10.04.2026 12:00
Unterföhring (epd). Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 will seinen Aufsichtsrat verkleinern. Künftig solle das Gremium statt neun nur noch sieben Mitglieder haben, teilte das Unternehmen am 8. April mit. Dies sei ein weiterer Schritt im Rahmen der laufenden Bemühungen, die Effizienz zu steigern und Kosteneinsparungen voranzutreiben. Über einen entsprechenden Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat werde die Hauptversammlung am 20. Mai entscheiden.
Um zusätzliche Kostensenkungen zu erzielen, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat vor, die Vergütung für die Aufsichtsratsmitglieder zu reduzieren. Wie aus den im Internet veröffentlichten Unterlagen zur Hauptversammlung hervorgeht, soll die reguläre Festvergütung eines Mitglieds künftig 90.000 Euro pro Jahr betragen. Bisher waren es 100.000 Euro. Der oder die Vorsitzende des Gremiums soll 225.000 Euro statt 250.000 Euro erhalten. Für Vorsitz oder Mitarbeit in einem Ausschuss des Aufsichtsrats gibt es Zulagen, die ebenfalls gesenkt werden sollen.
Auf eigenen Wunsch werden laut Mitteilung Katrin Burkhardt und Cai-Nicolas Ziegler aus dem Aufsichtsrat ausscheiden. Die Amtszeit von Katharina Behrends und Thomas Ingelfinger endet mit Ablauf der kommenden Hauptversammlung, Simone Sole und Michael Eifler wurden im Oktober 2025 bis zum Ende der Hauptversammlung gerichtlich bestellt. Der Aufsichtsrat schlägt nun Behrends, Eifler, Ingelfinger und Sole zur Wahl vor. Dies gewährleiste einen nahtlosen Übergang und erhalte "die Fachkompetenz des Gremiums in der aktuellen strategischen Phase". Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Maria Kyriacou.
Auf der Tagesordnung für die Hauptversammlung steht auch ein "Paket von Kapitalstruktur-Maßnahmen", das die Finanzierungsflexibiliät erweitern soll. Damit könnten strategische Chancen rasch genutzt und die laufende Transformation des Konzerns unterstützt werden, hieß es.
Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete ProSiebenSat.1 einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 3,68 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss sank um 20 Millionen Euro auf 209 Millionen Euro. Der Konzern verkaufte zuletzt zahlreiche E-Commerce-Portale, um sich auf das Kerngeschäft Entertainment zu fokussieren.
Im Oktober hatte die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) in Berlin grünes Licht für die Mehrheitsbeteiligung der italienischen Holding Media For Europe (MFE) an ProSiebenSat.1 gegeben. Im September hatte MFE die Aktienanteile auf 75,61 Prozent erhöht und damit die vollständige Kontrolle übernommen. Im Oktober wurde ein neuer Vorstand installiert. MFE wird von der Familie Berlusconi kontrolliert.
rid
Zuerst veröffentlicht 10.04.2026 14:00
Schlagworte: Medien, Unternehmen, ProSiebenSat.1, rid
zur Startseite von epd medien