Die App ist den Angaben zufolge für die Nutzung auf allen gängigen Endgeräten optimiert. Bereits jetzt sind Programme des Deutschlandradios Teil von ARD Sounds, in Kürze sollen auch Podcasts des ZDF - wie "Lanz & Precht" und "Terra X" - hinzukommen. Über die geplante Umbenennung der Audiothek in Sounds hatte der epd bereits im Juni 2025 berichtet, offiziell bestätigt wurde dies von der ARD im Dezember.
Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) hat die App "freii" zur bewussten Nutzung von Medien vorgestellt. Die App soll mittels eines 21-tägigen Programms aufklären, Impulse geben und wieder mehr "offline" verbrachte Zeit fördern, erklärten Entwickler und Beteiligte. Zudem gibt es einen Bereich für Eltern, durch den der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen führt. Die App richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren. Die Schülerinnen, Eltern und andere Erziehende sammelten dabei gemeinsam Punkte für die Klasse. Punkte gebe es, wenn Videos und Audios genutzt, Quizfragen richtig beantwortet und Tage abgeschlossen werden. Die kostenfreie App, die für Android- und Apple-Geräte verfügbar ist, wurde von der Villa Schöpflin - einem Zentrum für Suchtprävention in Lörrach - entwickelt.
Die SPD-Parteizeitung "Vorwärts" stellt die gedruckte Ausgabe ein: Eine "gedruckte Zeitung und ein statisches E-Paper sind nicht mehr das richtige Format, um die Leser*innen zeitgemäß zu informieren", schrieb SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf am 6. März bei "vorwaerts.de". Die SPD-Zeitung wolle sich im 150. Jahr ihres Bestehens neu aufstellen. Frühere "Nebenprodukte" wie der Newsletter, Podcasts oder Posts in sozialen Medien fänden wachsende Resonanz. Bis zur Feier des 150-jährigen Bestehens der Publikation beginne eine "grundlegende Umbauphase". Die Druckausgabe erschien zuletzt vier Mal im Jahr, zwei weitere Ausgaben erschienen nur als E-Paper Ausgaben. Laut Mediadaten hatte sie eine Gesamtauflage von 330.000 Exemplaren. Chefredakteurin ist seit 2013 Karin Nink.
Die Zeit Verlagsgruppe hat 2025 einen Umsatz von 309,7 Millionen Euro erzielt. Das waren nach Angaben des Unternehmens 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Haupttreiber des Umsatzes sei der weitere Ausbau des Digital-Abos der "Zeit" gewesen. Das Print-Abonnement der Wochenzeitung liege stabil bei gleichbleibend hohen Erlösen wie im Vorjahr. Angaben zum Ergebnis machte die Gruppe nicht.
RTL Deutschland feiert ab dem 23. März die "Woche der Vielfalt". Das Medienunternehmen teilte mit, es unterstreiche damit sein Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt und stelle Vielfalt in allen ihren Dimensionen in den Fokus seiner Angebote. Unter dem Motto "Alles, was uns zusammenbringt", würdige RTL den Wert von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Zu den Beiträgen, die RTL in der Woche sendet, gehört ein Besuch bei Ryyan Alshebl, der im Jahr 2015 als syrischer Flüchtling nach Deutschland kam und 2023 Bürgermeister von Ostheim wurde. In der Wochenserie "Eine Chance für die Bildung" bei "Punkt 12" rückt RTL die Kraft von Bildung als Schlüssel zu Chancengleichheit in den Fokus. Mit Posts in den Social-Media-Kanälen von RTL soll die Themenwoche ergänzt werden.
