EU-Kommission genehmigt Warner-Paramount-Fusion unter Auflagen - epd medien

23.07.2026 08:32

Die EU-Kommission gibt grünes Licht für die milliardenschwere Warner-Übernahme durch Paramount. Für den Filmvertrieb in Europa gibt es jedoch Auflagen.

Hauptgebäude der EU-Kommission in Brüssel

Brüssel (epd). Die EU-Kommission hat der Übernahme des Medienkonzerns Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance zugestimmt. Auf der Ebene der Filmproduktion seien im Europäischen Wirtschaftsraum auch nach einem Zusammenschluss der beiden US-Unternehmen weiterhin genügend Filmstudios als Wettbewerber vorhanden, teilte die Behörde am Mittwochabend in Brüssel mit. Im Filmvertrieb stellte die Kommission allerdings eine zu hohe Konzentration fest und knüpfte ihre Zustimmung an Auflagen.

Paramount muss demnach seine Beteiligung am Filmvertrieb United International Pictures (UIP) im Europäischen Wirtschaftsraum binnen 13 Monaten nach Abschluss der Transaktion verkaufen. UIP ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Paramount und Universal. Für zehn Jahre darf Paramount zudem keine Vereinbarungen oder Absprachen mit Universal über den gemeinsamen Vertrieb von Filmen im Europäischen Wirtschaftsraum treffen.

Fusion liegt wegen Gerichtsentscheidung auf Eis

Derzeit liegt die geplante Fusion auf Eis. Eine Bundesrichterin in den USA setzte die Übernahme am 20. Juli für mindestens 14 Tage aus. Hintergrund ist eine Kartellklage von zwölf US-Bundesstaaten.

Paramount hatte sich unter Führung seines dem US-Präsidenten Donald Trump nahestehenden CEO David Ellison im Februar mit einem Angebot von rund 110 Milliarden US-Dollar beim Bieterwettstreit um Warner gegen den Streamingdienst Netflix durchgesetzt. Der Deal wird von Trump-Kritikern als Versuch des Präsidenten gewertet, mehr Einfluss auf den Medienmarkt zu bekommen. Zu Warner gehört auch der Nachrichtensender CNN.

Wettbewerbskontrolle der EU-Kommission

Die EU-Kommission ist verpflichtet, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte überschreitet und Zusammenschlüsse zu verhindern, die den Wettbewerb im EWR erheblich beeinträchtigen würden.

Im Falle der Warner-Übernahme durch Paramount untersuchte die Kommission Auswirkungen auf den Markt in folgenden Bereichen: Produktion von Kinofilmen, Vertrieb von Kinofilmen, Produktion und Lizenzierung von audiovisuellen Inhalten, die Versorgung von TV-Kanälen und das Endkundengeschäft mit audiovisuellen Diensten.

nbl



Zuerst veröffentlicht 23.07.2026 10:32 Letzte Änderung: 23.07.2026 10:56

Schlagworte: Medien, EU, USA, Unternehmen, NEU

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