Deutsche-Welle-Korrespondent Uludag unter Auflagen freigelassen - epd medien

23.07.2026 07:23

Der türkische Korrespondent der Deutschen Welle, Alican Uludag, ist unter Auflagen wieder freigelassen worden. Erst tags zuvor war er wegen neuer Vorwürfe festgenommen worden.

Bonn (epd). Der am Dienstag erneut festgenommene Investigativjournalist und Korrespondent der Deutschen Welle, Alican Uludag, ist am Mittwochnachmittag in Ankara unter Auflagen wieder freigelassen worden. Das teilte die Deutsche Welle in Bonn mit. Das neue Ermittlungsverfahren, das zusätzlich zu einem bereits laufenden Verfahren gegen Uludag angestrengt wurde, werde fortgesetzt. Er müsse sich viermal pro Woche bei der Polizei melden, und es sei ein Ausreiseverbot gegen ihn verhängt worden, hieß es.

Nach Angaben der Deutschen Welle hatte die Generalstaatsanwaltschaft Ankara zuvor mitgeteilt, dass aufgrund von Äußerungen Uludags auf der Plattform X ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Als Rechtsgrundlage der Ermittlungen führte sie die Artikel 216 (Öffentliche Aufstachelung zu Hass und zur Feindseligkeit und die Herabwürdigung von Bevölkerungsgruppen) und 217a (Öffentliche Verbreitung irreführender Informationen) des türkischen Strafgesetzbuches an.

Bereits im Februar festgenommen

Der Korrespondent war schon einmal im Februar festgenommen worden und verbrachte insgesamt 92 Tage in Untersuchungshaft, bevor er Mitte Mai freikam. Angeklagt wurde er wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung, der Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung staatlicher Institutionen. Das Verfahren wegen dieser Vorwürfe wird am 18. September fortgesetzt.

Nach Angaben der Deutschen Welle berichtet der Reporter seit Jahren über Justiz, Menschenrechte und Korruption in der Türkei. Während seiner vorherigen Inhaftierung hatten zahlreiche nationale und internationale Organisationen sowie die Bundesregierung seine Freilassung gefordert.

Meldung aus dem epd-Basisdienst

ema



Zuerst veröffentlicht 23.07.2026 09:23 Letzte Änderung: 23.07.2026 09:59

Schlagworte: Medien, Türkei, Justiz, NEU

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