Der RBB will ab Ende Mai die getrennte Berichterstattung aus den beiden Bundesländern ausweiten. Geplant sei, das Fernsehprogramm dann auch wochentags um 21.45 Uhr für jeweils halbstündige Sendungen regional für Berlin und Brandenburg auseinanderzuschalten, teilte der Sender mit. Bisher wird das TV-Programm um 19.30 Uhr für die Berliner "Abendschau" und "Brandenburg aktuell" für eine halbe Stunde auseinandergeschaltet. Der seit 2024 geltende RBB-Staatsvertrag gibt eine Verdopplung der getrennten Sendezeit auf 60 Minuten vor. Intendantin Ulrike Demmer erklärte, im RBB werde es künftig wochentags neben den Nachrichten dreieinhalb Stunden Live-Fernsehen mit Berichten über und aus dem Sendegebiet geben, davon jeweils eine Stunde exklusiv für Brandenburg und Berlin. Die geplanten Sendungen im Spätprogramm sollen auf den jeweiligen Hauptausgaben von "Abendschau" und "Brandenburg aktuell" aufbauen.
Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat nach neun Jahren Förderung einen umfangreichen Antrag von ProQuote Medien zur Beobachtung und Analyse des Geschlechterverhältnisses in Leitmedien in Deutschland abgelehnt. Damit fehlten dem Verein 600.000 Euro für die nächsten drei Jahre, erklärte ProQuote Medien. Ohne diese Förderung könne die Erhebung des Frauenmachtanteils der deutschen Leitmedien nicht fortgeführt werden. "Die Dringlichkeit, weibliche Perspektiven in unserer Demokratie zu stärken, scheint an dieser Stelle nicht mehr zu bestehen", sagte Vorstandsmitglied Katharina Preuth. Das Ministerium bestätigte dem epd die Ablehnung der Förderung. "Der Antrag von ProQuote Medien zur 'Erhöhung des Frauenmachtanteils in den Medien' wurde im Rahmen des regulären Prüfungsverfahrens sorgfältig bewertet und aus fachlichen Gründen abschlägig beschieden", teilte die Behörde mit.
Die Landesanstalt für Medien NRW ruft Eltern dazu auf, die Aktivitäten ihrer Kinder auf der Messenger-Plattform WhatsApp im Blick zu behalten. Kinder und Jugendliche überblickten die Risiken von öffentlichen Kanälen dort nicht vollends, ergibt eine Analyse der Medienaufsichtsbehörde Auf WhatsApp können neben privaten Chats auch Kanäle betrieben werden, auf denen Admins Inhalte öffentlich teilen. Diese seien besonders beliebt bei jüngeren Kindern und Jugendlichen, deren Eltern ihnen andere soziale Medien verbieten. Viele Eltern kennten die Kanalfunktion gar nicht oder wüssten nicht, wie sie genau genutzt würde. Die Medienanstalt hat nach eigenen Angaben 100 WhatsApp-Kanäle minderjähriger Admins analysiert und 12 qualitative Interviews mit Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren geführt. Darin sei eine "teilweise ausgeprägte Naivität" deutlich geworden, mit der persönliche und teils intime Informationen geteilt würden, hieß es.
Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder (DSK) fordert, auf Chatkontrollen vollständig und endgültig zu verzichten. Die DSK appelliere an die EU und alle Beteiligten, von der Massenüberwachung privater Chats, dem flächendeckenden Scannen privater Nachrichten und einem Durchbrechen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Ausnahme abzusehen, teilte sie in Stuttgart mit. Im November hatte die damalige dänische EU-Ratspräsidentschaft ihren Vorschlag für eine Gesetzgebung zurückgezogen. An einer entsprechenden Initiative der EU-Kommission aus dem Jahr 2022 gibt es seit Jahren viel Kritik, auch von Journalistenorganisationen. Bisher gelang es keiner EU-Ratspräsidentschaft, einen Kompromiss zu finden, dem genügend Mitgliedstaaten zustimmen. Auch das EU-Parlament steht einer Chatkontrolle kritisch gegenüber.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat ein neues digitales Bildungsangebot zur Prävention von islamistischer Radikalisierung und Desinformation gestartet. In dem Videospiel mit dem Titel "Wer ist Bilal?" begleiten die Nutzer einen jungen Protagonisten, der zunehmend mit Manipulation, Gruppendruck und extremistischen Ansichten konfrontiert wird. Durch eigene Entscheidungen könnten sie nachvollziehen, wie Radikalisierungsprozesse entstehen und welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Zugleich sollen sie lernen, wie sie sich gegen extremistische Ideologien wappnen können.
Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main präsentiert seit dem 6. März Cartoons und Gedichte zur Krise der Demokratie. Die Ausstellung zeige Perspektiven auf, auf die man selbst nicht gekommen wäre, sagte die Geschäftsführerin des "Kulturfonds Frankfurt RheinMain", Susanne Völker. "Eine Gesellschaft, die über sich lachen kann, ist eine Gesellschaft in Freiheit." Zu sehen sind 37 Drucke von Zeichnungen und Gemälden der Karikaturisten-Duos Greser& Lenz und Hauck& Bauer sowie von Katharina Greve, außerdem Gedichte von Thomas Gsella. Die Ausstellung ist bis 7. Juni geöffnet.
Das Zeichnerduo "Rattelschneck" ist in Göttingen mit dem Satirepreis "Göttinger Elch" ausgezeichnet worden. Marcus Weimer und Olav Westphalen werden nach Angaben der Stadt Göttingen für ihre pointierten Bildgeschichten prämiert. Die Stadt vergibt den Preis seit 1997 für ein satirisches Lebenswerk. Er ist mit 3.333 Euro sowie einer silbernen Elchbrosche dotiert. Unter dem Namen "Rattelschneck" entstehe seit den 90er Jahren eine Form von Komik, die klug, pointiert und auf hohem künstlerischen Niveau Witze mache, hieß es zur Begründung. Das Duo veröffentlicht seine Comics und Zeichnungen unter anderem in der "Süddeutschen Zeitung", der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Zeit" sowie in den Magazinen "Titanic" und "11 Freunde".
Andreas Rinke, Chefkorrespondent der Nachrichtenagentur Reuters, erhält in diesem Jahr den Preis der Bundespressekonferenz (BPK). "Er zählt seit Jahren zu den unermüdlichen Antreibern in den Pressekonferenzen der BPK", erklärte der Verein. "Immer wieder bleibt er mit journalistischer Beharrlichkeit den Hintergründen und Zusammenhängen der Regierungsgeschäfte auf der Spur und weiß diese auf eine professionelle Ebene zu bringen." Rinke ist den Angaben zufolge seit 15 Jahren Chefkorrespondent bei Reuters. Zuvor arbeitete er als Berliner Korrespondent des "Handelsblatts". Rinke vereine "ein vorbildliches journalistisches Ethos, eine faktenbasierte Recherche sowie eine Haltung, die Welt und die Politik zu erklären - ohne sie zu verurteilen oder vorschnell zu beurteilen", erklärte die BPK. Der undotierte Preis wird am 17. April in Berlin verliehen. Im Verein der Bundespressekonferenz sind gut 900 Journalistinnen und Journalisten organisiert, die über Bundespolitik berichten. Der Verein veranstaltet Pressekonferenzen.
Der Journalist Dietmar Dath erhält den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2026. Daths Texte über Film, Popkultur, Science Fiction, soziologische oder naturwissenschaftliche Themen erschlössen auch schwierigste Werke auf hohem sprachlichen Niveau, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Dath, 1970 in Rheinfelden geboren, ist seit 2001 Feuilleton-Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und schreibt zudem Theaterstücke, Hörspiele, Sachbücher und Romane. Die Jury lobte: "Seine Texte zeichnen sich durch ihre gewitzte, durchkomponierte und wohltuend eigensinnige Sprachgestaltung aus." Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am 19. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen. Das Fachmagazin "Börsenblatt" stiftete 1977 den Alfred-Kerr-Preis. Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr (1867-1948), der in der Kritik eine eigene Kunstform sah. Das Fachmagazin verleiht den Preis gemeinsam mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
red
Zuerst veröffentlicht 31.03.2026 09:15 Letzte Änderung: 31.03.2026 10:47
Schlagworte: Medien, Personalien, Preise, Kurzmeldungen, NEU
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