März 2026 - epd medien

05.03.2026 15:22

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Personalien


Roland Mitterbauer, stellvertretender Chefredakteur und Head of Digital der "Augsburger Allgemeinen", verlässt das Medienhaus auf eigenen Wunsch im zweiten Halbjahr 2026, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen, wie die Mediengruppe Pressedruck mitteilte. Mitterbauer verantwortete den Angaben nach seit September 2023 innerhalb der Chefredaktion zentrale Aufgaben in der digitalen Weiterentwicklung der Redaktion. Der Chefredaktion gehört neben Andrea Kümpfbeck und Peter Müller künftig weiterhin Lena Jakat als Stellvertreterin an. Sie übernehmen die bisherigen Aufgaben Mitterbauers. Die "Augsburger Allgemeine" gehört zur Mediengruppe Pressedruck mit Sitz in Augsburg. Neben der "Augsburger Allgemeinen" erscheinen in dem Verlag auch die "Allgäuer Zeitung", die "Main-Post" sowie der "Südkurier".

Klassik Radio hat Stefan Ibelshäuser zum Programmdirektor ernannt. Der bisherige Vize übernehme damit "federführend die Verantwortung im Content-Team" für die Inhalte bei dem in Augsburg ansässigen Privatradiosender, hieß es in einer Mitteilung. Ulrich Kubak, CEO der Klassik Radio AG, lobte Ibelshäuser als "starke und kompetente Führungspersönlichkeit". Die strategische Personalentscheidung unterstreiche die Ambitionen von Klassik Radio, die Position als "führender Anbieter von qualitativ hochwertigem Audio-Content" weiter auszubauen.

Der frühere sächsische Regierungssprecher Michael Sagurna ist tot. Er starb am 23. Februar im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit in Dresden, wie seine Familie mitteilte. Sagurna war in den 1990er Jahren einer der wichtigsten Berater des damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (1930-2021). Geboren wurde Sagurna am 27. September 1955 in Paderborn. Er studierte Kommunikationswissenschaft und Rechtswissenschaften in Göttingen und Bonn. Später arbeitete er als Journalist und war unter anderem als Reporter in Afghanistan tätig. Nach dem Rücktritt Biedenkopfs 2002 wurde Sagurna unter Nachfolger Georg Milbradt (CDU) Chef der sächsischen Staatskanzlei. Später war er Präsident des Medienrates der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM).

Kurzmeldungen


Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat nach neun Jahren Förderung einen umfangreichen Antrag von ProQuote Medien zur Beobachtung und Analyse des Geschlechterverhältnisses in Leitmedien in Deutschland abgelehnt. Damit fehlten dem Verein 600.000 Euro für die nächsten drei Jahre, erklärte ProQuote Medien. Ohne diese Förderung könne die Erhebung des Frauenmachtanteils der deutschen Leitmedien nicht fortgeführt werden. "Die Dringlichkeit, weibliche Perspektiven in unserer Demokratie zu stärken, scheint an dieser Stelle nicht mehr zu bestehen", sagte Vorstandsmitglied Katharina Preuth. Das Ministerium bestätigte dem epd die Ablehnung der Förderung. "Der Antrag von ProQuote Medien zur 'Erhöhung des Frauenmachtanteils in den Medien' wurde im Rahmen des regulären Prüfungsverfahrens sorgfältig bewertet und aus fachlichen Gründen abschlägig beschieden", teilte die Behörde mit.

Die Landesanstalt für Medien NRW ruft Eltern dazu auf, die Aktivitäten ihrer Kinder auf der Messenger-Plattform WhatsApp im Blick zu behalten. Kinder und Jugendliche überblickten die Risiken von öffentlichen Kanälen dort nicht vollends, ergibt eine Analyse der Medienaufsichtsbehörde Auf WhatsApp können neben privaten Chats auch Kanäle betrieben werden, auf denen Admins Inhalte öffentlich teilen. Diese seien besonders beliebt bei jüngeren Kindern und Jugendlichen, deren Eltern ihnen andere soziale Medien verbieten. Viele Eltern kennten die Kanalfunktion gar nicht oder wüssten nicht, wie sie genau genutzt würde. Die Medienanstalt hat nach eigenen Angaben 100 WhatsApp-Kanäle minderjähriger Admins analysiert und 12 qualitative Interviews mit Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren geführt. Darin sei eine "teilweise ausgeprägte Naivität" deutlich geworden, mit der persönliche und teils intime Informationen geteilt würden, hieß es.

Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder (DSK) fordert, auf Chatkontrollen vollständig und endgültig zu verzichten. Die DSK appelliere an die EU und alle Beteiligten, von der Massenüberwachung privater Chats, dem flächendeckenden Scannen privater Nachrichten und einem Durchbrechen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Ausnahme abzusehen, teilte sie in Stuttgart mit. Im November hatte die damalige dänische EU-Ratspräsidentschaft ihren Vorschlag für eine Gesetzgebung zurückgezogen. An einer entsprechenden Initiative der EU-Kommission aus dem Jahr 2022 gibt es seit Jahren viel Kritik, auch von Journalistenorganisationen. Bisher gelang es keiner EU-Ratspräsidentschaft, einen Kompromiss zu finden, dem genügend Mitgliedstaaten zustimmen. Auch das EU-Parlament steht einer Chatkontrolle kritisch gegenüber.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat ein neues digitales Bildungsangebot zur Prävention von islamistischer Radikalisierung und Desinformation gestartet. In dem Videospiel mit dem Titel "Wer ist Bilal?" begleiten die Nutzer einen jungen Protagonisten, der zunehmend mit Manipulation, Gruppendruck und extremistischen Ansichten konfrontiert wird. Durch eigene Entscheidungen könnten sie nachvollziehen, wie Radikalisierungsprozesse entstehen und welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Zugleich sollen sie lernen, wie sie sich gegen extremistische Ideologien wappnen können.

Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main präsentiert seit dem 6. März Cartoons und Gedichte zur Krise der Demokratie. Die Ausstellung zeige Perspektiven auf, auf die man selbst nicht gekommen wäre, sagte die Geschäftsführerin des "Kulturfonds Frankfurt RheinMain", Susanne Völker. "Eine Gesellschaft, die über sich lachen kann, ist eine Gesellschaft in Freiheit." Zu sehen sind 37 Drucke von Zeichnungen und Gemälden der Karikaturisten-Duos Greser& Lenz und Hauck& Bauer sowie von Katharina Greve, außerdem Gedichte von Thomas Gsella. Die Ausstellung ist bis 7. Juni geöffnet.

Preise


Andreas Rinke, Chefkorrespondent der Nachrichtenagentur Reuters, erhält in diesem Jahr den Preis der Bundespressekonferenz (BPK). "Er zählt seit Jahren zu den unermüdlichen Antreibern in den Pressekonferenzen der BPK", erklärte der Verein. "Immer wieder bleibt er mit journalistischer Beharrlichkeit den Hintergründen und Zusammenhängen der Regierungsgeschäfte auf der Spur und weiß diese auf eine professionelle Ebene zu bringen." Rinke ist den Angaben zufolge seit 15 Jahren Chefkorrespondent bei Reuters. Zuvor arbeitete er als Berliner Korrespondent des "Handelsblatts". Rinke vereine "ein vorbildliches journalistisches Ethos, eine faktenbasierte Recherche sowie eine Haltung, die Welt und die Politik zu erklären - ohne sie zu verurteilen oder vorschnell zu beurteilen", erklärte die BPK. Der undotierte Preis wird am 17. April in Berlin verliehen. Im Verein der Bundespressekonferenz sind gut 900 Journalistinnen und Journalisten organisiert, die über Bundespolitik berichten. Der Verein veranstaltet Pressekonferenzen.

Der Journalist Dietmar Dath erhält den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2026. Daths Texte über Film, Popkultur, Science Fiction, soziologische oder naturwissenschaftliche Themen erschlössen auch schwierigste Werke auf hohem sprachlichen Niveau, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Dath, 1970 in Rheinfelden geboren, ist seit 2001 Feuilleton-Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und schreibt zudem Theaterstücke, Hörspiele, Sachbücher und Romane. Die Jury lobte: "Seine Texte zeichnen sich durch ihre gewitzte, durchkomponierte und wohltuend eigensinnige Sprachgestaltung aus." Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am 19. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen. Das Fachmagazin "Börsenblatt" stiftete 1977 den Alfred-Kerr-Preis. Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr (1867-1948), der in der Kritik eine eigene Kunstform sah. Das Fachmagazin verleiht den Preis gemeinsam mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

red



Zuerst veröffentlicht 06.03.2026 08:55

Schlagworte: Medien, Personalien, Preise, Kurzmeldungen

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