ProSiebenSat.1 meldet Umsatzrückgang um sechs Prozent - epd medien

26.03.2026 07:19

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat einen Umsatzrückgang von sechs Prozent zu verzeichnen. Auch das Vorsteuerergebnis fällt schlechter aus. Beide Kennzahlen spiegelten "das herausfordernde makroökonomische Umfeld wider", hieß es vom Unternehmen.

Konzernzentrale von ProSiebenSat.1 in Unterföhring

Unterföhring (epd). ProSiebenSat.1 hat für das vergangene Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von sechs Prozent zu verzeichnen. Wie das Medienunternehmen am Donnerstag in Unterföhring mitteilte, fiel der Konzernumsatz 2025 um sechs Prozent beziehungsweise 242 Millionen Euro auf 3,68 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,91 Milliarden Euro). Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (adjusted Ebitda) des Konzerns betrug 403 Millionen Euro, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent beziehungsweise 154 Millionen Euro entspricht.

Beide Kennzahlen spiegelten wie erwartet "das herausfordernde makroökonomische Umfeld wider", hieß es weiter. Der um Sondereffekte bereinigte Konzernüberschuss (adjusted net income) betrug 209 Millionen Euro (Vorjahr: 229 MillionenEuro). Er sei - anders als das Vorsteuerergebnis - positiv durch einen "latenten Steuerertrag" beeinflusst, der sich aufgrund der Verschmelzung der Seven.One Entertainment Group GmbH mit der Joyn GmbH ergeben habe. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet ProSiebenSat.1 mit einem Konzernumsatz leicht unter dem Vorjahresniveau.

Schwacher Werbemarkt

Der Außenumsatz des Segments Entertainment lag im Geschäftsjahr 2025 bei 2,38 Milliarden Euro und damit um sechs Prozent unter dem Vorjahreswert von 2,53 Milliarden Euro. Das reflektiere den branchenweiten Rückgang der Investitionen in TV-Werbung. Insgesamt sanken die Werbeumsätze bei Entertainment den Angaben zufolge in der DACH-Region um acht Prozent. Während die TV-Werbeerlöse sanken, entwickelten sich die digitalen und smarten Werbeumsätze in der DACH-Region stabil. Dabei habe das dynamische Wachstum der Streaming-Plattform Joyn sowie im Bereich Audio den Rückgang bei anderen digitalen Vermarktungsangeboten ausgeglichen.

"Das Geschäftsjahr 2025 war für ProSiebenSat.1 wie erwartet erneut von einem insgesamt schwachen Werbemarkt geprägt mit entsprechenden Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis im Entertainment-Segment", hieß es weiter. Im Mittelpunkt stehe deshalb die Stärkung lokaler und Live-Inhalte.

Marco Giordani, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media SE, sagte: "Wir entwickeln ProSiebenSat.1 konsequent von einer diversifizierten Gruppe zu einem fokussierten und reichweitenstarken Entertainment-Haus im DACH-Raum." Zugleich investiere man gezielt in Wachstumsfelder wie Technologie und Künstliche Intelligenz.

Vergleichsportale verkauft

Zudem gab ProSiebenSat.1 bekannt, dass das Unternehmen die Vergleichsplattformen "billiger-mietwagen.de" und "CamperDays" verkaufen wird. "Billiger-mietwagen.de" geht demnach an ein Konsortium unter der Führung der Beteiligungsgesellschaft Pivotum Capital, "CamperDays" an eine Gruppe privater Investoren. In der vergangenen Woche hatte ProSiebenSat.1 bereits die Vermarktungsunternehmen Esome und Kairion an Pivotum Capital abgegeben.

Florian Hirschberger, CEO Commerce and Ventures von ProSiebenSat.1 Media SE, sagte, dass mit dem Verkauf beider Portale das Unternehmen die strategische Fokussierung auf das Kerngeschäft Entertainment weiterentwickele.

Die ProSiebenSat.1-Gruppe mit rund 6.200 Beschäftigten betreibt neben den namensgebenden Fernsehsendern weitere TV-Kanäle wie Kabel Eins und Sixx. Zum Konzern gehören auch Internetportale wie die Online-Parfümerie "Flaconi" und das Dating-Portal "Parship".

Im Oktober 2025 hatte die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) in Berlin grünes Licht für die Mehrheitsbeteiligung der italienischen Holding Media For Europe (MFE) an ProSiebenSat.1 gegeben. Im September hatte MFE seine Aktienanteile auf 75,61 Prozent erhöht und damit die vollständige Kontrolle übernommen. Im Oktober wurde ein neuer Vorstand installiert. MFE wird von der Familie Berlusconi kontrolliert.

ema/rid



Zuerst veröffentlicht 26.03.2026 08:19 Letzte Änderung: 26.03.2026 09:48

Schlagworte: Medien, Unternehmen, NEU

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