26.08.2026 10:51
Köln (epd). Im Streit über die von mehreren Großverlagen angestrebte Reform des Pressevertriebs hat die Seite der Presse-Großhändler ihre Klage im Hauptsacheverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf zurückgezogen. Das erfuhr der Evangelische Pressedienst (epd) auf Nachfrage aus dem Siegburger Kreis, in dem sich die sechs von Kündigungen durch die Verlagsallianz "Fit for Future" betroffenen Grossisten zusammengeschlossen haben. Die Untätigkeitsbeschwerde beim OLG richtete sich gegen eine Entscheidung des Bundeskartellamtes vom vergangenen Februar, in der die Behörde das Vorhaben der Verlage duldete.
Ende Juli hatte das OLG bereits einen Eilantrag der sechs Presse-Großhändler gegen das Bundeskartellamt abgewiesen. Die Grossisten wollten die Behörde damit auf dem Wege des einstweiligen Rechtsschutzes zwingen, die von der FFF-Verlagsallianz vorangetriebenen Reformpläne zu stoppen. Das Gericht führte in seiner Entscheidung aus, dass die Grossisten vorrangig zivilrechtlich gegen die Verlage vorgehen müssten.
Den Zivilrechtsweg beschreiten einige Grossisten bereits. Die erstinstanzlichen Eilverfahren gegen die Vertragskündigungen durch Verlage wurden bislang mehrheitlich zugunsten der Verlagsseite entschieden.
Die FFF-Verlage, darunter Burda, Bauer und Springer, wollen über die im Juli gegründete Presse-Grosso-Allianz (PGA) die bislang regional als Vertriebsmonopolisten tätigen Grossisten ersetzen. Größte Gesellschafter der PGA sind eine Verlagsholding und eine Systempartnerholding. Die FFF-Allianz argumentiert, bei rückläufigen gedruckten Ausgaben könne so ein wirtschaftlich tragfähiger Vertrieb sichergestellt werden.
Laut Mitteilung des Gesamtverbands Pressegroßhandel (GVPG) vom Mittwoch hat der für die Eilentscheidung zuständige Senat des OLG Düsseldorf darauf hingewiesen, dass die Duldungsentscheidung des Bundeskartellamts keine Bindungswirkung für die Zivilgerichte entfalte und dieser Weg dem Kartellverwaltungsrechtsweg vorgehe. "Damit eröffnet sich den Grossisten ein klarer und aussichtsreicher zivilrechtlicher Fokus."
Vor dem Landgericht Hamburg hatten die Grossisten zudem gemeinsam eine gegen die FFF-Allianz gerichtete Klage auf exklusive Weiterbelieferung eingereicht. Auch dieser Weg wird nach epd-Informationen vom Siegburger Kreis weiterverfolgt. Für die Grossisten drängt die Zeit: Die Kündigungen durch die Verlagsseite werden zwischen Ende Februar und Dezember 2027 wirksam.
nbl
Zuerst veröffentlicht 26.08.2026 12:51 Letzte Änderung: 26.08.2026 13:01
Schlagworte: Medien, Presse, Verlage, NEU
zur Startseite von epd medien