Frank Elstner bei Grimme-Gala: "Bin froh, dass ich das erleben darf" - epd medien

25.04.2026 09:46

Vorbildliche TV-Sendungen haben am Freitagabend in Marl zum 62. Mal den Grimme-Preis erhalten. Höhepunkt des Abends war der Auftritt des 84-jährigen Frank Elstner, der die Besondere Ehrung bekam.

Frank Elstner mit der Besonderen Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands

Marl (epd). Bewegender Moment im Theater Marl: Mit sichtlicher Rührung hat der frühere Showmaster Frank Elstner am Freitagabend bei der Verleihung der Grimme-Preise die Besondere Ehrung entgegengenommen. "Ich bin sehr froh, dass ich das erleben darf", sagte der 84-Jährige, der an Parkinson erkrankt ist. Den 450.000 Menschen in Deutschland, die ebenfalls an dieser Krankheit leiden, könne geholfen werden, wenn die Forschung mehr Geld erhalte. "Nennen Sie mich einfach künftig den Bettler für Parkinson", sagte Elstner. Der frühere Moderator von "Wetten, dass..?" und "Verstehen Sie Spaß?" hatte seine Erkrankung 2019 öffentlich gemacht und ist Förderer der Parkinson-Stiftung.

Überreicht wurde die Besondere Ehrung von Annegret Kramp-Karrenbauer, der Vorsitzenden des Deutschen Volkshochschul-Verbands. Die ehemalige Bundesministerin sagte, Elstner sei für sie "ein Idol der eigenen Kindheit und des eigenes Lebens". Der 84-Jährige stehe für eine Zeit, in der Fernsehen Millionen Menschen zusammengebracht habe. Elstner habe mit "unglaublicher Kreativität viele Formate erfunden und immer wieder neue Ideen gehabt". Im Gespräch habe er es geschafft, dass Menschen sich öffneten - "ohne dass er sie auch nur ein einziges Mal bloßgestellt hat", sagte Kramp-Karrenbauer.

Atai will weiter aus Kairo berichten

Insgesamt wurden bei der von TV-Moderatorin Linda Zervakis präsentierten Gala 16 Grimme-Preise und 3 andere Auszeichnungen vergeben. Für ihre "Besondere Journalistische Leistung" wurde die Leiterin des ZDF-Auslandsstudios Kairo, Golineh Atai, ausgezeichnet. Atai berichtete von der Herausforderung, in der aktuellen Weltlage aus dieser Region zu berichten. "Ich bin immer noch sehr angefasst von diesem Jahr", sagte sie. Sie wolle aber weiter vor Ort bleiben. Angetrieben werde sie von der Suche nach der Wahrheit, auch in Graubereichen. "Wir müssen eine Welt akzeptieren lernen, in der viele gegensätzlich erscheinende Dinge nebeneinander existieren und wahr sein können", so Atai.

Weitere Auszeichnungen in der Kategorie Information & Kultur bekamen die Dokumentationen "Das leere Grab" (ZDF), "Petra Kelly - Act Now!" (ARD/Arte) und "Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges" (ZDF/DW/Arte). Erstmals ging in dieser Rubrik ein Preis an den Privatsender RTLzwei, der mit dem Zweiteiler "Hass.Hetze.Hoffnung" über den Mord an einer chinesischen Studentin in Ostdeutschland im Rennen war.

Auszeichnung für "Maithink X"

In der Kategorie Fiktion wurden der Fernsehfilm "Die Nichte des Polizisten" (ARD/SWR/NDR), die "Tatort"-Folge "Dunkelheit" (ARD/HR) sowie die Serien "Die Affäre Cum-Ex" und "Tschappel" (beide ZDF) geehrt. Den Spezial-Preis in der Kategorie Fiktion erhielt der Film "Unterwegs im Namen der Kaiserin" (ZDF) für "die zeitgemäße Dekonstruktion des Sisi-Hypes".

Grimme-Preise in der Rubrik Unterhaltung gingen an die ZDF-Wissenschaftssendung "Maithink X - Die Show" mit Mai Thi Nguyen-Kim und die Prime-Video-Serie "Gerry Star". Für "smypathisch - die show" (ZDF/Funk) erhielt Webvideo-Produzentin Marie Lina Smyrek nach 2023 bereits den zweiten Grimme-Preis.

Preis der Studierendenjury für "Krank Berlin"

In der Kategorie Kinder & Jugend hatte die Jury die Spielfilme "Grüße vom Mars" (ARD) und "Ellbogen" (ZDF) ausgewählt. Einen Spezial-Preis gab es für die Protagonisten und die Idee der Dokumentation "Der talentierte Mr. F" (ARD). Die Studierendenjury entschied sich für die Medical-Drama-Serie "Krank Berlin" (ZDFneo/Apple TV+).

Der 1964 erstmals vergebene undotierte Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Stifter ist der Deutsche Volkshochschul-Verband, Partner sind das Land Nordrhein-Westfalen, die Sender ZDF, WDR und 3sat sowie die Stadt Marl.

rid/lwd



Zuerst veröffentlicht 25.04.2026 11:46

Schlagworte: Auszeichnungen, Medien, Fernsehen, ZFM

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